Maserati MC im Tracktest

Maserati MC Maserati MC

Maserati MC im Tracktest

— 01.10.2010

Im Maserati auf Zack

Mit der Trofeo GranTurismo MC bietet Maserati gut betuchten Gentlemen Motorsport pur. In Oschersleben durfte AUTO BILD MOTORSPORT die Edel-Rennserie im 450 PS starken Coupé hautnah erleben.

Zack, zack, zack, das sequenzielle Getriebe sortiert blitzschnell per Fingertipp am Lenkrad die Gangräder. Trotz Helm schreit der Achtzylinder eine Musik zusammen, die auch im Rennstress Gänsehaut erzeugt. Es ist herrlich, irgendwie ist ein Hauch Ferrari herauszuhören. Kein Wunder, stammt doch das hinter der Vorderachse platzierte 4,7-Liter-Triebwerk von den Roten aus Maranello. Dessen 450 Pferde drücken einen zwar nicht in den Schalensitz, es reicht dennoch für schnelle Zeiten und jede Menge Motorsport. Nun mit richtig Schmackes auf die Start-Ziel-Gerade. Noch zackig die fünfte Welle reingeklickt und ganz sanft auf die Bremse.

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ABMS-Tracktester Guido Naumann durfte den Maserati MC Probe fahren.

Die erste Kurve nach Start und Ziel ist in Oschersleben heikel. Ein enger 90-Grad-Linksabzweig, angebremst aus zirka 230 km/h. Kurz vor der 50-Meter-Markierung wird angefangen auf die 380 Millimeter großen Bremsscheiben einzutreten. Der Maserati hat leider kein ABS. Wenn die Pirelli-Slicks nicht auf optimaler Temperatur sind, kann schon mal ein Rad blockieren. Das heißt: weniger Bremswirkung. Im schlimmsten Fall geht die Fahrt geradeaus ins Kiesbett. Das passierte mir an diesem Wochenende zum Glück nicht. Doch im Kies war ich trotzdem. Nach Platz acht im Qualifying waren die italienischen Stammfahrer in der Hasseröder-Kurve doch etwas zu giftig und schoben den Gaststarter mal kurzerhand von der Piste. Kein Problem, so machen das Gentlemen, oder?

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Die Trofeo GranTurismo MC besteht aus insgesamt sieben Rennen in Europa, die meist im Rahmen der WTCC gefahren werden.

In dem seit 2010 gefahrenen Markenpokal kämpfen wohlhabende Geschäftsleute und Enthusiasten. Das Arbeitsgerät namens Maserati GT MC wird von der Rennabteilung Maserati Corse (MC) gebaut und für die Rennen vorbereitet. Die italienische Flunder kann man nicht kaufen, sondern wie bei der Clienti Ferrari nur mieten. Für knapp 200.000 Euro pro Jahr kann der Pilot entspannt zu den Rennen reisen, ins Auto steigen und Spaß haben. Man muss sich um nichts kümmern, sich nicht die Hände schmutzig machen. Maserati sorgt für alles, sogar für einen eigenen Mechaniker pro Auto. In meinem Fall war das Alessandro. Der junge Italiener schraubt normalerweise beim siegreichen FIA GT1-Maserati MC12 von Michael Bartels.

"Für schnelle Zeiten darfst du am Anfang die Reifen nicht ruinieren. Und du musst die Bremse lernen, möglichst wenig blockieren", meint Alessandro zwischen den Trainings, natürlich in typischem Italo-Englisch. Gesagt, gefahren. Dank verbesserter Gewichtsverteilung durch den weiter vorn installierten 120-Liter-Tank ist der Maserati in schnellen wie langsamen Kurven lange neutral. Erst provozierte Lastwechsel und Schaltereien in der Kurve bringen die Fuhre zum Übersteuern. Durch den langen Radstand sind Dreher dann fast schon programmiert. Dreher, Verbremser – davon ist bei der Nummer 18 nichts zu sehen. Bis kurz vor Rennende schaue ich mir die Rücklichter und Fahrerqualitäten des italienischen Gentleman vor mir an. Doch dann ist Schluss, wie ein Profi suche ich nach dessen Schwachstellen. Zack, zack, zack, vor der Hasseröder-Kurve bremse ich einen Tick später und bin vorbei. Ein tolles Gefühl. Keine Spur von Schön-Fahrerei oder Gentleman-Getue. In der Trofeo GranTurismo MC wird um jeden Meter hart gekämpft.

Autor: Guido Naumann

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