Kaufberatung Mazda6

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Mazda6: Kaufberatung

— 09.01.2016

Gesucht: Der beste Mazda6

Lange Limousine mit gestrecktem Radstand, kompakterer Kombi – doch Mazda geht nicht nur beim Karosseriekonzept eigene Wege, sondern auch bei den Motoren. Stufenheck und Kombi bieten die Japaner darüber hinaus zum gleichen Preis an.

Mazda? Läuft. Soeben haben die Japaner die Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr 2015 veröffentlicht: Der Betriebsgewinn von 933 Millionen Euro kann sich sehen lassen. Bei der aktuellen Kundenzufriedenheitsstudie von J. D. Power wurde der Hersteller als beste Volumenmarke sowie für den besten Händlerservice ausgezeichnet. Und der Mazda6 hat in der Mittelklasse nach dem Skoda Superb die meisten zufriedenen Käufer. Kunden lobten bei ihren ein bis drei Jahre alten Sechsern das Interieur und die Klimaanlage in höchsten Tönen. Dagegen bemängeln sie das Infotainmentsystem, zu gering dimensionierte Bremsen und Schwächen der Start-Stopp-Technik. Diese Kritik bezieht sich aber noch auf die Vor-Facelift-Modelle. Seit April dieses Jahres steht die überarbeitete Variante bei den Händlern. Und die hat es in sich: Die Chromspange um den Grill ist markanter, die Scheinwerfer sind kleiner geworden; die Handbremse ist einer elektrischen Parkbremse gewichen; die Klimasteuerung wurde überarbeitet; das langsame Infotainmentsystem ist dem neuen, spürbar besseren MZD Connect gewichen; der Umfang der Sicherheitsassistenten wurde erweitert, und erstmals steht für die Dieselkombis Allradantrieb in der Aufpreisliste.  Hier erfahren Sie, was der Neue kann.
Vorstellung und Fahrbericht: Mazda 6 Facelift (2016)
Überblick: Alle News und Tests zum Mazda6

Trotz Schrumpfkur: Das Gepäckabteil des Kombis überzeugt

Video: Mazda 6 Facelift (2015)

Mazda legt nach

In der Mittelklasse liegt die Preisdifferenz zwischen Kombi und Limousine bei 900 bis 1100 Euro. Nicht so beim Mazda6 – hier kosten beide Modellvarianten gleich viel. Das liegt aber nicht daran, dass die Japaner etwas zu verschenken haben; stattdessen bauen sie den Kombi einfach etwas kleiner. In der Länge ist er sechseinhalb, im Radstand acht Zentimeter kürzer als die Limousine. Trotz der ungewöhnlichen Schrumpfkur wird der Kombi aber nicht zum Ladezwerg, 522 bis 1664 Liter passen ins Gepäckabteil. Auf der Maximalskala lässt er die äußerlich größeren Konkurrenten Opel Insignia Sports Tourer (1530 l) und Ford Mondeo Turnier (1609 l) deutlich hinter sich. Lediglich der Passat (1780 l) bleibt unbeeindruckt, müsste bei der Ladehöhe aber mindestens einen halben Zentimeter nachgeben. In dieser Viererriege überzeugt der 6er Kombi mit der nutzerfreundlichsten Ladekantenhöhe. Selbige liegt bei der Limousine mit 73 Zentimetern deutlich höher, innen geht es dann gleich wieder 15 Zentimeter nach unten. Dazu erscheint die Ladeöffnung relativ schmal, weil die Heckscheibe flach ausläuft. Trotzdem lässt sich ein 70-Liter-Reisekoffer problemlos einladen. Der Kofferraumdeckel wirkt federleicht, schließt aber nicht mit eindeutiger Rückmeldung.

Die 40:60 geteilte, umklappbare Fondsitzbank ist bei Kombi und Limousine Standard. Die zugehörige Fernentriegelung aus dem Kofferraum lässt die Lehnen aber nur umfallen, wenn beide Hälften entriegelt sind. Stehen die Rückenlehnen aufrecht, sind sie Passagieren bequeme Sitzplätze. Im Kombi ist die Beinfreiheit bei gleicher Einstellung des Vordersitzes etwas geringer, aber nicht knapp. Dafür profitieren große Mitfahrer von der drei Zentimeter höheren und weniger stark absinkenden Dachlinie. In der Limousine müssten Sie bei 1,90 Meter Größe im Fond schon den Kopf einziehen. Auf den vorderen Plätzen, beide ab Werk höheneinstellbar, sitzt es sich bequem, das Raumgefühl ist gut. Einzig der große Rückspiegel verdeckt immer wieder mal eine Ampel.

Die Breite von 2,11 Metern kann zum Problem werden

Die auf den Türen montierten Außenspiegel machen den Mazda zu breit für so manches Garagentor.

