Maserati Levante S MY19 (2018): Test

Maserati Levante S MY19 (2018): Test

Der GranTurismo unter den SUVs

Maserati spendiert seinem Bestseller Levante zum Modelljahr 2019 ein paar Neuerungen. AUTO BILD ist den 430 PS starken Levante S mit Ferrari-Motor gefahren!
Maserati hat sich das SUV-Coupé Levante vorgeknöpft und seinem Bestseller (rund 55 Prozent aller verkauften Maserati sind Levante) zum Modelljahr 2019 ein Update verpasst. Maserati spricht ganz bewusst nicht von einem Facelift, sondern von einem neuen Modelljahr – ein versteckter Hinweis, dass das vielleicht noch etwas kommt?

Gute Verarbeitungsqualität im Innenraum

Der schwarze Grill und die größeren Lufteinlässe des Levante GranSport sind vom Trofeo inspiriert.

Der Levante MY19 ist an leicht überarbeiteten Schürzen, geänderten Felgendesigns und neuen Materialien im Innenraum erkennbar. Die 2017 eingeführten Ausstattungsvarianten GranLusso und GranSport bleiben genauso im Programm wie die Basisversion, für die sich laut Hersteller nur rund 30 Prozent aller Kunden entscheiden. Außen ändern sich nur Details, und wie sieht es im Innenraum aus? Ganz neu und edler als bisher ist der mit Leder bezogene Gangwahlhebel. Im Vergleich zum Messefahrzeug auf dem Genfer Salon 2016 ist die Verarbeitungsqualität deutlich verbessert. Vor allem das neue, aufpreispflichtige Leder von Pieno Fiore fühlt sich sehr hochwertig an. Auch Nähte, Zierleisten und die restliche Materialauswahl sind auf Premium-Niveau. Ein pingeliger Autojournalist findet aber immer Kleinigkeiten: So wirken die kleinen Lautstärke-/Programmtasten auf der Rückseite des Lenkrads und die Haltegriffe nicht so hochwertig wie der Rest des Cockpits. Aber halb so wild, das sind in der Tat nur Kleinigkeiten. Die Sitzposition ist unverändert gut, und der Levante bietet auch im Fond mehr als genügend Platz. Hier gibt es keine Einschränkungen durch die Coupé-Silhouette.

Neue SUVs: Oberklasse (2018, 2019, 2020 bis 2022)

Topmodell ist der Levante S mit 430 PS

Der Dreiliter-V6-Twinturbo wird zum Modelljahr 2019 nicht angerührt. Warum auch: Mit 350 bzw. 430 PS ist der Levante mehr als ausreichend motorisiert. Der bei Ferrari in Handarbeit gebaute Sechszylinder ist extrem laufruhig und bietet ordentliche Kraftreserven. AUTO BILD ist das Topmodell Levante S Q4 in der Ausstattungsvariante GranLusso gefahren! Kurze Orientierung im Cockpit, der Startknopf ist immer noch ungewohnt auf der linken Seite. Kurz drücken – und schon verfällt der Sechszylinder in einen sonoren Leerlauf. Den neuen Gangwahlhebel nach hinten ziehen, und das über zwei Tonnen schwere SUV fährt entspannt los. Schnell wird klar, dass der Levante nicht der Sportwagen unter den SUVs sein will, sondern eher der GranTurismo. Durch die serienmäßige Luftfederung ist der Maserati komfortabel ausgelegt. Das unterstreicht auch folgendes Detail: Wer den Sportmodus wählt, der schärft erst mal nur Ansprechverhalten und Sound, das Fahrwerk wird per separatem Knopf straffer. Dabei wirkt das SUV trotzdem nicht übertrieben hart oder unruhig. Vielmehr lässt sich der fünf Meter lange Levante im Sportmodus dank der hydraulischen Lenkung sehr direkt platzieren und macht auf den britischen B-Roads ordentlich Spaß. Weniger spaßig wird's in den kleinen Ortschaften, in denen der Fahrer des 1,98 Meter breiten Maserati abwechselnd um die neuen 21-Zoll-Felgen oder den Außenspiegel bangen muss.

Die V8-Modelle kommen erst ab 2019 nach Europa

Am Ortsausgang wird der manuelle Getriebemodus gewählt. Dazu einfach den Gangwahlhebel nach links schieben, und ab geht's. Die riesigen, feststehenden Schaltwippen segnen jeden Gangwechsel mit einem metallischen Klacken ab, das ist schließlich echtes Aluminium und kein Alu-Look. Die Achtgangautomatik von ZF ist zwar nicht neu, passt aber perfekt zur GT-Auslegung des Levante. Auch im Sportmodus schaltet der Automat nicht hektisch runter, sondern nutzt das maximale Drehmoment von 580 Nm, das bereits bei niedrigen 2000 Umdrehungen anliegt.

Das Topmodell Levante Trofeo ist ab sofort in den USA, den Emiraten und in Asien erhältlich. Nach Europa kommt das 590-PS-SUV im Sommer 2019.

Von 0-100 km/h beschleunigt der Levante S in 5,2 Sekunden – das ist genauso schnell wie ein 440 PS starker Porsche Cayenne S. Und auch in Sachen Höchstgeschwindigkeit sind Maserati (264 km/h Topspeed) und Porsche (265 km/h) gleichauf. Aber der Levante hat noch ein Ass im Ärmel: den Sound. Auf Knopfdruck öffnen sich die Auspuffklappen, und der Sechszylinder brüllt. Im Sportmodus braucht sich der Maserati auf keinen Fall vor AMG und Co zu verstecken. Außerdem steigt die Vorfreude auf die V8-Versionen GTS (550 PS) und Trofeo (590 PS), die im Sommer 2019 in Europa an den Start gehen sollen. Wer Maserati kennt, der weiß, dass die Italiener beim Sound in ihrer eigenen Liga spielen!

Maserati Levante GTS (2018): V8, PS, Motor

Der Levante ist das meistverkaufte Maserati-Modell

Mit gut 32.000 verkauften Levante weltweit ist das SUV das wichtigste Maserati-Modell, gefolgt von Ghibli, Quattroporte und – weit abgeschlagen – dem Klassiker GranTurismo/GranCabrio mit seinem wunderbaren V8-Sauger. Trotz Diesel-Diskussion behält Maserati den 275 PS starken Selbstzünder im Programm – hauptsächlich für den deutschen Markt. Bis 2022 wird der Diesel aber sukzessive aus dem Programm genommen. Die Alternative heißt (Teil-)Elektrifizierung. Bis dahin dürfte der Nachfolger des Levante in den Startlöchern stehen. Auch ein kleineres Maserati-SUV ist nicht komplett ausgeschlossen.

Maserati Levante S MY19 (2018): Test

Jan Götze

Fazit

Die Änderungen zum MY19 halten sich in Grenzen. Der Maserati Levante bleibt aber ein komfortables SUV mit einem kräftigen (Ferrari-)Motor. Ich freue mich ganz besonders auf die V8-Versionen, die ab 2019 nach Europa kommen. Dann gibt es echte Konkurrenz für Cayenne Turbo, GLE 63 und X5 M!

Stichworte:

SUV

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