Mazda6

Mazda 6 Mazda 6

Mazda6

— 28.02.2002

Starker Start für den 6(26)

Auf der Tokyo Motor Show 2001 überraschten die Japaner mit neuen Ideen. Auch beim mutigen 626-Nachfolger, dem neuen Mazda6.

Mit Vollgas aus der Krise

Die Lage ist ernst. Im November 2001 werden alle japanischen Mazda-Fabriken schon am Donnerstagabend ihre Bänder bremsen. So eine Aktion droht auch im Dezember. Grund: die weltweite Absatzkrise, aber auch langjährige Limousinen-Langeweile. Nur von spannenden Prototypen (RX-8, Sporttourer, Nextourer) kann leider keiner leben. Die Lage ist aber bekanntlich nicht hoffnungslos. Denn endlich bewegt sich was in Hiroshima.

Zum Beispiel der Mazda6, der mutige Nachfolger des gutbürgerlichen 626. Ich durfte ihn auf dem Tsukuba Circuit, einer Rennstrecke rund 100 Kilometer nördlich von Tokyo, erstmals ausgiebig erproben. Netterweise hatten die stolzen Mazda-Mannen auch gleich die wichtigsten Wettbewerber herangekarrt: Audi A4, 3er-BMW, Honda Accord, VW Passat. Und natürlich einen Ford Mondeo, das Schwestermodell des 6. Denn bei Mazda sitzen ja bekanntlich die Amerikaner am Konzern-Steuer.

Zuerst die für Mazda-Fans gute Nachricht: Der 6 ist eine totale Eigenkonstruktion. Mit neuer Mazda-Plattform und modernen Motoren. Nun die noch bessere Nachricht: Er fährt der Konkurrenz um die Ohren. Das Kurvenverhalten ist exzellent, das neue Fahrwerk mit Mehrfachlenker-Hinterachse sorgt für saubere Bodenhaftung und ein sehr agiles Handling.

Top-Niveau in der Mittelklasse

Der 2,3-Liter-Vierzylinder mit 165 PS passt hervorragend dazu. Er hängt gut am Gas, beschleunigt bissig und dreht munter aus. Überzeugend auch die Bremse. Das Pedalgefühl ist top, die Werte sind Spitze. Nur 37 Meter soll der 6 aus Tempo 100 bis zum Stand benötigen - auch das werden wir beim ersten Test nachprüfen.

Auf Klassenniveau: die Sicherheitsdetails. Front- und Seitenairbags serienmäßig, der bis nach hinten reichende Vorhang wird bei der Deutschland-Präsentation Mitte 2002 hoffentlich keinen Aufpreis kosten. Bei den Motoren gilt: keine Experimente. Kein Wankel, kein Comprex-Diesel. Der 4,67 Meter lange Fronttriebler (Radstand 2675 mm) birgt wahlweise 1,8-, 2,0- und 2,3-Liter-Benziner mit 120, 145 und 165 PS. Ein Zweiliter-Common-Rail-Diesel soll 120 bzw. 136 PS leisten. Topmotor wird ein Dreiliter-V6 mit 222 PS, sein Deutschland-Einsatz ist ungewiss.

Zur Erinnerung: Die 626-Reihe war in den achtziger Jahren mehrmals Japan-Importauto Nummer eins. Ausgereifte Technik und solide Verarbeitung garantierten der Baureihe ein langes, rostfreies Leben. Die Testfahrten auf dem Rundkurs lassen erkennen: Mazda meldet sich in der Mittelklasse eindrucksvoll zurück. Wenn auch die Langzeitqualität stimmt, dann könnte die 6 bald für sechs Richtige stehen.

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