Mazda Xedos 6 (1992-1999)

Gebrauchtwagen Mazda Xedos 6 Gebrauchtwagen Mazda Xedos 6

Mazda Xedos 6 (1992-1999)

— 25.02.2002

Eine Blüte im Verborgenen

Als Japan-Jaguar und Nobel-Mazda ging der Xedos 6 an den Start. Doch kaufen wollte ihn keiner. Aber auch ohne Klassen-Image ist die Edel-Ausgabe des 626 gebraucht ein Geheimtipp.

Karosserie und Technik

Mühe allein genügt nicht. Image ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch der Emotionen. Und die weckt nun mal ein bayerischer Dreier, aber kein japanischer Xedos 6. Sieben Jahre kämpften die Mazda-Macher um ihre Marktnische für eine luxuriöse Mittelklasse - vergeblich. Vom Verkaufsziel "1000 im Monat" blieben die Händler mit 250 Exemplaren meilenweit entfernt. Weil auch weltweit kaum Nachfrage bestand, stellten die Konzernherren ihr "Komfortauto" zu Jahresbeginn endgültig ein.

Daran hat das Auto die geringste Schuld. Denn der kleine Xedos hat die typischen Mazda-Qualitäten, ist zuverlässig, solide und langlebig. Auch an unserem 93er Exemplar fand sich kaum ein Mangel. Rost? Dank galvanisierter Bleche findet sich an der Karosse kein Fleckchen. Nur an einigen Schweißpunkten des Rahmens, an Falzen des Achskörpers sowie einzelnen Schrauben verlangt Flugrost nach einer Stahlbürste. Und Rostflecken an der Ölwanne sind eher ein positives Zeichen für völlige Dichtigkeit.

Verschleißanfällig sind eher die Verbindungen der Auspuffanlage. Das alte Lied: Wer dem Wagen nicht gelegentlich auf der Autobahn Feuer unterm Hintern macht, lädt Kondenswasser zum Rostfraß in den Rohren ein. Anfällig ist auch die flexible Manschette hinterm Krümmer. Fazit: Ein solides Auto, das in keinem TÜV- oder Pannenbericht negativ erwähnt wird. Und sonst? Das liest sich in alten Testberichten so: "Design als Volltreffer, aber lange Schaltwege plus Hakeleien beim Zurückschalten" (1992). Platzangebot, Kofferraum und Zuladung weniger als im 626" (1994).

Motor und Fahrwerk

Motor und Getriebe sind nach knapp 65.000 Kilometern staubtrocken, fast fabrikfrisch. Meist wird nach dieser Laufleistung die Ventildeckeldichtung undicht. Zwei Motorisierungen stehen zur Auswahl: ein seidiger V6 mit zwei Litern Hubraum (140/144 PS) und ein kleiner Reihenvierer mit 1,6 Litern (107/113 PS). Der ist zwar drehfreudig und braucht drei Liter Super weniger als der große Bruder (12 Liter), hat aber bei rund 1,6 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht seine Mühe.

Empfehlenswert ist in jedem Fall der kleine Sechszylinder. Der braucht alle 100.000 Kilometer zwei neue Zahnriemen und stört nur gelegentlich durch ein Rasseln am Nockenwellenantrieb der hinteren Zylinderreihe: Eine Tellerfeder soll das Zahnflankenspiel zwischen den Stirnrädern von Ein- und Auslassnockenwelle ausgleichen. Erlahmt die Feder, ist im Leerlauf ein Rasselgeräusch zu hören. Doch damit endet auch schon die Fehlersuche. Festsitzende Bremssättel hinten, rostige Bremsscheiben und knackende Stabigelenke fallen unserem AUTO BILD-Experten noch auf. Typischer Verschleiß nach rund 80.000 Kilometern.

Das reichte unterm Strich nie zum Klassensieg, noch weniger zum Verkaufsrenner. Bedeutet am Gebrauchtwagenmarkt: günstige Preise für ein elegantes Modell mit solider Technik; ABS, Fahrerairbag inklusive. Der Xedos 6 wird so im Nachhinein zu einem Geheimtipp, dessen Qualitäten noch im Verborgenen blühen.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 6/92 Einführung der Limousine (jap. Eunos 500) in Deutschland zunächst nur V6-Motor (2.0i/144 PS), ABS, Kat, Fahrerairbag serienmäßig. Automatik gegen Aufpreis. Basis: 42.970 Mark 2/94 alternative Motorisierung: Reihenvierer(1.6i 16V/113 PS) mit identischer Ausstattung wie Zweiliter ab 36.250 Mark 8/94 modifizierte Motoren: Vierer mit 107 PS, Sechser mit 140 PS 3/95 Wegfahrsperre serienmäßig 8/96 Beifahrerairbag serienmäßig 11/98 nur noch Business- und Exclusiv-Modelle 1/99 Produktionsende nach weltweit rund 70.000 Exemplaren

Schwachstellen • Bremssättel können sich hinten schon mal festsetzen. Auch die Bremsscheiben vorn und hinten verschleißen manchmal recht schnell • Ölverlust am Ventildeckel nach 70.000 Kilometern - eher unschön als gefährlich • Zahnriemen müssen nach 100.000 Kilometern gewechselt werden • Stabigelenke schlagen im Alter aus und machen Knackgeräusche • Steinschlagspuren in der Windschutzscheibe sind überdurchschnittlich oft auszumachen. Der Xedos 6 ist vorn so flach gebaut, dass nicht wie sonst der Lack der Motorhaube, sondern die Scheibe beschädigt wird

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mazda Xedos 6, V6, 103 kW/140 PS, Bj. 1997. Gehobene Mazda-Klasse mit noch höheren Preisen. Schon kleine Rempler kosten richtig viel Geld - eine lackierte Stoßstange hinten z. B. 1600 Mark.

Fazit und Expertentipp

Fazit "Die gehobene Mazda-Klasse mit dem Xedos 6 wird leider verkannt. An der Qualität kann es nicht liegen, denn in der Werkstatt gibt es nur drei verschleißbedingte Auffälligkeiten. Dazu gehört ein typisches Klappergeräusch an der hinteren Zylinderreihe. Ursache ist eine erlahmende Tellerfeder vom Nockenwellenantrieb. Ungefährlich, aber trotz Austausch ist meist nur ein halbes Jahr Ruhe. Auch gelegentlich zu hören: Knackende Stabigelenke machen bei rund 80.000 Kilometern auf sich aufmerksam. Und die Ventildeckel benötigen nach etwa 70.000 Kilometern eine neue Abdichtung. Die bessere Motorisierung ist der laufruhige Zweiliter-V6, der Reihenvierer ist ein bißchen schwach." Kfz-Meister E. Baumgartner, Mazda Pohl, Hamburg

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