Sitzprobe Mazda MX-5

Mazda MX-5: Sitzprobe

— 03.09.2014

So sitzt es sich im neuen MX-5

Mit altbekannten Tugenden geht der Mazda MX-5 in die vierte Generation. Wir haben in Japans knackigstem Roadster schon mal Platz genommen.

Video: Mazda MX-5 (2015)

Erster Eindruck vom neuen Mazda MX-5

Das passte so gar nicht, was Mazda da vor 25 Jahren gemacht hat. Ausgerechnet Mazda! Der spröde Japaner, der sich bei uns mit so mutigen Kisten wie 626 oder 929 einen Dauerparkplatz in der Spießerecke redlich verdient hatte. Und dann kam dieser Frontalangriff auf das Lustzentrum. Zack – aus dem Nichts. Mazda (ausgerechnet Mazda!) stellt im Februar 1989 auf der Chicago Motor Show einen kleinen Roadster vor, der uns den Atem raubte. In den USA Miata getauft, bei uns MX-5. Zwei Sitze, Klappscheinwerfer. 970 Kilo leicht, knapp vier Meter kurz, Heckantrieb, Simpelverdeck, ideale 50:50-Gewichtsverteilung. Ein Spaßvogel, der allen die Nase zeigte: Ja, so einfach und unverkopft kann Fahrspaß sein.

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Auch in vierter Generation bleibt der MX-5 sich treu

Eine Ikone, gekonnt modernisiert: Der neue Mazda MX-5 ist auf den ersten Blick zu erkennen.

Schnitt. Anfang September 2014, wir sind in Barcelona. Längst ist der MX-5 der erfolgreichste  zweisitzige Sportwagen der Welt. Mit der Bürde von über 940.000 Verkäufen zeigt Mazda heute die vierte Generation ihrer Roadster-Kopie, die längst selber zum Original geworden ist. Und plötzlich ist Mazda in dieser Zwickmühle. Wie modernisiert man eigentlich eine Ikone und bleibt sich selber treu? Mini hatte dieses Problem, VW mit dem Käfer, Porsche mit dem Elfer sowieso. Tusch, Tuch runter. Bravo. Passt! Ja klar, so musste er aussehen. Mit Fingerspitzengefühl hat das Team um Chefdesigner Ikuo Maeda den Klassiker runderneuert. Auf den ersten Blick als MX-5 zu erkennen, ist er doch komplett anders. Männlicher wirkt er, nicht mehr so verspielt, ernsthafter, erwachsener. Und das, obwohl der neue zehn Zentimeter kürzer als der Vorgänger (Intern NC genannt) ist. Alle anderen Dimensionen bleiben annähernd gleich. Inklusive Kofferraumvolumen. Auffällig sparsam goss Meada diesmal sein sonst eher expressives Kodo-Design über den kleinen Roadster-Körper. Und das steht dem MX-5 ausgezeichnet.
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Bei der Ausstattung bleiben kaum Wünsche unerfüllt

Alles drin, alles dran: In Sachen Assistenzsysteme hat Mazda den MX-5 ordentlich aufgerüstet.

Die Front mit kleinen Voll-LED-Scheinwerfern filigraner, die Schultern weniger aufgepumpt. Die Rückleuchten erinnern uns an den Jaguar XK oder an die Alfa Giulia, die Proportionen an den BMW Z4. Warum Maeda dem MX-5 aber eine derart plumpe Antenne im Stil der Achtziger auf den Popo gepflanzt hat, bleibt wohl sein Geheimnis. Trotzdem, wer nicht ganz abgestumpft ist, kann sich schon jetzt lebhaft ausmalen, wie dieser Pulsbeschleuniger später mal über jede unschuldige kleine Kurve herfällt. Mehr als 100 Kilo leichter als bisher soll er sein (Hauben und vordere Kotflügel sind aus Alu), also deutlich unter 1000 Kilo. Der Schwerpunkt wurde noch weiter nach unten verlagert, Motor und Getriebe rückten noch ein Stück weiter nach hinten. Das soll für ein geringeres Giermoment sorgen. Heißt: schnelleres Einlenken, direktere Reaktionen. Spaß ohne Ende. Erstaunlich ist die Gewichtsreduzierung vor allem angesichts der ganzen Technik, die jetzt an Bord ist. Vier Airbags, ABS und ESP sowieso, dazu jede Menge Assistenzsysteme wie Spurwechsel- und Spurhalteassistenten, City-Notbremssystem, Fernlichtassistent und ein zeitgemäßes Infotainment-Paket mit zentralem Touch-Screen-Bildschirm oben auf dem Armaturenbrett.

Das Dach bleibt so simpel, wie es ein Roadster verdient hat

Gewohnt einfach: Das Stoffdach lässt sich spielend leicht mit einer Hand öffnen und schließen.

Simpel – oder besser authentisch – bleibt der Roadster dort, wo wir es erwarten. Das ungefütterte Verdeck lässt sich weiterhin mit zwei Fingern in Sekundenschnelle vom Fahrersitz aus öffnen und schließen. Immer manuell, nie elektrisch (später soll es wohl auch wieder eine Version mit klappbarem Hardtop geben). Da sich die Stoffhaube hinten ganz flach macht und arretiert, braucht man übrigens keine Verdeckabdeckung mehr. Natürlich sind in den Innenraum etwas Modernität und ein paar Weichspüler eingezogen, inklusive drehbarem Multicommander in der Mittelkonsole, etwas Digitalklimbim im Cockpit und einem mechanischen Windschott. Dafür hockt man nun noch ein Stückchen tiefer in den kommoden Sitzen, noch näher am Asphalt. Den bespielen ab September 2015 (ja, ein ganzes Jahr müssen wir noch warten ...) zwei Sky-Active-Benziner, 1,5 und zwei Liter Hubraum, 130 und 160 PS. Jeweils gefühlsecht verkuppelt mit einem manuellen Sechs-Gang-Getriebe. Preise nennen die Japaner jetzt noch nicht. Mehr als 24.500 Euro dürfte Mazda aber nicht aufrufen. Ein teurer Spaß war der MX-5 schließlich noch nie, in all den wilden 25 Jahren.
 

Autor: Tomas Hirschberger

Stichworte:

Roadster

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