Felipe Massa

Massa träumt vom Formel-1-Titel

— 24.06.2008

Auf Sennas Spuren

Nach dem Sieg beim Grand Prix von Magny-Cours führt Ferrari-Pilot Felipe Massa erstmals in der WM-Wertung. "Jetzt will ich den Titel", sagte der Brasilianer. Frustration herrscht dagegen bei Lewis Hamilton, der zehn Punkte zurück liegt.

Als Felipe Massa nach dem Sieg beim Grand Prix von Magny-Cours auf den großen Ayrton Senna angesprochen wird, leuchten seine Augen. Der Ferrari-Pilot hat die Formel-1-Nation Brasilien nach langer Leidenszeit zu neuem Leben erweckt. Am Zuckerhut träumt man 2008 nun vom WM-Titel, da muss auch König Fußball in die zweite Reihe weichen. Massas Jubelsprung in Magny-Cours war das Bild des Tages auf den Titelseiten. Und tatsächlich: Massa ist nach seinem Sieg in Frankreich der erste WM-Spitzenreiter aus Brasilien seit dem legendären Ayrton Senna vor 15 Jahren. "Felipe Fantastico" ist der erste Rennfahrer, dem seine Landsleute auch wirklich zutrauen, Sennas schweres Erbe anzutreten und die Fahrer-Krone nach Hause zu bringen. Und "Prinz Felipe", wie er in Brasilien genannt wird, ist bereit: "Jetzt will ich den WM-Titel", sagte er der brasilianischen Zeitung O Globo.

Für Massa ist die aktuelle Saison eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Nach seinem Fehlstart wurde er in seinem Heimatland bereits als "Fahrschüler" verspottet. Jetzt aber liegen die Brasilianer dem 27-Jährigen zu Füßen. Der ewige "Wasserträger" ist plötzlich der heißeste Kandidat im völlig verrückten Titelrennen 2008, in dem Massa bereits der vierte WM-Führende ist. "Das ist ein großer Tag für Felipe, wir freuen uns für ihn. Die WM-Führung wird ihn noch schneller machen", meinte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali nach dem Doppelsieg.

Hamilton reagiert trotzig auf Kritik, bei BMW-Sauber ist man ratlos

Genervt: Lewis Hamilton legte sich nach der Nullnummer von Frankreich mit britischen Medien an.

Restlos bedient war nach dem Frankreich-Grand Prix dagegen Vize-Weltmeister Lewis Hamilton. Zweite Nullnummer in Folge, der Silberpfeil-Star liegt nach Rang zehn in Frankreich als Vierter der WM-Wertung zehn Punkte hinter Massa. Genervt legte sich der Brite jetzt auch noch mit den Medien seiner Heimat an: "Sie bauen einen erst auf und brechen einen dann, aber sie können mich nicht zerstören", sagte Hamilton trotzig. Nach dieser Schelte steht er beim kommenden Heimspiel am 6. Juli 2008 in Silverstone noch mehr unter Druck – für Hamilton erst recht Motivation: "Jetzt greife ich erst richtig an." Die britische Tageszeitung Times sieht ihn dennoch an einem der "tiefsten Tiefpunkte" angekommen. Ratlos war auch BMW nach dem blauen Wunder von Frankreich. "So schlecht war es seit Ewigkeiten nicht mehr", sagte Nick Heidfeld nach seinem 13. Platz. Auch Montreal-Sieger Kubica schüttelte nach Rang fünf nur den Kopf: "Ich weiß auch nicht, was hier passiert ist. Wir müssen das analysieren und sehen, wie wir uns verbessern können."

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