Mazda5/Touran/5008: Van-Vergleich
Welcher Van ist der größte Familienfreund?

Kompaktvans im Vergleich: Im ersten Schlagabtausch trifft der neue Mazda5 auf den Peugeot 5008 und den Klassenprimus VW Touran. Bei welchem sollten Familien am Ende einsteigen?
- Uli Holzwarth
Familien brauchen Platz und Variationsmöglichkeiten. Sei es für bis zu sieben Personen oder für Sperriges. Bei Kind und Kegel kommen sie halt besonders zum tragen, die praktischen Vorzüge kompakter Vans. Neu im Angebot in dieser Fahrzeugklasse: der gerade frisch aufgelegte Mazda5, der mit 4,59 Meter Außenlänge die beiden Konkurrenten dieses Vergleichs um mindestens sechs Zentimeter überragt. Nun sind Peugeot 5008 (4,53 Meter) und VW Touran (4,40 Meter) aber alles andere als klein. Vor allem der Wolfsburger glänzt mit innerer Größe bei einem Frachtraum von 1913 Litern, gefolgt von 5008 (1754 Liter). Der Größte im Test kann mit 1485 Litern am wenigsten verpacken.
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Auch beim Interieur könnte der Mazda5 etwas mehr vertragen – Freude nämlich. Wer es gern etwas lebhafter mag, stört sich am Anblick der schwarzen Hartplastik-Landschaft. An Bedienung und Ablesbarkeit gibt es zwar wenig zu kritisieren, die Konkurrenten hinterlassen jedoch einen wertigeren Eindruck. Beim Blech haben sich die Designer mehr Mühe gegeben und dem 5er ein paar flotte Kanten und Wellen ins Blech gebügelt, die ihn eigenständiger auftreten lassen als den Vorgänger. Übernommen hat der Neue die Schiebetüren, sie erleichtern Fond-Passagieren das Einsteigen – und zwar nicht nur in engen Parklücken. Noch immer zu mickrig: die schwach konturierten vorderen Sessel. Beibehalten hat Mazda ebenfalls das ungewöhnliche Konzept als Sechssitzer: In der zweiten Reihe lässt sich das Polster für den mittleren Passagier aus dem linken Sitz herausklappen. Es ist jedoch hart und schmal wie eine Folterbank, auf Dauer nicht mal Kindern zuzumuten. Kleiner Trost: In der dritten Reihe bietet nur der Mazda Personen bis etwa 1,65 Metern halbwegs kommode Mitfahrgelegenheiten.
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Bild: Christian Bittmann
Der Mazda schmeichelt sich bei Komfortliebhabern mit softer Federung und kultiviertem 150-PS-Vierventiler ein. Ohne Turbo-Unterstützung wirkt der Zweiliter bei niedrigen Touren aber blutleer. Soll es flott vorangehen, sind Drehzahlen gefragt. Mitunter muss zum Überholen drei Gänge zurückgeschaltet werden. So viel Hektik passt eigentlich gar nicht zum entspannten Charakter des sanften Riesen, der bei forscher Gangart mit deutlichen Aufbaubewegungen protestiert und Kurven eher behäbig umrundet. Also Tempo raus, das schont Nerven und spart Sprit. Trotz Start-Stopp-Automatik erweist sich das hubraumstärkste Triebwerk nämlich als gieriger Vampir, der das hochoktanige Lebenselixier am genüsslichsten aufsaugt (7,9 Liter).
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Bild: Christian Bittmann
Knapp 1300 Euro billiger ist der Peugeot 5008 155 THP Premium, der Mazda 5 2.0 in Centerline-Ausstattung kostet mit 24.190 Euro am wenigsten. Am Ende bringt der Preisvorteil weder den Franzosen noch den Japaner nach ganz vorne – der VW Touran belegt wie gehabt den obersten Platz auf dem Siegertreppchen.
Fazit
Der Kleinste ist der Größte – mit dem VW Touran gewinnt das ausgewogenste Auto, und zwar mit deutlichem Vorsprung. Größte Schwäche: Besonders variabel ist er nicht. In dieser Hinsicht haben Mazda 5 und Peugeot 5008 mehr zu bieten. Viel Komfort und ein laufruhiger Antrieb sichern dem Mazda 5 letztlich Platz zwei, dicht gefolgt vom ruppigen und engeren Peugeot 5008. Der Franzose kann den Anschluss vor allem dank seines kräftigen Motors halten.
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