Saab bekommt Gläubigerschutz

Massenentlassung bei Saab

— 24.09.2014

Ein Drittel der Mitarbeiter muss gehen

Erneut schlechte Nachrichten von Saab: Der kultige Autohersteller muss aufgrund des Produktionsstopps ein Drittel der Angestellten in Schweden entlassen.

(dpa/cj/mb) Der schwer angeschlagene Autohersteller Saab entlässt in Schweden mehr als ein Drittel seiner Mitarbeiter. 200 der verbliebenen rund 550 Angestellten müssten wegen des andauernden Produktionsstopps noch im September gehen, teilte das chinesische Betreiberkonsortium National Electric Vehicle Sweden (NEVS) am Mittwoch, 24. September 2014, mit. Die Entscheidung über eine Wiederaufnahme der Produktion verzögere sich, hieß es in einer Pressemitteilung.

Seit Mai werden im schwedischen Trollhättan keine Autos mehr gebaut. Saab hat etwa 400 Millionen schwedische Kronen (43 Millionen Euro) Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten und vor knapp einem Monat Gläubigerschutz erhalten, um das Unternehmen zu sanieren. Allerdings beschloss das Gericht auch, dass eine Lizenzvereinbarung bezüglich der Namensnutzung der Kultmarke neu verhandelt werden müsse – NEVS muss damit rechnen, dass der Name Saab nicht mehr genutzt werden kann. Am 8. Oktober wolle NEVS einen Sanierungsplan vorstellen, hieß es.

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Hintergrund: Der neue Eigentümer hatte im Mai die Autoproduktion im schwedischen Trollhättan wegen Liquiditätsproblemen stoppen müssen. Verantwortlich dafür macht NEVS einen Anteilseigner, der seiner vertraglichen Finanzierungspflicht nicht nachgekommen sei. Seitdem stehen die Bänder still, die Suche nach neuen Partnern läuft. Saab steht mit rund 400 Millionen schwedischen Kronen (43 Millionen Euro) in der Kreide, nicht wenige Gläubiger drohen mit dem Gerichtsvollzieher. Das Unternehmen versicherte, seine Rechnungen bezahlen zu wollen, erbat sich aber mehr Zeit. Es gebe Verhandlungen mit zwei internationalen Fahrzeugherstellern, doch diese seien komplex und hätten mehr Zeit in Anspruch genommen, als vorhergesehen, teilte das Unternehmen mit. Saab gehörte bis 2010 zu General Motors und wurde dann vom kleinen niederländischen Sportwagenbauer Spyker übernommen. Ende 2011 beantragte Saab Insolvenz. Mitte 2012 ging die Marke an das chinesisch-japanische Konsortium. Im Dezember 2013 rollten im schwedischen Trollhättan wieder die ersten Autos vom Band. Ein halbes Jahr später stand die Produktion wieder still.

Saab-Auktion 2013

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