Maserati Spyder

Maserati Spyder Maserati Spyder

Maserati Spyder

— 19.02.2002

Maserati macht sich frei

Ein bärenstarker V8 unter der Haube und kein Dach über dem Kopf. Mit dieser Mischung will Maserati uns den Atem rauben.

Klare Linien ohne Schnickschnack

Eine glänzende Historie allein macht noch keinen Sommer. Wer wüsste das besser als Maserati. Die italienischen Sportwagen-Spezialisten aus dem ruhmreichen Örtchen Modena fuhren nach atemberaubenden Autos wie dem 3500 GT (1957-64), Mistral (1963-70) oder Bora (1971-79) in den achtziger Jahren direkt in die Pleite. Die Rettung brachte Fiat, die den maroden Laden 1993 übernahmen und die Produktion radikal umkrempelten.

Jüngstes Ergebnis der italienischen Allianz: der Spyder. Der ebenso rassige wie offene Zweisitzer basiert auf dem Coupé 3200 GT (Debüt 1998) und vereint italienische Roadster-Rasse mit feinster Formel-1-Technik. Von Italdesign-Giugiaro entworfen, zeigt das nüchterne Styling des gerade mal 4,30 Meter langen Zweisitzers (Coupé 4,51 m) keinerlei Überraschungen. Front wie beim 3200 GT (beim Spyder allerdings mit Maserati-Emblem über dem Dreizack im Kühlergrill), vollautomatisches Verdeck mit festem Deckel, zwei kleine Überrollbügel hinter den Sitzen (in Wagenfarbe lackiert und gepolstert) - der Spyder setzt auf klare Linien ohne Schnickschnack.

Eigentlich eine gute Idee, die am Heck aber deutlich übertrieben wurde. Das schmale, charaktervolle Leuchtband des Coupés musste klobigen Rückleuchten im Stile eines Allerwelt-Autos weichen. Mamma mia, Signore Giugiaro! Die pure italienische Lebensfreude spricht dagegen aus den Motordaten des Spyder. Anders als beim Coupé (Achtzylinder-Biturbo) steckt ein 4,2-Liter-V8-Saugmotor unter der Fronthaube. Leistung: 390 PS. Das Getriebe samt Differenzial sitzt an der Hinterachse. Diese Trans-Axle-Bauweise soll die Gewichtsverteilung und damit das Handling optimieren - beim Spyder liegen trotz des Frontmotors nur 53 Prozent der Last auf der Vorderachse.

Feuriger Motor mit reichlich Elektronik

Um die Gewalten des Vierventilers sicher auf die Straße zu bringen, spendiert Maserati eine Traktionskontrolle sowie Räder der Dimension 235/40 ZR 18 vorn und 265/35 ZR 18 hinten. Wir werden sehen, wie sich die 451 Newtonmeter Drehmoment (bei 4500/min) bändigen lassen. Dass der Spyder allen Ernstes zum Schnellfahren gebaut ist, beweisen darüber hinaus die Trockensumpfschmierung (gewährleistet auch in extremen Fahrsituationen ausreichende Ölversorgung) und die Höchstgeschwindigkeit von 283 km/h. Womit sich die schnellen Italiener ganz selbstbewusst Elfer-Cabrio (Spitze 280 km/h) und Ferrari 360 Spider (296 km/h) zum Gegner suchen.

Als (aufpreispflichtigen) Trumpf ziehen die Maserati-Ingenieure dabei eine elektronische Dämpferkontrolle namens Skyhook aus dem Ärmel, die mit Mannesmann-Sachs entwickelt wurde. Sensoren überwachen permanent Rad- und Aufbaubewegungen, eine zentrale Computereinheit wertet die Daten aus und verändert je nach Fahr- und Straßenzustand blitzschnell die Dämpferabstimmung.

Weiteres Technik-Bonbon: die automatisierte Sechsgangschaltung mit Schaltwippen hinter dem Lenkrad vom Bruder Ferrari. Wie beim 360 F1 fehlt auch dem Spyder Cambiocorsa das Kupplungspedal, übernimmt Kollege Computer auf Zug am Lenkradpaddel die Gangwechsel.

Preis und Technische Daten

Dem Fahrer bleibt dabei die Wahl zwischen vier Schaltprogrammen: Sport, Normal, Auto und Low Grip (bei Nässe/Glätte). Um nicht nur schnell in die Gänge zu kommen, sondern auch sicher zum Stehen, vertraut Maserati auf eine Brembo-Bremsanlage mit ABS und Scheiben im Format einer Familienpizza (vorn 33 x 3,2, hinten 31 x 3,1 cm). Ab Ende Oktober 2001 wird der Maserati Spyder für rund 165.000 Mark zu haben sein. Kleiner Trost für alle Reichen, die rechnen müssen: Damit ist der Maserati noch etwa 100.000 Mark günstiger als der Ferrari 360 Spider F1.

Technische Daten Achtzylinder-V-Motor • zwei oben liegende Nockenwellen pro Zylinderreihe • vier Ventile pro Zylinder • Kat • Hubraum 4244 cm3 • Bohrung x Hub 92,0 x 80,0 mm • Verdichtung 11,1:1 • Leistung 287 kW (390 PS) bei 7000/min • max. Drehmoment 451 Nm bei 4500/min • elektronische Benzineinspritzung • Sechsganggetriebe • Heckantrieb • Traktionskontrolle • innenbelüftete Scheibenbremsen rundum • ABS • Reifendimension vorn 235/40 ZR 18, hinten 265/35 ZR 18 • Länge/ Breite/Höhe 4303/1822/ 1305 mm • Radstand 2440 mm • Spurweite vorn/hinten 1525/1538 mm • Spitze 283 km/h • Leergewicht 1720 Kilo

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