Maserati MC Stradale: Fahrbericht — 22.03.2011

Maserati arrabiata

Achtung, scharf! Der Maserati MC Stradale ist ein Rennauto mit Straßenzulassung. AUTO BILD-Autor Georg Kacher machte einen Ausflug in den Grenzbereich zwischen Faszination und Unvernunft.

Der Maserati MC Stradale hat gegenüber dem GranTurismo S 110 Kilo abgespeckt. Verschwunden sind die Rückbank, die beheizten Memory-Sitze und ein Großteil der Geräuschdämmung. Neu an Bord sind unter anderem der Sportauspuff, die Leichtbauräder und der Überrollkäfig. Auch der technische Inhalt glänzt durch gut gemachten Minimalismus: keine variable Dämpferkennung, keine verstellbaren Stabis, kein Kurvenlicht, keine ESP-Zwischenstufe, keine Tricks bei Lenkung und Differenzial. Mit 450 statt 440 PS und 510 statt 490 Nm spurtet der immer noch 1670 Kilo schwere Zweisitzer in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und ist 301 km/h schnell. Maserati nennt einen Verbrauch von 14,4 Liter – allerdings ohne Vergnügungszuschlag, Hochdrehzahlprämie und Autobahn-Malus.

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Wer kann, der kann: Der Maserati begeistert im Triathlon aus Straßenlage, Handling und Leistung.

Schwächen? Die Federung ist so komfortabel wie ein sparsam gefülltes Kopfkissen, die Sitzposition ist ebenso hoch wie unbequem, der Grenzbereich zwischen toll und herrjeh ist immer noch viel zu schmal. Dafür begeistert der Maserati im Triathlon aus Straßenlage, Handling und Leistung. Der Motor schlenzt schon bei 2500 Touren 80 Prozent des maximalen Drehmoments an die Hinterhand, auf der 52 Prozent des Gesamtgewichts lastet. Die Bremsen verzögern in Personalunion mit den P Zero Corsa-Gummis mit fast surrealer Endlichkeit. Und das mit Magnetstaub und Sekundenkleber getaufte Chassis degradiert die physikalischen Gesetzmäßigkeiten zur Makulatur.

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Auch innen ist dieser GranTurismo mehr MC (Maserati Corse, so heißt die Rennabteilung) als Stradale. Wir sind umgeben von Alcantara und Karbon; wir blicken auf XXL-Schaltwippen und auf Fahrprogrammtasten mit der Aufschrift SPORT und RACE; wir kauern im Schraubstock aus Vierpunktgurt und Kohlefaserschale. Gestartet wird nicht per Knopfdruck, sondern mit dem Zündschlüssel, geschaltet wird das elektrohydraulische Transaxle-Getriebe bevorzugt mit den  Fingerspitzen, gebremst wird mit Brembo-Sättlen und ultraleichten Verbundscheiben.
Den gesamten Fahrbericht zum Maserati MC Stradale lesen Sie in AUTO BILD 12/2011 – ab 25. März am Kiosk!
 
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Nein, der MC Stradale ist kein Auto für alle Tage und alle Gelegenheiten. Aber wer am Sonntagmorgen Gott und der Welt zeigen will, wo der Hammer hängt, der sollte sich von seiner Hausbank das schicke Suchtmittel aus Modena verschreiben lassen.

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Kommentare zum Artikel (10)

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Mergim89
26.03.2011, 16:25Uhr

dbone hat schon recht .... aber trotzdem ein geiles auto =)

hotte
25.03.2011, 09:35Uhr

endlich mal ein sportlicherer mazda.

dbone
23.03.2011, 19:59Uhr

1670 kg oder 1850 kg (behauptet sport auto 4/2011) ist einfach zu viel für ein Clubsportfahrzeug, welches den Anspruch auf eine "Leichtbauversion" erhebt!
Ich weiß auch gar nicht wie so ein hohes gewicht überhaupt zu stande kommt?
Der Gran Turismo ist ein sehr schönes Auto, besonders als MCStradale-Version und der Ferrari V8 geht auch in Ordnung, wobei ich mir etwas mehr Leistung bei den 4,7 l Hubraum erwartet hätte (so gut 500 PS), aber das Gewicht ist einfach unsportlich hoch und zwar viel zu hoch!

Don Marcelino
23.03.2011, 19:00Uhr

Und die Autobild motzt mal wieder von wegen Fedrungskomfort, Sitzposition und was auch immer. Nicht alles muss wie weichgespülter 911 daher kommen. Hoffe Maserati hat an den Skiträger gedacht, ansonsten wird der nächste Test garantiert verloren.

Andreas
23.03.2011, 08:14Uhr

Ein kleines Detail, das ich persönlich sehr mag (ok, bieten auch andere Autos), sind die Scheinwerfer, die nach Blickwinkel in allen Regenbogenfarben schimmern - siehe z.B. Bild 29

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