Mazda MX-5 Open Race

Mazda MX-5 Open Race

— 19.02.2010

Tim Mälzer mit Vollgas

Pech gehabt, Schumi: Der Saisonauftakt fand ohne dich statt. 150 Piloten aus ganz Europa gingen in Italien beim ersten Mazda MX-5 Open Race an den Start. Fürs AUTO BILD-Team hinterm Steuer: Leserin Anita Allmann und Starkoch Tim Mälzer.

Tim war der Schnellste. Direkte Augenzeugen dafür gab es zwar keine, doch Dellen lügen nicht. Schon nach rekordverdächtigen zwei Minuten beendete Tim Mälzer, Meister aller Töpfe, per heftigem Leitplanken-Knutscher das freie Training. Feierabend, Küche geschlossen. Mit zerknittertem Blick und deutlich kalt verformtem Roadster rollte er kleinlaut zurück an die Box. Es handele sich hier "um eine Verkettung unglücklicher Umstände", lächelte der sympathische Hamburger mit seinem typischen Lausbubgrinsen den spontanen Abbiegevorgang einfach weg. "Ich bin eben eher Theoretiker", entschuldigte sich Deutschlands schnellster Koch bei seinen Teamkameraden. Dumm gelaufen. Hätte aber auch jedem anderen passieren können. Denn bei Dauerregen hatte der Adria International Race Way bei Padua längst das Gripniveau einer alten Bananenschale.

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Mälzers Malheur bedeutete fürs fünfköpfige AUTO BILD-Team das vorzeitige Ende der Trainingssession, also kein Qualifying, letzter Startplatz fürs morgige Rennen – und zudem eine Nachtschicht für Mazdas fleißige Schrauber. Auch wenn das erste MX-5 Open Race im Zeichen von Fahrspaß stehen sollte, nahmen es die rund 150 Piloten aus ganz Europa doch erstaunlich ernst. 29 heißgemachte MX-5, jeder im Nationaltrikot der jeweiligen Länder lackiert, hatte Mazda nach Italien an den Start gebracht, um in einem vierstündigen Rennen den zwanzigsten Geburtstag des Kultroadsters zu würdigen. Journalisten, Promis, Leser und Profi-Rennfahrer gaben drei Tage lang Gas.

Spitzname "Ferkelpo": AUTO BILD unterwegs im MX-5 mit rosa Hinterteil

Benzin im Blut, Schalk im Nacken: Tim Mälzer (l.) mit "Gegner" Ralf Bauer.

Mit dabei: Leserin Anita Allmann, die diesen Trip bei AUTO BILD gewonnen hatte. "Ein absoluter Traum", so die 32-Jährige aus Reinsfeld. "Ich fahre selbst einen MX-5, deshalb habe ich mich tierisch auf dieses Event gefreut." Das änderte sich auch nicht, als der Start immer näher rückte. "Ich hab’ zwar ein bisschen Bammel, bin ja noch nie ein Rennen gefahren", gab Anita zu, "aber Tims Abflug hat mir irgendwie den Druck genommen – das kann ich auch." Realistisch gesehen konnte ohnehin nicht viel mehr als ein Platz im hinteren Drittel rausspringen. Dafür hatten die anderen Länder ihre Teams zu sehr mit Profi-Racern verstärkt. Das bekam gleich mal AUTO BILD-Fahrer Mirko Menke zu spüren. Null Chance, auf dem immer noch nassen Kurs den anderen zu folgen.

Selbst der Umstand, dass wir mit der Lackierung des SOS-Kinderdorfes fuhren, hinderte die anderen nicht daran, uns respektlos um die Ohren zu pfeifen. Unser MX-5 – wegen seines rosa Hinterns auf den Namen Ferkelpo getauft – trieb das gesamte Feld "gnadenlos vor sich her", so Mälzers Galgenhumor. Drei Fahrerwechsel später schien der letzte Platz zementiert. Dann kam Tim. Die Piste war jetzt fast trocken und Mälzer extrem motiviert. Sein Unternehmen "Wiedergutmachung" kannte nur einen Gegner: die Engländer, waren sie doch das einzige Team, das noch in Schlagweite fuhr. Und tatsächlich, nur wenige Meter vor der Ziellinie schnappte sich unser Ferkelpo den Stolz der Briten. Und da sage noch einer, der Mälzer koche auch nur mit Wasser.

Autor: Tomas Hirschberger

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