Maserati Ghibli: Fahrbericht

— 18.06.2013

So fährt der neue Ghibli

Maserati will mit dem neuen Ghibli erstmals Klasse mit Masse verbinden und gegen BMW 5er, Audi A6 und E-Klasse sticheln. Dafür bauen die Italiener sogar einen Diesel und Allradantrieb ein. Erster Fahrbericht!



Bislang musste man schon verdammt tief in die Tasche greifen, um einen Maserati zu kaufen. Denn unter 100.000 Euro war bei Quattroporte, GranCoupé und GranCabrio nichts zu machen. Das führt sicherlich zu einer gewissen Exklusivität, die zwar gut ist fürs Image, aber schlecht für den Umsatz. Weil die Italiener jedoch ihr Volumen bis 2015 mehr als verfünffachen und auf mindestens 50.000 Fahrzeuge im Jahr steigern wollen, versuchen sie jetzt die gehobene Mittelschicht aufzumischen: Ghibli heißt der neue Hoffnungsträger, mit dem der Dreizack ab September 2013 Platzhirsche wie den BMW 5er, den Audi A6 oder die Mercedes E-Klasse ärgern möchte.

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Knackig: Die Schnauze ist flach, lang und mündet im bekannten Haifischmaul.

Dabei setzt die Fiat-Tochter nicht nur auf ein leidenschaftliches Design und eine sportliche Abstimmung, sondern will auch die nüchternen Entscheider unter den Vielfahrern ansprechen – mit dem ersten Dieselmotor in der Firmengeschichte und einem absoluten Kampfreis. Mit 64.980 Euro ist der Ghibli zwar noch lange kein Schnäppchen, aber immerhin rund 40.000 Euro billiger als sein großer Bruder Quattroporte. Knackiger gezeichnet als der Quattroporte und auf 4,97 Meter gekürzt, übernimmt der Ghibli all die Insignien, die man von der Marke aus Modena erwartet: Die Schnauze ist flach, lang und mündet im bekannten Haifischmaul. In den vorderen Kotflügeln gibt es die üblichen Kiemen, die Flanken sind stark konturiert, und das Heck ist kurz und knackig.

Maserati Ghibli: Sitzprobe

Vorn reist man auf strammen Sitzen mit sportlicher Kontur und erkennt die Unterschiede zum Quattroporte nur im weniger schwülstigen Design, das dem Italiener gut zu Gesicht steht. Hinten geht es bei knapp 20 Zentimetern weniger Radstand sehr eng zu.

Preise: Das kostet der Diesel-Maserati

Passt: Vorn reist man im Ghibli auf strammen Sitzen mit sportlicher Kontur.

Was dem Ghibli zum Quattroporte an Opulenz fehlt, macht er mit Elan und Dynamik wieder wett. Der Ghibli wirkt schärfer, fährt schnittiger und lässt sich noch besser um die Kurven treiben. Beim Antrieb gehen die Italiener neue Wege. Wo es seit der Biturbo-Ära in den Neunzigern nur noch V8-Motoren gab, kommen jetzt erstmals in der jüngeren Geschichte wieder Sechszylinder zum Einsatz. Und die drei Liter großen, mit Turbos beatmeten V-Motoren tanken nicht nur Super. Zum allerersten Mal gibt es in der Maserati-Historie jetzt einen Diesel. Während der in zwei Leistungsstufen mit 330 und 410 PS lieferbare Benziner wie der V8-Motor von Markenschwester Ferrari in Maranello gebaut wird, kommt der Selbstzünder vom italienischen Zulieferer VM Motori. Doch Firmenchef Harald Wester weiß, was er seinen Kunden schuldig ist und verspricht: "Auch mit einem Diesel fährt der Ghibli wie ein echter Maserati – und vor allem klingt er so."

Fahrbericht Maserati Quattroporte

Maserati Quattroporte Maserati Quattroporte Maserati Quattroporte
So ganz den rechten Ton haben seine Ingenieure zwar noch nicht getroffen. Aber der Motor nagelt nicht und ist erst recht kein Leisetreter. Mit einem Soundsymposer in der Bordelektronik und zwei Lautsprechern nahe des Auspuffs komponiert Maserati eine imposante Klangkulisse, die irgendwo zwischen amerikanischem V8-Bollern und Hamburger Hafenschlepper rangiert.

Schnell unterwegs: In nur 6,3 Sekunden jagt der kleine Maserati auf Tempo 100.

275 PS und 600 Nm unterstreichen den sportlichen Anspruch der Italiener. Mit mächtig Druck zieht der Diesel an der Ampel davon. Schließlich ist er in 6,3 Sekunden auf Tempo 100. Am Ortsausgang genügt ein Gasstoß, schon ist man jenseits des Tempolimits, und das Überholen wird zum Kinderspiel. Nur auf der Autobahn geht dem Ghibli überraschend schnell die Puste aus. Nicht dass 250 km/h zu wenig sind. Aber während die Benziner ohne Limit der Konkurrenz davonfahren, hat der Maserati diesmal seine Wettbewerber stets im Nacken.

Maserati: Drei neue Modelle

Maserati Kubang Illustration Maserati Kubang Illustration Maserati Kubang Illustration
Der neue Allradantrieb ist zurzeit leider nur in Verbindung mit dem starken Benziner zu bekommen. In Sachen Infortainment- und Assistenzsystemen hat der Ghibli leider nicht viel mehr zu bieten als einen WLAN-Hotspot, eine Rückfahrkamera und einen Tempomaten. Bei Genießerautos wie dem Quattroporte oder dem GranCabrio mag das noch in Ordnung sein, doch wenn  man Geschäftskunden und Vielfahrer ködern will, muss man denen die Arbeit schon ein wenig erleichtern. Wie sich der neue Maserati Ghibli im ersten Vergleich gegen den BMW 5er schlägt, lesen Sie in AUTO BILD 25/2013, ab 21. Juni im Handel!

Maserati Ghibli: Fahrbericht

Maserati Ghibli Test Maserati Ghibli Sportwagen Maserati Ghibli Innenraum

Autor: Thomas Geiger



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