Mazda MX-5 (1998-2005)

Gebrauchtwagen Mazda MX-5 Gebrauchtwagen Mazda MX-5

Mazda MX-5 (1998-2005)

— 20.05.2005

Klassiker mit kleinen Fehlern

Die Japan-Kopie des Lotus Elan ist längst selbst Kult. Der MX-5 kombiniert Fahrspaß und Zuverlässigkeit meist bis ins hohe Alter.

Qualität und Karosserie

"Weißt du nicht ein gutes, preiswertes Auto für mich?" – Redakteure, die sich mit Gebrauchtwagen beschäftigen, hören diese Frage von Kollegen fast jeden Tag. Deshalb hier die Antwort: Kein Kleinwagen mit Dieselmotor, kein millionenfach verkaufter Kompakter und auch kein kugeliges Minimalmobil. Nehmt lieber einen Mazda MX-5. Denn dieser Roadster verbindet wie kein zweiter den geringen Wertverlust eines Cabrios mit der Zuverlässigkeit japanischer Großserienfahrzeuge. Und weil auch die Versicherungsprämien im grünen Bereich liegen, stehen unterm Strich sehr günstige Betriebskosten – den Frischluftspaß gibt´s gratis dazu.

Natürlich verlangt ein MX-5 im Alltag gewisse Zugeständnisse. Etwa beim Einkaufen, denn mit einer Getränkekiste im Kofferraum geht der Deckel nicht mehr zu. Weshalb in vielen Fällen ein Gepäckträger darauf montiert wurde – und wir jetzt zu den wenigen möglichen Mängeln des MX-5 kommen: Oft ist der Träger dilettantisch angebracht, was zu Rost am Deckel oder an den Seitenteilen führt.

Auch untenrum ist der Spaß-Mazda nicht gegen Rost immun, der TÜV verzeichnet für sieben- und neunjährige Exemplare gar erhöhte Gammelquoten. Nehmen wir dann noch die gelegentlich ungleich oder ungenügend ziehende Handbremse hinzu, sind die TÜV-relevanten Mängel bereits aufgezählt.

Getriebe und Motor

Bei den Modellen vor Frühjahr 1998 kommen allerdings noch die charakteristischen Klappscheinwerfer hinzu, die zum Zittern neigen und schwer einzustellen sind. Von diesem Ur-MX-5, der bereits 1989 unter dem Namen Miata in den USA vorgestellt wurde, sind auch einige Getriebeschäden bekannt. Heulende Geräusche und Kratzen beim schnellen Schalten sind die Vorboten dieses Defekts.

Bei späteren Modellen sind die Zahnradschachteln in dieser Hinsicht unauffällig, allerdings ist deren Schaltung – besonders bei den Sechsgang- Ausführungen – längst nicht so präzise. Von den Motoren sind übrigens fast keine technische Gebrechen bekannt. Selbst der Zahnriemen – sonst immer für böse Überraschungen gut – läuft im MX-5 mustergültig.

Nach höheren Kilometerleistungen kommt es allerdings häufiger zu durchgebrannten Zylinderkopfdichtungen. Dabei kann es sich jedoch auch um Folgeschäden von Überhitzungen mangels Kühlwasser handeln. Das verschwindet gelegentlich durch undichte Pumpen, manchmal hat es auch ein Marder auf die Schläuche abgesehen. Und speziell beim Baujahr 1997 gibt es Probleme mit den elektrischen Kühlerlüftern, deren Versagen ähnliche Folgen hat.

Verdeck und Ausstattung

Eher zuviel als zuwenig Wasser findet sich im MX-5, wenn das Verdeck undicht ist. Je nach Pflegeaufwand der Vorbesitzer liegt seine Lebensdauer zwischen drei und zehn Jahren. Ersatz ist teuer, allein für den Wechsel der Dachhaut berechnet Mazda fast 1160 Euro. Ist auch das Gestänge austauschreif, kommen weitere 1000 Euro dazu. Versierte Autosattler erledigen diese Arbeit allerdings für weniger als die Hälfte, trotzdem kann ein löchriges Dach die Kostenbilanz des MX-5 gründlich verhageln.

