Maserati GranCabrio/BMW 650i Cabrio: Test — 19.08.2010
Maserati GranCabrio schlägt BMW 6er
BMW 6er und Maserati GranCabrio versprechen den Himmel auf Erden – mit grundsätzlich anderen Ansätzen. Hier trifft der Sportler auf den Cruiser. Welcher ist am Ende die bessere Wahl?
Überblick: Alle News und Tests zum Maserati GranCabrio
Die Geschichte beginnt mit einer stinknormalen 70er-Jahre-Unterführung, die dem Hinterlandverkehr unter irgendeiner unbedeutenden Bahnlinie hindurchhilft. Eigentlich nicht mehr als ein modriges Loch mit flackernden Leuchtstoffröhren, schwer verwundetem Putz und diesem speziellen Ambiente von Volksfestlatrinen, dem auch die verunstaltete Douglas-Dame auf der gammeligen Plakatwand nichts mehr entgegenzusetzen hat. Quasi auf Knopfdruck entzündet sich der nasskalte Schacht jedoch zum pulsierenden Jazzkeller. Dann, wenn der Maserati heranbrodelt, seine faszinierende Aura wie einen roten Teppich ins Dunkel rollt, die Sporttaste den Auspuff auf rohrfrei schaltet und der ferraristämmige V8 sein heiseres Tremolo derart frenetisch unter die vergilbte Decke schmettert, dass die Fliesen wohl reihenweise von der Wand gepurzelt wären, hätte sich der Großteil von ihnen nicht schon längst zu Tode gestürzt.
Überblick: Alle News und Tests zum BMW 6er
Ein Kniefall vor dem grandiosen Konzert, stehende Ovationen für die Komponisten, tosender Applaus für die hinreißende Darbietung. Auf der berühmten Skala von eins bis zehn? Eine glatte Zwölf! Doch selbst im Normalprogramm, wenn er brav die Klappe hält und die Rhythmen des 4,7-Liters ohne Playback zwischen den Tunnelwänden hin- und herschießen, wirkt der Maserati wie ein zarter Hauch Portofino, der gerade als perlmuttweiße Ansichtskarte durchs Fränkische flattert. Er pflegt den glamourösen Auftritt, posiert, flirtet, bezirzt. Wie so eine Art automobiles Äquivalent zur leicht frivolen Italienerin, die auch dort mit gewagtem Ausschnitt, knappem Rock und schwindelerregenden Absätzen herumstolziert, wo man für ein wenig Zurückhaltung vielleicht ganz dankbar wäre.Ganz anders der BMW. Mit seiner flauschigen V8-Schleppe, die wie eine dieser schnulzigen Achtzigerballaden hinter dem Heck herschmachtet, durchquert man die Nachbarschaft auch mal, ohne sich beim Aufschnittholen tags darauf gleich vor der Metzgereifachverkäuferin rechtfertigen zu müssen. Der 650i gefällt sich in der Rolle der Businesslady: erfolgsverwöhnt, keineswegs unerotisch, aber eben züchtig genug, dass Touran-Fahrer, die soeben die Nebenspur entlangdieseln, nicht vor Ekstase in die nächste Ampelkolonne rumpeln. Obwohl der BMW im emotionalen Feuerwerk des Maserati zu verglühen droht – der distinguiertere Auftritt passt zum Charakter: Der 6er war nie das schillernde Starlet, nie jemand, der seine Reize an jeden x-beliebigen Handy-Paparazzo verschleuderte, sondern eher die rollende Skulptur, deren abstrakte Formen sich erst nach ausgiebigerem Betrachten erschlossen. Schön? Wie das mit Kunst eben so ist.
Der optionale Wankausgleich des BMW ist etwas gewöhnungsbedürftig
Doch die Faszination des 6ers liegt gar nicht mal so sehr in der Optik, sondern in seinem durch und durch technologisierten Innenleben. Angefangen beim charismatischen 4,8-Liter-Sauger, den sie trotz der beispielhaften Laufkultur im künftigen 6er durch einen dieser herzlosen Turbos ersetzen werden; über die Schnellschaltautomatik, die den Drehmomentschwall stets passend dosiert an die Hinterräder leitet; bis hin zur variabel übersetzten Aktivlenkung, die den Lenkwinkel je nach Tempo elektromotorisch vergrößert oder reduziert und die perfekt ausbalancierte Karosserie so entweder gelassen um den vorgegebenen Kurs schwingen lässt oder unverzüglich in die Kurve spitzt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist dabei der optionale Wankausgleich. Mittels aktiver Stabilisatoren an beiden Achsen reduziert die Elektronik Karosseriebewegungen auf ein physikalisch notwendiges Minimum. Das hält die gefühlte Dynamik zwar hoch, führt gleichzeitig aber dazu, dass man sich – mangels eindeutiger Warnsignale – bisweilen näher an die Schwelle zur Gleitreibung heranwagt, als man vielleicht glaubt.Der Grenzbereich des Maserati wirkt im Vergleich dazu jedenfalls, als hätte man ihn weiträumig mit Trassierband abgespannt. Was zum einen am ehrlicheren Fahrgefühl liegt, das einen zwar auch nicht gerade mit Rückmeldung weichklopft, auf Geschmacksverstärker jedoch weitgehend verzichtet; zum anderen daran, dass einen die Karosserie mit beträchtlicher Schräglage darauf aufmerksam macht, dass man allmählich mal vom Gas gehen sollte.
