Vollsperrung auf der A2  Sonntag 19. Juli 2009

Massenunfall auf der A2

— 20.07.2009

Drama auf der Autobahn

Bei einer ganzen Serie von Massenkarambolagen auf der A2 bei Braunschweig wurden 21 Menschen schwer verletzt, 259 Autos sind teilweise schrottreif. Vollsperrung, sechs Stunden Stillstand bis in die Nacht.

(dpa/sb) Bei einer Serie von Massenkarambolagen auf der Autobahn 2 sind in Niedersachsen am Sonntagabend (19. Juli) 66 Personen verletzt worden. Zehn von ihnen kämpfen um ihr Leben. 21 Menschen erlitten schwere Verletzungen. Insgesamt waren nach Polizeiangaben 259 Autos in die Unfälle verwickelt – die Autobahnpolizei Braunschweig sprach von der größten Karambolage, die es bisher in ihrem Bereich gegeben hat. Die Aufräumarbeiten dauerten am Montagmorgen noch an. Zu der Unfallserie kam es, als bei starkem Regen und anschließend tiefstehender Sonne viele Fahrer die Kontrolle über ihre Autos verloren.

Sechs Stunden Stillstand

Nach mehreren Stunden Stillstand versuchten viele Stauopfer zu schlafen – wie auch die Freundin von autobild.de-Mitarbeiter Alexander Reinhardt.

Die erste Kollision gab es bei Hämelerwald in Richtung Hannover. Dann folgten eine Vielzahl von kleineren und größeren Unfällen: In rund zwei Stunden krachte es auf einer Strecke von etwa 30 Kilometern zwischen Lehrte bei Hannover und Braunschweig immer wieder. autobild.de-Mitarbeiter Alexander Reinhardt hatte Glück im Unglück: "Von jetzt auf gleich kam ein Platzregen, dazu konnten wir wegen der tiefstehenden Sonne nichts mehr sehen. Hinter einem Lkw kamen wir nach einer Vollbremsung gerade so noch zum stehen", berichtet er. Er und seine Freundin seien danach noch an sieben Unfällen mit jeweils vier Fahrzeugen vorbei gefahren, allesamt mit Blechschäden. Dann war völliger Stillstand für sechs Stunden.

Keine Informationen für die Menschen im Stau

Ein Grund für die Vielzahl der Beteiligten war nach erster Einschätzung der Polizei auch, dass viele Fahrer bei dem schlechten Wetter zu schnell unterwegs waren und zu wenig Abstand zum Vordermann hielten. Die tiefstehende Sonne behinderte die Sicht erheblich, sagte ein Sprecher der Braunschweiger Autobahnpolizei. Alexander Reinhardt: "Es ging alles blitzschnell, wir hatten keine Chance, anders zu reagieren." Die A2 wurde an mehreren Stellen voll gesperrt. Der Verkehr wurde umgeleitet, es gab kilometerlange Staus. Zwischen Braunschweig-Nord und Watenbüttel hatten die Helfer auch am Montagmorgen noch mit den Aufräumarbeiten zu tun. Der Abschnitt zwischen Watenbüttel und Hämelerwald war hingegen wieder freigegeben.

1,5 Millionen Euro Sachschaden

Insgesamt rund 340 Helfer der Feuerwehr und der Rettungsdienste waren im Einsatz. Die Verletzten wurden auf mehrere Krankenhäuser in der Region verteilt. Nach einigen Stunden kam es laut Reinhardt zu einem regelrechten Massentourismus zu einem Schnellrestaurant in der Nähe, viele Autobesitzer ließen ihre Fahrzeuge einfach stehen. Der Pechvogel verbrachte sogar die ersten 45 Minuten seines Geburtstages im Stau. "Gegen 0.45 Uhr kamen Polizeiwagen. Wir mussten auf der Autobahn wenden und wurden von der Autobahn abgeleitet. Vorher wussten wir nicht, was los war und wie lange es dauern würde", erzählt der autobild.de-Mitarbeiter. Die genaue Rekonstruktion des Unfallhergangs wird nun zu einem Puzzlespiel für die Polizei: "Wir müssen alle Daten über Verletzte und abgeschleppte Fahrzeuge einzeln zusammensuchen. Das wird mindestens bis mittags dauern", sagte einer der Ermittlungsleiter. Der Sachschaden wird nach ersten Schätzungen auf rund 1,5 Millionen Euro beziffert.

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