Modelle bis Anfang 1998 hatten obendrein eine Heckscheibe aus flexiblem Kunststoff. Die wird schnell blind und neigt zum Brechen, Ersatz kostet nach Liste ebenfalls rund 450 Euro. Schon aus diesem Grund ist ein jüngeres Fahrzeug die bessere Wahl, außerdem punktet der 98er-Jahrgang mit serienmäßigem ABS, einem Pärchen Airbags und verbessertem Crashverhalten.

Dagegen spricht nur das höhere Gewicht – rund einen Zentner legte der MX-5 damals zu. Beim Fahren sind die Kilos aber kaum zu spüren, das wieselige Kurvenverhalten und die unglaubliche Präzision der Lenkung eint beide Generationen. Und sorgen in Verbindungen mit den agilen und sparsamen Motoren für einen Fahrspaß, den viele Cabrios für Besserverdienende in dieser Reinheit nicht zu bieten vermögen. So ein Auto empfiehlt der Gebrauchtwagenredakteur seinen Kollegen – und natürlich auch allen Lesern.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 2/89 Debüt des MX-5 auf der Chicago Motor Show 5/90 Deutschlandpremiere mit 1,6-Liter-16-Ventiler, 115 PS 2/94 Modellpflege, zusätzlicher 1,9-l-Motor, 131 PS 3/95 Neuer Basismotor mit 90 PS, ABS und Fahrerairbag Serie 4/98 Modellwechsel, Entfall der Klappscheinwerfer, Motoren nun mit 1,6 l, 110 PS, und 1,9 l, 140 PS. ABS und Doppelairbag 12/00 Modellpflege, 1,9-Liter nun mit 146 PS, auch Automatik lieferbar (dann 139 PS) 4/05 Präsentation des Nachfolgers, Einführung Ende 2005

Schwachstellen Lichtmaschine und Batterie sind in aller Regel verantwortlich, wenn es mal zu den seltenen Startproblemen kommt. Zylinderkopfdichtung brennt vor allem bei MX-5 der ersten Generation durch. Kühlerlüfter versagen vor allem beim Baujahr 1997, teure Überhitzungsschäden können die Folge sein. Wasserpumpe leckt gelegentlich. Kraftstoffpumpe fällt in Einzelfällen aus, mitunter ist auch das Relais schuld. Kupplungshydraulik war vor allem bei der ersten Generation anfällig. Verdeck muß bei jedem Cabrio eingehend geprüft werden, auf Zustand der Dichtleisten, der Dachhaut und klemmende Gestänge achten

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mazda MX-5 1.6i 16V, 81 kW/110 PS, Baujahr 1999. Bei den Teilen langt Mazda ganz schön zu, allerdings beinhaltet der Scheinwerfer auch den Blinker. Teuer: der Wechsel des Verdeckbezugs – 1160 Euro.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Der MX-5 gehört zu den besonders soliden sportlichen Cabriolets, Mängel treten nur in sehr geringem Umfang auf. Zum Beispiel an den Klappscheinwerfern der fr.üheren Modelle. Auch die Handbremsen ziehen schon mal ungleichmäßig. Ab dem siebten Jahr ist auch Rost nicht ausgeschlossen, dessen Quote gar den Durchschnittswert aller geprüften Fahrzeuge leicht übersteigt. Zum Ausgleich gibt es Lob für die standfesten Bremsen." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Mazda MX-5 1.6i 16V (81 kW/110 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 117 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: 8,2 Liter. Werksangabe: 8,1 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (21/500 Euro SB): 859 Euro. Teilkasko (22/150 Euro SB): 175 Euro. Haftpflicht (13): 511 Euro (Basis: R&V-Jahrestarife für Regionalklasse Hamburg, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 200 bis 450 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 32 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 800 Euro Verlust

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.