Weitere Details zu BMW 6er und Maseti GranCabrio finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | BMW | Maserati |
|---|---|---|
| Motor | V8 | V8 |
| Einbaulage | vorn längs | vorn-mittig, längs |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/4 | 4 pro Zylinder/4 |
| Hubraum | 4799 cm³ | 4691 cm³ |
| Bohrung x Hub | 93,0 x 88,3 mm | 94,0 x 84,5 mm |
| Verdichtung | 10,5:1 | 11,3:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 270 (367)/6300 | 323 (440)/7000 |
| Literleistung | 77 PS/l | 94 PS/l |
| Nm bei 1/min | 490/3400 | 490/4750 |
| Antriebsart | Hinterrad | Hinterrad |
| Getriebe | 6-Stufen-Automatik | 6-Stufen-Automatik |
| Bremsen vorn | 348 mm/innenbelüftet | 360 mm/innenbel./gelocht |
| Bremsen hinten | 345 mm/innenbelüftet | 330 mm/innenbel./gelocht |
| Radgröße vorn – hinten | 8,5 x 19 – 9 x 19 | 8,5 x 20 – 10,5 x 20 |
| Reifengröße vorn – hinten | 245/40 R 19 – 275/35 R 19 | 245/35 R 20 – 285/35 R 20 |
| Reifentyp | Bridgestone Pot. RE 050 A RFT | Pirelli P Zero |
| Länge/Breite/Höhe | 4820/1855/1374 mm | 4881/1915/1353 mm |
| Radstand | 2780 mm | 2942 mm |
| Leistungsgewicht | 5,3 kg/PS | 4,7 kg/PS |
| Tankvolumen | 70 l | 75 l |
| Serienfahrzeug ohne Extras | 89.300 Euro | 132.770 Euro |
| Messwerte | BMW | Maserati |
|---|---|---|
| Beschleunigung | ||
| 0– 50 km/h | 2,3 s | 2,0 s |
| 0– 80 km/h | 4,4 s | 4,0 s |
| 0–100 km/h | 6,0 s | 5,5 s |
| 0–130 km/h | 9,4 s | 8,6 s |
| 0–160 km/h | 13,7 s | 12,2 s |
| 0–200 km/h | 21,6 s | 19,5 s |
| Viertelmeile | ||
| 0–402,34 m | 14,17 s | 13,64 s |
| Zwischenspurt | ||
| 60–100 km/h | 3,2 s | 2,7 s |
| 80–120 km/h | 3,9 s | 3,4 s |
| Höchstgeschwindigkeit | ||
| Herstellerangabe | 250 km/h (abgeregelt) | 283 km/h |
| Bremsweg | ||
| 100–0 km/h kalt (Verzögerung) | 35,5 m (–10,9 m/s²) | 37,1 m (–10,4 m/s²) |
| 100–0 km/h warm (Verzögerung) | 35,7 m (–10,8 m/s²) | 34,5 m (–11,2 m/s²) |
| 200–0 km/h warm (Verzögerung) | 147,9 m (–10,4 m/s²) | 139,9 m (–11,0 m/s²) |
| Testverbrauch | ||
| Ø auf 100 km | 13,7 l Super Plus | 15,9 l Super |
| Reichweite | 510 km | 470 km |
| Leergewicht | 1962 kg | 2084 kg |
| Zuladung | 298 kg | 266 kg |
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Kommentare zum Artikel (47)
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Also ein M6 wäre logischer bei diesen vergleich. Wie dumm muss mann sein AB. Also echt.EinM6 würde gewinnen.Aber beide Autos sehen gut aus und der 6er sieht einfach geil aus, besonders mit dem facelift.
@ Vincenzo: bist Ein Michel, sich italienischen gibt glaubt, etwas Design zu *g*
ein wie Film Fernsehen, kann hinaus Bangle werden: aufgesetzer Deckel, Sicken, usw., nennt Wegbereiter.
Du deutscher zu dürfen. Ist bisschen bei und, da die auch mit, es die Unterschichten-hinaus. hat viele Stilelemente, die so BMW abgekupfert: aufgesetzer, Konturlinien, Schulterlinie.
Denke, Wegbereiter.
MOB, Tesla,
dunkel, Explosionsmotorenfahrergemeinde;
Strick "ZEIT"
- wuhaa
@ Vincenzo: Du bist witzig: Ein deutscher Michel, der sich einen italienischen Namen gibt und glaubt, deswegen etwas über Design sagen zu dürfen. *g*
Ist ein bisschen wie bei Film und Fernsehen, da kann die Mehrheit auch nichts mit anfangen, wenn es über die übliche Unterschichten-Schonkost hinaus geht.
Bangle hat übrigens viele der Stilelemente eingeführt, die jetzt so gerne bei BMW abgekupfert werden: aufgesetzer Deckel, Konturlinien, Sicken, Schulterlinie usw.
Denke, sowas nennt man Wegbereiter.
V8 - Cabrios oder Cabrios mit hohen Endgeschwindigkeiten braucht niemand.
Alle technischen Schmankerl die das Fahrzeug sicher und fuer alle beherrschbar auf der Strasse halten sind zu begruessen. Man kann ja mal die Traktionsskontrolle abschalten und dann erfahren was diese PS Riesen auf nasser Fahrbahn so anrichten, da werden dann Autobahnausfahrten zu Driftbahnen.
Beobachter ?, was hat der BMW mit Design zu tuen ? Falls sie Designer sein sollten, dann waren sie sicherlich an der falschen Schule und falls sie meinen sollten an der richtigen Schule gewesen zu sein, dann hoffe ich das ihr Lehrer das selbe Ende gemacht wie Bangle.
PS. Ich hoffe das Bangle noch ein weilchen arbeitslos bleibt und derjenige der ihn Jahrelang diese häßliche Autos hat bauen lassen, sollte ebenfalls schnellst möglich gehen. Bin zwar kein Bmw fan, aber solche gute Motoren sollten in hübschere Kleider.