Zum guten Komforteindruck trägt auch die im Vergleich zum Vorfaceliftmodell verbesserte Geräuschdämmung bei. Gleichförmige Autobahntempi bis etwa 160 km/h behindern weder Gespräche noch Bluetooth-Telefonie noch den Musikgenuss. Besonders günstig für die relative Ruhe ist der geringe Luftwiderstandsbeiwert cW 0,26 respektive 0,28 für Limousine und Kombi. Da spielen auch die auf den Türen montierten Außenspiegel mit rein. Die machen den Mazda aber auch knapp über 2,11 Meter breit – für die linke Spur in Baustellen und so manches Garagentor schon zu viel. Elektrisch anklappbare Spiegel gibt es erst ab Exclusive-Line (4400 Euro). Doch der Mondeo ist noch einen Zentimeter breiter, Passat und Insignia begnügen sich mit 2,08 Metern. Der Insignia trägt die Spiegel dafür im Fensterdreieck, wo sie Vibrationen und Windgeräusche unmittelbarer in die Fahrgastzelle leiten.

Bei den Motoren handelt Mazda gegen den Trend

Drehmomentstarke Turbomotoren mit wenig Hubraum dominieren weltweit die automobilen Antriebskonzepte. Nur ein gar nicht so kleiner Hersteller in der japanischen Präfektur Hiroshima widersetzt sich dem Dogma: Mazda baut großvolumige, sehr hoch verdichtende Saugbenziner sowie niedrig verdichtende Saugdiesel – und erreicht auf beiden Wegen zeitgemäße Normverbrauchswerte. Dazu soll auch das serienmäßige Start-Stopp-System beitragen, welches bei uns aber eher sporadisch Dienst tat. Skyactiv-G 145: Den Basisbenziner mit 145 PS konnten wir bislang noch nicht fahren. Da er aber denselben Rumpf wie die 165-PS-Variante nutzt und wie diese 210 Newtonmeter bei 4000 Touren erzeugt, wird er sich nicht grundlegend anders verhalten. Für ihn spricht sein bis zu 0,5 Liter geringerer Normverbrauch und die Kombinierbarkeit mit der günstigen Basisausstattung.
Preise Mazda6: Benziner-Varianten
Skyactiv-G 145 Skyactiv-G 165 Skyactiv-G 192 i-Eloop
Limousine Kombi Limousine Kombi Limousine Kombi
Prime-Line (Schalter|Automatik) 25.490 Euro|–
Exclusive-Line (Schalter|Automatik) 29.890 Euro|– 30.890 Euro|32.690 Euro
Sports-Line (Schalter|Automatik) 33.990 Euro 1)|– –|36.890 Euro
1) Mit Bremsenergierückgewinnung i-Eloop, spart nach Norm 0,1 bis 0,2 Liter Kraftstoff

Für 3100 Euro gibt es für den 165-PS-Benziner die i-Eloop-Technologie, die beim Bremsen elektrische Energie gewinnt und speichert.

Skyactiv-G 165: Bis zu 216 km/h wird die Limousine mit diesem Motor schnell. Das verdankt sie der langen Getriebeübersetzung, unter der im Gegenzug aber die Beschleunigung leidet. Den Leistungsgipfel erreicht der Motor saugertypisch erst bei 6000 Umdrehungen, der Weg dorthin kann oberhalb von 4500/min lang werden. Dazu verdrängt der – aufgrund der hohen Verdichtung von 14:1 – raue Motorlauf die angenehme Ruhe, die sonst bei gleichmäßiger Fahrt und verhaltenem Beschleunigen den Fahrgastraum beherrscht. Weil der Kombi des Mazda6 etwas kleiner ist als die Limousine, wiegt er nur geringfügig mehr. Mazda gibt für beide Karosserievarianten die gleichen technischen Daten an. Einzig in der Endgeschwindigkeit erreicht der Kombi wegen seines etwas schlechteren cW -Werts nur 214 km/h. In Kombination mit der optionalen Automatik (1800 Euro) fallen die fahrdynamischen Leistungswerte etwas ab, die Verbräuche bleiben aber gleich. Für 3100 Euro gibt es für den 165-PS-Benziner Mazdas i-Eloop-Technologie, die beim Bremsen elektrische Energie gewinnt und in Kondensatoren speichert, um die Bordsysteme damit zu versorgen. Mazda spricht von einem Kraftstoffeinsparpotenzial von bis zu zehn Prozent. Im kombinierten Normverbrauch liegen die Werte des Modells um 0,1 Liter unter denen des G 165 ohne i-Eloop.

