Mazda 929 (1981-1992)

Gebrauchtwagen Mazda 929 Gebrauchtwagen Mazda 929

Mazda 929 (1981-1992)

— 25.02.2002

Eine seltene Marke

..und deshalb von Kennern gesucht. Zwar wird ein Mazda 929 nie zur blauen Mauritius - die Summe seiner Qualitäten aber macht ihn wertvoll.

Ausstattung und Antrieb

Japan ist weit, die Entscheidungen des dortigen Managements sind für uns oft unverständlich. Da hat Mazda mit dem 929 eine logisch in die hauseigene Typkürzel-Tradition passende große Limousine. Doch was taten die Manager im Juni 92? Sie radierten 929 einfach aus und schrieben von nun an Xedos auf ihre Topmodelle. Möglich, daß mit dieser Radikalkur das spießige Image verschwinden sollte.

Denn seit seinem Erscheinen im Februar 77 bot der 929 kaum mehr als braves Japan-Barock. Plüsch und Plastik innen, außen krümmte sich Chrom: mal als Mercedeskühler-Kopie, mal der US-Rechteck- Doppelscheinwerfer-Mode folgend. Technisch boten die 929 Magerkost: Starrachse und Blattfedern hinten sprechen für Anspruchslosigkeit auch hier. Was sich im Alltag aber durchaus auszahlte. Die Modelle der späten 70er und frühen 80er begründeten den Ruf der nahezu unendlichen Mazda-Zuverlässigkeit.

Vor nunmehr zwölf Jahren aber kam Unruhe in die Leverkusener Importeurs-Zentrale: Der neue 929 absolvierte getarnt viele Tests auf europäischen Straßen. Das japanische Management schien die Zeichen der Zeit begriffen zu haben: Ein Auto, das in Europa erfolgreich sein soll, muß auch auf die hiesigen Verhältnisse abgestimmt werden. Und mehr bieten als nur starre Achsen... Im Frühjahr 87 war es dann soweit: Der neue 929 besaß ein aufwendiges Fahrwerk mit DeDion-Hinterachse, die Top-Motorisierung lieferte gar ein nagelneu konstruierter Dreiliter-V6 mit bis zu 190 PS. Das reichte für 220 Spitze - die Hackordnung auf der linken Spur mußte neu geschrieben werden.

Fahrwerk und Technik

Doch bei aller Technik-Freude: Diesmal hatten die Formgestalter wohl Angst vor der eigenen Courage bekommen. Nur nicht auffallen, hieß ihre Design-Devise. Hinzu kam ein Totensonntag - Farbprogramm, das zu Aschenputtel, aber nicht zu Autos paßte. Damit aber erschöpft sich die Kritik. Gelegenheit für den Auto Bild-Lesertester Peter Stobbe, seinen 929 vorzustellen: Im Juni 88 wurde der Wagen erstmals zugelassen, der Tacho steht jetzt schon auf 235.000 km. Als er bei der Mazda-Werkstatt anrollt, säuselt die Maschine, als sei sie frisch vom Band gelaufen.

Kein Qualmwölkchen entfleucht dem Auspuff - Ölverbrauch gleich Null, sagt der stolze Stobbe. Wir wollen unter die Haube schauen. Was macht Mazda-Meister Eduard Baumgartner jetzt? Er greift zu einem abgesägten Besenstiel und stützt damit die offene Klappe. Unsere schließt sich erst wieder, als er erklärt: "Die beiden Gasfedern werden mit der Zeit so schlapp, daß die Haube manchmal überraschend durchsackt. Und das kann schmerzhaft werden."

Was sonst noch zu vermelden ist? Mit Vector-Ganzjahresreifen hat Peter Stobbe die besten Erfahrungen gesammelt: "Bei vernünftiger Fahrweise halten die fast 80.000 km." Daß sich noch die ersten Dämpfer (kein Tröpfchen ölfeucht) unter dem Wagen befinden, macht sich beim Fahren kaum bemerkbar; denn hinten sind härtere Federn eingebaut. Meister Baumgartner bestätigt: "Die Originalfedern waren viel zu softig." Bleibt die Nachschub-Frage. Das Angebot ist gering, gepflegte Rentner-Fahrzeuge werden immer seltener. Auf jeden Fall Katalysator-Wagen bevorzugen. Die kamen spät (ab 88), denn Japan ist ja weit.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 2/77 Einführung des Mazda Luce in Deutschland als 929 9/81 Neuauflage: Limousine keilförmig karossiert, Coupé mit Klappscheinwerfern. Motoren: 66 kW/90 PS 3/84 Zweilitermotor 74 kW/101 PS. Auf Wunsch Automatik mit Overdrive und Wandlerüberbrückung 10/84 Modellpflege. Justierbare Stoßdämpfer (Coupé), geänderte Armaturentafel 8/86 Der 79 eingeführte robuste Kombi wird eingestellt 4/87 Neue Modellreihe nur noch als viertürige Stufenhecklimousine im Programm

Schwachstellen • Auspuff-Flansch kriegt Vibrationsrisse, da Mazda an Aufhängungen gespart hat • Fensterführungen quellen. Indiz: Scheibe bewegt sich quälend langsam. Kosten: 120 Mark pro Tür • Bremsen haben Seitenschlag Rubbelt es lautstark beim kräftigeren Abbremsen, Scheiben erneuern lassen • Wagenheber-Aufnahmepunkte sind auf dem Wagenheber und der Bedienungsanleitung eingezeichnet. Wurden bzw. werden die Punkte nicht beachtet, gibt es Beulen und Rost • Wischer fällt gelegentlich aus? Nicht das Relais ist defekt, sondern meist die Lenkradschloß-Kontaktplatte • 2,2-Liter-Motor: Ventildeckeldichtung wird hinten porös

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mazda 929 3.0 V6, Baujahr 1989. Wie gut, daß so wenig kaputtgeht - denn die Ersatzteilpreise sind zum Teil sehr deftig.

Fazit und Expertentipp

Fazit "Ich würde grundsätzlich die Variante mit dem 2,2-Liter-Dreiventilmotor (115 oder 128 Kat-PS) empfehlen. Sie paßt am besten zum beruhigenden Charakter dieses 4,90-Meter-Straßenkreuzers. Der Dreiliter-V6 ist mehr was für die Spaßfraktion, schluckt schon mal bis zu 15 Liter Super. Mit seiner Power und dank Heckantrieb eignet sich dieses Modell besonders als Zugfahrzeug. Dabei sollten hinten härtere Federn eingebaut sein. Der Zahnriemen muß alle 100.000 km gewechselt werden. Beim Dreiliter dabei unbedingt die Spann- und Innenlenkrollen austauschen. Das kostet 1500 Mark, muß aber sein. Bleibt zu sagen: Eine anspruchslose Fahrmaschine, die man wirklich seinem besten Freund empfehlen kann." Mazda-Meister Eduard Baumgartner

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