Fahrbericht Mazda MX-5 (2019)

Mazda MX-5 RF (2019): Test

Erste Ausfahrt im renovierten Roadster

Facelift mag selbst Mazda es nicht nennen: Der MX-5 geht mit stärkeren und saubereren Motoren ins neue Modelljahr. Ein Fahrbericht.
Der Boom im Roadster-Segment scheint ziemlich vorbei zu sein. Viele Modellreihen gibt es nicht mehr, und die übrig gebliebenen haben sich in Kooperationen gerettet, um Entwicklungskosten zu sparen. Toyota und BMW setzen ihre neuen Roadster auf eine gemeinsame Basis, Mazda und Fiat ebenso. Und entsprechend verhalten sind die Weiterentwicklungen. Von "Facelift" etwa mag Mazda bei der vierten Generation des MX-5, die September 2015 auf den Markt kam, denn auch gar nicht reden – eher vom "Modelljahr 2019".

Nur bei der großen Maschine gibt es spürbar mehr Dampf

Deutliches Leistungsplus: Der Zweiliter-Vierzylinder kommt jetzt auf 184 PS – 24 mehr als bisher.

Am meisten geändert hat sich noch unter der langen Motorhaube. Nach wie vor wird der MX-5 zwar mit nur zwei Benzinaggregaten angeboten, doch der 1,5-Liter-Vierzylinder wurde ebenso optimiert wie der 2,0-Liter-Motor. Beide schaffen nun auch ohne Partikelfilter die Abgasnormen Euro 6d-TEMP und beide haben ein paar Pferdchen mehr: Der Zweiliter bringt es auf 135 kW/184 PS (ein Plus von 24 PS). Beim kleineren Aggregat fiel der Zuwachs deutlich bescheidener aus: Statt 131 mobilisiert er nun 132 PS – eine Marginalie. Immerhin ist die Kraftkur beim Großen deutlich spürbar: Den Standardsprint erledigt der nun in 6,5 Sekunden, also eine knappe Sekunde schneller als bisher. Dazu trägt allerdings nicht nur die Motorleistung bei, sondern auch das geringere Gewicht, das die Maschine zu bewegen hat. Laut Mazda ist der aktuelle MX-5 leichter als alle seine Vorgänger und bleibt mit 986 Kilogramm unter der Ein-Tonnen-Grenze. Packt man allerdings ein wenig Komfort mit rein, die 6-Gang-Automatik und das Hardtop des RF, kommt da doch noch ein wenig Gewicht dazu – über 1120 Kilogramm geht es aber auch dann nicht.

Auch im Modelljahr 2019 ist der MX-5 ein Spaßgerät

Dynamiker: Puristischen Fahrspaß gibt es reichlich beim kleinen Japaner – wenn man nicht zu groß ist.

All das sorgt dafür, dass der Mazda MX-5 sein Spaßmacher-Potenzial nach wie vor voll ausschöpft. Er zieht prächtig ab, sobald man Gas gibt, zirkelt präzise durch Kurven und schwänzelt allenfalls mal mit dem Heck, wenn es ein wenig zu schnell wird – die Elektronik weiß das aber zuverlässig zu parieren. Die Lenkung ist präzise und stimmig, genügend Rückmeldung von der Straße gibt es übers Lenkrad und das Hinterteil des Fahrers. Die Handschaltung ist knackig, auch die optionale 6-Gang-Wandlerautomatik passt überraschend gut zum MX-5: genaue Schaltpunkte, so gut wie keine Unterbrechung im Vortrieb – und beim Herunterschalten sogar Zwischengas. Wobei es sich Mazda glücklicherweise verkniffen hat, künstliche Zündaussetzer einzustreuen. Den Verbrauch für den MX-5 mit 184 PS gibt Mazda mit 6,9 Liter auf 100 Kilometer an. Ja, auch das macht spätestens an der Tankstelle richtig Spaß.
Alles gut also? Nicht ganz. Zeitgenossen über 1,75 Meter Körpergröße haben Mühe, sich in den engen und kurzen Innenraum zu zwängen. Auf der Fahrerseite geht es gerade noch, zumal sich das Lenkrad nun nicht nur in der Neigung, sondern auch in der Tiefe verstellen lässt. Aber auf dem Beifahrersitz möchte man im MX-5 nicht unbedingt von München nach Hamburg fahren. Zusätzlich verengt die Ausbuchtung des Getriebes den Fußraum auf der Beifahrerseite empfindlich, und der Hebel der Handbremse drückt auf die Oberschenkel.

Tempomat und Spurwechselassistent kommen an Bord

Mehr Komfort: Mit dem neuen Modell gibt es jetzt auch elektronische Helfer im MX-5.

Natürlich gibt es auch nach der Modellpflege weiterhin kaum Ablagen oder Stauraum. Der Kofferraum schluckt maximal 130 Liter, den Warndreieck, Erste-Hilfe-Kasten etc. schon fast für sich benötigen. Ein Handschuhfach gibt es nicht, unter die kleine Klappe auf der Mittelkonsole passen allenfalls der Autoschlüssel und zwei Päckchen Taschentücher, das verschließbare Klappfach hinter den Sitzen ist mit Geldbeutel und ein paar Broschüren schon voll. Ablagen in den Türen? Fehlanzeige. Mitunter bietet der MX-5 ein wenig viel an Purismus. Dafür hat Mazda ihm jetzt allerdings ein paar elektronische Helferlein spendiert. So lassen sich Smartphones über Apple CarPlay oder Android Auto einbinden, es gibt einen Tempomaten, Ausparkhilfe, Spurwechselassistent, dynamisches Kurvenlicht, City-Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung.
Bei den Preisen hat sich nicht viel verändert. Das Basismodell mit Stoffdach, Handschaltung und 132 PS ist nach wie vor ab 22.990 Euro zu haben. Die 184 PS starke Hardtop-Version mit Automatik gibt es ab 34.490 Euro.

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