Mazda CX-9 (2016): Fahrbericht

Mazda CX-9 (2016): Fahrbericht

— 25.05.2016

So fährt das große Mazda-SUV

Mazda fährt mit seinem neuen Topmodell CX-9 in die Premium-Liga – zumindest auf dem US-Markt. Der Fahrbericht zeigt: Das SUV hat auch gute Chancen in Europa!

Video: Mazda CX-9 (LA 2015)

Das japanische Crossover-SUV

Auf dem US-Markt ist der Mazda CX-9 seit fast zehn Jahren ein alter Bekannter. Die ab Juli 2016 erhältliche Neuauflage hat bei ähnlichen Dimensionen (5,07 Meter lang) um bis zu 130 Kilogramm abgespeckt. Die größte Gewichtsersparnis geht dabei auf den optionalen Allradantrieb, der nur noch 54 Kilo mehr als der Fronttriebler wiegt (bisher 80 kg) sowie auf den obligatorischen Vierzylinder-Turbomotor, der den bisherigen 3,7-Liter-V6 aus dem Hause Ford ersetzt. Der 2,5 Liter große Vierzylinder leistet dank bis zu 1,2 Bar Turboaufladung 250 PS und ein stimmungsvolles Drehmoment von 420 Nm, das bei niedrigen 2000 Umdrehungen anliegt.
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Die Gewichtsersparnis sorgt für ein deutlich leichtfüßigeres Fortkommen. Insbesondere beim Ansprechverhalten kann der neue Turbomotor überzeugen, der aus niedrigeren Drehzahlen ebenso unspektakulär wie kraftvoll nach oben dreht und den knapp 1,9 Tonnen schweren Allradler engagiert beschleunigt. Die Motorleistung wird über eine gut abgestufte Sechsgang-Automatik an die beiden Antriebsachsen übertragen. Im Normalbetrieb wird ausschließlich die Vorderachse mit Motorleistung versorgt. Melden die Sensoren ein durchdrehendes Rad, werden bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse übertragen. Mazda verspricht für die Allradler einen Normverbrauch von knapp neun Litern Benzin auf 100 Kilometer.

Mazda CX-9 (Detroit 2015): Vorstellung

Der CX-9 ist sehr amerikanisch: komfortabel und recht weich

Die Formensprache wirkt trotz der Größe des CX-9 noch verhältnismäßig sportlich.

Konzipiert wurde der Mazda CX-9 in vorrangig für den US-Markt – und das merkt man seiner komfortablen Gesamtabstimmung auch an. 80 Prozent der jährlich geplanten 50.000 Fahrzeuge sollen in den Vereinigten Staaten verkauft werden. Federn und Dämpfer sind deutlich weicher ausgelegt, als man es von europäischen Mazda-Modellen kennt. Das gilt insbesondere auch für Lenkung und Bremsen. Wenn es ab 2017 mit einem etwaigen Dieselmotor gegebenenfalls auch einen Marktstart in europäischen Ländern wie Deutschland, Österreich und der Schweiz geben sollte, dürfte hier entsprechend nachjustiert werden. "Der Mazda CX-9 ist ein hochinteressantes Auto, um das Mazda-Angebot in Deutschland zu erweitern, sowohl um sich weitere Zielgruppen zu erschließen als auch die Marke zu stärken", sagt Mazda-Geschäftsführer Bernhard Kaplan. "Im Moment sind die Chancen für eine kurzfristige Einführung auf dem deutschen Markt gering, aber wir arbeiten weiter daran und diskutieren intern mögliche Lösungen."

Modernes, schnörkelloses und edel wirkendes Cockpit. Das sieht fast nach Oberklasse aus.

