Markt für gepanzerte Fahrzeuge wächst

Markt für gepanzerte Fahrzeuge wächst

Markt für gepanzerte Fahrzeuge wächst

— 14.05.2003

Autos wie im James-Bond-Film

Die Reichen und Mächtigen haben Angst vor Terroranschlägen, und die Autoindustrie reagiert mit gepanzerten Modellen.

Umsatz weltweit rund 4,4 Milliarden Dollar

Zu ihren Kunden zählt der indische Premierminister Atal Bihari Vajpayee, der britische Premier Tony Blair und Fußballstar David Beckham – auch Bundeskanzler Gerhard Schröder. Die Kunden, die sich Serienfahrzeuge der großen Hersteller zum doppelten oder dreifachen Preis leisten – zum Teil mit Zubehör wie aus einem James-Bond-Film – schweigen meist darüber, doch die Autokonzerne verdienten 2002 damit mehr als je zuvor. Besonders die Gefahr von Terroranschlägen verunsichert die Reichen und Mächtigen offenbar.

Volkswagen, Daimler-Chrysler, BMW und Ford haben vergangenes Jahr rund 22.000 gepanzerte Autos mehr verkauft als 2001 – ein Plus von 20 Prozent, wie Ford schätzt. Das britische Beratungsunternehmen Automotive Industry Data berechnet den Umsatz mit Sicherheitsfahrzeugen auf weltweit 4,4 Milliarden Dollar.

Die Hersteller reagieren auf die gestiegene Nachfrage mit neuen gepanzerten Modellversionen: VW etwa mit Bentley, Phaeton und Audi A8; DaimlerChrysler mit S-Klasse und Maybach und BMW mit Rolls-Royce Phantom und 7er-Serie. Bundeskanzler Gerhard Schröder ist kürzlich vom Audi A8 auf einen gepanzerten Phaeton mit Allradantrieb umgestiegen.

Fernstarter gegen Autobomben

Wer sich ein Sicherheitsfahrzeug zulegt, hat reichlich Zubehör zur Auswahl. Die Panzerung etwa wehrt alles ab, vom Revolverschuss bis zu Sturmgewehrsalven, Granaten und Giftgasangriffen. Granatensichere Fahrzeugböden und hermetisch abschließbare Fahrzeugkabinen mit eigener Druckluftzufuhr sind ebenso erhältlich wie Reifen, die auch platt noch weiterfahren. Zudem lassen sich Sprühanlagen mit heißem Pfefferspray, explodierende Türscharniere, die eine rasche Flucht ermöglichen, und Vernebelungsanlagen einbauen. BMW bietet zudem einen Fernstarter zur Sicherung gegen Autobomben an.

Die Kunden derartiger Gefährte stammen einer Ford-Studie zufolge zur Hälfte aus Lateinamerika. West- und Osteuropa machen derzeit 17 und 13 Prozent des Marktes aus. Sieben Prozent aller gepanzerten Limousinen gehen in den Nahe Osten, drei Prozent nach Afrika und je zwei Prozent in die USA und nach Asien.

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