Bilder: Unterwegs im Mazda Takeri

Mazda Takeri: Fahrbericht

— 27.02.2012

So schön kann 6 sein

Mittelklasse. Und dann noch von Mazda. Da galt bisher: zuverlässig, aber eher langweilig. Mit dem nächsten 6er Ende 2012 wird das anders – verspricht die Studie Takeri

In Japan gelten die Eins, die Drei und die Acht als Glückszahlen. Und eigentlich müsste auch die Sechs in diese Reihe gehören – zumindest aus automobiler Sicht. Denn der Mazda 6 ist (wie schon sein Vorgänger 626) eines der echten Erfolgsmodelle aus Fernost. Als die brave Limousine bei uns 2002 startete, kletterte sie ruck, zuck auf fast fünf Prozent Anteil in der Mittelklasse. Das aktuelle Modell (ab 2008) rangiert in der Hitliste der AUTO BILD-Dauertester immer noch auf Platz eins – ganz ohne Fehler und mit der Note 1+. Doch auf diesen Lorbeeren ausruhen kann Mazda sich nicht. Im letzten Jahr schaffte der 6er nur noch einen Segmentanteil von 1,7 Prozent – ganz klar, die Konkurrenz ist gewachsen und hat aufgeholt. Denken Sie nur an Hyundai und Kia, die mit dem i40 und dem Optima gerade richtig Alarm machen.

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Video: Mazda Takeri

So stark wird der kommende Mazda6

Mazdas Antwort auf diese Herausforderung kommt Ende dieses Jahres – und sie wird nicht nur die Koreaner blass werden lassen. Im letzten Jahr war sie einer der Stars der Tokyo Motor Show. Und jetzt konnten wir in der Nähe von Frankfurt tatsächlich eine erste kleine Testrunde drehen. Bitte steigen Sie mit uns ein in den Mazda Takeri, jene Studie, die einen realistischen Blick auf die Serienversion des nächsten 6ers gestattet – sagt Mazda. Das Design kommt einer Revolution gleich, so als trügen brave Beamte plötzlich Calvin Klein. Scharf geschnittene Scheinwerfer, sexy Silhouette, rassiger Rücken – wann sah eine Mittelklasse aus Japan schon mal so heiß aus? Der Grund liegt in den veränderten Proportionen des Takeri. Mit 4,85 Metern streckt er sich neun Zentimeter länger als der aktuelle 6. Gleichzeitig trägt er sieben Zentimeter breiter auf (1,87 m) und duckt sich einen Zentimeter flacher (1,43 m) – das ergibt draufgängerische Dynamik im Blech und annähernd die Proportionen eines Coupés.

Überblick: Alle News und Tests zu Mazda

Hier lässt sich der Serien-6er nur schwer erahnen: das Cockpit der Studie Takeri.

Weil die Achsen jetzt zudem zehn Zentimeter weiter auseinanderstehen (Radstand 2,83 m), bleiben die Überhänge klein und der Sex-Appeal groß. Letzteres gilt auch für den Innenraum, der allerdings noch reichlich Show-Schminke trägt. Einhellige Meinung der Verantwortlichen: "So kommt das nicht, die Serie wird konventioneller." Wenn wir uns auf Basis der Studie aber ein vernünftiges Großserien-Cockpit denken, nicken wir zufrieden und stellen fest: Passt! Genau wie das Raumkonzept. Vorn genießen wir großzügige Platzverhältnisse, selbst bei meinen 1,97 Metern bleibt alles ent spannt und luftig (das stark abfallende Glasdach der Studie mal ausgenommen). Hinten gewährt der üppige Radstand ebenfalls gemütlichen Sitzkomfort, lange Kerls fühlen sich dem Dachhimmel allerdings näher, als ihnen lieb ist. Zum Fahren verbietet sich jeder weitere Kommentar – der Takeri fährt sich, wie ein Messe-Modell eben so fährt: langsam, unbeholfen und gar nicht verlockend.

Dennoch lässt sich aus den wenigen Metern der Eindruck gewinnen, dass die Macher des Takeri viel Spaß beim Gestalten hatten. Das Cockpit lädt den Fahrer verbindlich ein, ohne ihn einzuengen. Die Sitzposition vermittelt trotz kaum verstellbaren Show-Gestühls guten Kontakt zum Auto. Die Rundumsicht zeigt sich weniger eingeschränkt als befürchtet. Wenn die technischen Inhalte aus dem Sky-Active-Baukasten (sparsame Motoren, neue Getriebe, Start- Stopp, Energierückgewinnung) im Serien-6er das halten, was Design und erster Fahreindruck versprechen, dann wird die 6 demnächst die japanische Superzahl.
Gerald Czajka

Gerald Czajka

Fazit

Schon allein die optischen Qualitäten des kommenden Mazda 6 lassen wenig Zweifel daran, dass er ein großer Erfolg wird. Weil nach dem, was wir bis jetzt erlebt haben, auch die technischen Inhalte und das Raumkonzept stimmen, sind wir uns in diesem Fall ziemlich sicher: 6 sells.

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