Der aufgeladene Vierzylinder-Direkteinspritzer ist neben dem sehenswerten Design nicht der einzig nennenswerte Unterschied des Neulings zu seinem Vorgänger. Ebenso wie das Außendesign hat gerade der Innenraum einen Sprung in ein neues Mazda-Zeitalter gemacht. Griffiges Leder, wertige Bedienmodule und echte Hölzer verbreiten ein edles Ambiente und lassen die Premiumkonkurrenz erstmals ernsthaft nach Hiroshima blicken. Der CX-9 ist dabei der erste Mazda, der über ein echtes Head-up-Display verfügt und die wenig gelungene Variante mit der herausfahrbaren Plastikscheibe vergessen macht. Hier werden Informationen wie Geschwindigkeit, Tempolimit oder Routenführung direkt ins Blickfeld des Fahrers auf die Windschutzscheibe projiziert. Für Sicherheit sorgen technische Features wie Abstandstempomat, Spurhalte- und Totwinkelassistent. Angenehm: die gute Geräuschdämmung – auch dank des serienmäßigen Dämmglases. Akustisch bietet der 2,5 Liter große Vierzylinder jedoch ohnehin wenig Hörbares.

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Sieben Sitzplätze, über 2000 Liter Ladevolumen

Die zwei hinteren Sitzreihen klappen in den Fahrzeugboden, sodass eine Ebene entsteht.

Das Platzangebot im Mazda CX-9 überzeugt. Wie in der amerikanischen Fünf-Meter-Plus-Liga üblich, kommt das große SUV optional mit drei Sitzreihen. Vorne und im Fond sitzt es sich auch auf längeren Strecken bequem, obwohl die Sitze über mehr Oberschenkelauflage und einen größeren Verstellbereich verfügen könnten. Der Beifahrersitz lässt sich in der Höhe überhaupt nicht anpassen. Aus dem ebenen Ladeboden lassen sich zwei weitere Notsitze ausklappen, wo zumindest Kinder eine ausreichend dimensionierte Sitzgelegenheit finden. Werden alle fünf Fondsitze umgelegt, vergrößert sich das Ladevolumen von 407 auf 2016 Liter. Serienmäßig sind neben einem kompletten Sicherheitspaket, Notbremsassistent oder schlüssellosem Zugang unter anderem LED-Scheinwerfer und ein Achtzoll-Touchscreen inklusive Navigationssystem und Musikdiensten an Bord. Optional gibt es je nach Ausstattungsvariante (Sport, Touring, Grand Touring, Signature) beheizte Nappaledersitze, 20-Zoll-Alufelgen, Bose-Sound, eine elektrische Heckklappe oder das farbige Head-up-Display.

Mazda CX-9 (2016): Fahrbericht

Marktstart ist im Juli 2016

Im Juli 2016 kommt der Mazda CX-9 als neues Aushängeschild der Japaner erst einmal in Nordamerika auf den Markt. Die mäßig ausgestattete Basisversion Sport mit Frontantrieb startet bei mindestens 31.520 Dollar (ca. 28.000 Euro). In Europa dürfte wohl nur der komplett ausgestattete Mazda CX-9 Signature AWD eine Chance haben, er kostet mindestens 44.015 Dollar (39.200 Euro). Die Chancen auf einen Import nach Europa stehen insbesondere dann nicht schlecht, wenn die Japaner ihren 2,2-Liter-Commonrail-Diesel erstarken lassen. Der Vierzylinder leistet im Mazda 6 aktuell 175 PS. Vom Vorgänger des CX-9 wurde eine Kleinserie von jeweils 100 Fahrzeugen in Deutschland und der Schweiz angeboten – die waren im Nu vergriffen. Wenn das keine guten Vorzeichen sind.
Technische Daten Mazda CX-9 2.5 T AWD
Länge / Breite / Höhe: 5,07 / 1,97 / 1,75 m; Radstand: 2,93 m; Hubraum: 2488 ccm; Motor: Vierzylinder mit Turboaufladung; Leistung: 184 kW / 250 PS bei 5000 U/Min; Max. Drehmoment: 420 Nm bei 2000 U/min; Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h (abgeregelt). Verbrauch: ca. 9 Liter Super; Gewicht: 1838 kg; Ladevolumen: 407 – 2016 Liter; Tankvolumen: 72 Liter; USA-Preis: 31.520 – 44.015 Dollar.

Autor: Stefan Grundhoff

Stichworte:

SUV

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