Skyactiv-G 192: Der Spitzenbenziner mit 192 PS ist auch der stärkste Antrieb der Mazda6-Palette. Auf die zwei Liter Hubraum der kleineren Benziner satteln die Ingenieure hier noch einen halben Liter drauf. Das reicht für eine Drehmomentsteigerung auf 256 Newtonmeter. Da diese aber erst bei saugertypischen 4000 Touren anliegen, fehlt auch ihm die populär druckvolle Durchzugskraft aus niedrigen Drehzahlen. Die Verdichtung fällt mit 13:1 nicht ganz so hoch aus wie bei den Zweilitern; er klingt etwas weniger rau, dafür kerniger.
Preise Mazda6: Diesel-Varianten
Skyactiv-D 150 i-Eloop Skyactiv-D 150 AWD i-Eloop Skyactiv-D 175 i-Eloop Skyactiv-D 175 AWD i-Eloop
Limousine Kombi Kombi Limousine Kombi Kombi
Prime-Line (Schalter|Automatik) 28.990 Euro|–
Exclusive-Line (Schalter|Automatik) 33.390 Euro|35.190 Euro 35.390 Euro|–
Sports-Line (Schalter|Automatik) 36.990 Euro|38.890 Euro –|42.790 Euro

Rekordverdächtig: Handgeschaltet in der Limousine, liefert der schwächere Turbodiesel laut Mazda einen Normverbrauchswert von 3,9 Liter.

Skyactiv-D 150 (AWD): Die beiden Selbstzünder haben einheitlich 2,0 Liter Hubraum. Die Verdichtung liegt mit 14:1 dieseluntypisch niedrig. Das maximale Drehmoment von 380 Nm liegt bereits bei 1800 Touren an und erstreckt sich bis 2600/min. Der Fahreindruck ist entsprechend kraftvoll, dazu läuft der Motor – auch dank der niedrigen Verdichtung kultiviert. Handgeschaltet in der Limousine, bescheinigt Mazda dem schwächeren Turbodiesel einen rekordverdächtigen Normverbrauchswert von lediglich 3,9 Liter pro hundert Kilometer. Ein empfehlenswerter Antrieb für Vielfahrer, die nicht ständig mit 200 km/h über die Autobahn bügeln müssen. Skyactiv-D 175 (AWD): Auch der stärkere Diesel macht einen sehr guten Eindruck, wenngleich er einen Tick rauer läuft als die 150-PS-Version. Weil er aber nur in der teuren Sports-Line verfügbar ist, wird er zum kostspieligen Vergnügen. Seit dem Facelift bietet Mazda die Diesel-Kombis auch mit Allradantrieb an. Registriert die Elektronik übermäßigen Schlupf, fließen bis zu 50 Prozent des Drehmoments zur Hinterachse; im Normalfall sind nur die Vorderräder angetrieben. Den großen Allrad-Diesel liefert Mazda nur mit Automatikgetriebe aus, in der 150-PSVariante ausschließlich als Sechsgang-Handschalter.

Wichtigste Neuerung im Cockpit: 7-Zoll-Display des MZD-Connect

Die Steuerung der Klimaanlage wurde mit dem Facelift aufgeräumt, lässt sich nun intuitiver bedienen.

Bis hierher haben wir schon auf ein paar bedeutende Veränderungen aufmerksam gemacht, die mit dem Facelift des Mazda6 einhergehen. Bei der Überarbeitung der Preisliste haben sich die Verantwortlichen allerdings weniger kreativ gezeigt als die Kollegen in den technischen Abteilungen. Es beginnt mit dem 145-PS-Benziner für 25.490 Euro in der Prime-Line. Die Linie erlaubt, abgesehen von der Wahl einer Metalliclackierung ab 580 Euro, keine weiteren Individualisierungen. Das heißt aber nicht, dass sie die Prime-Line ignorieren sollten. Sie umfasst u. a. 17-Zoll-Leichtmetallräder, elektronische Parkbremse, höheneinstellbare Sitze in der ersten Reihe, LED-Rücklichter, Startknopf und je einen AUX- und USB-Anschluss. Die mittlere Ausstattung heißt jetzt Exclusive-Line und schraubt den Preis 4400 Euro rauf. Mit zusätzlichen Umfängen wie City-Notbremsassistent, elektrisch anklappbaren Außenspiegeln, MZD Connect, Tempomat, Totwinkelwarner, Voll-LED-Scheinwerfern und Zweizonenklimaautomatik sitzen Sie dann aber schon mitten in der Mittelklasse. Doch auch hier sind zusätzliche Optionen Mangelware – neben der Lackwahl lässt sich noch Mazdas SD-Kartennavigation für 690 Euro zukaufen. Die Navigation erfolgt dann über den 7-Zoll-Bildschirm von MZD Connect, Mazdas Infotainmentsystem. Im Vergleich zum Vorfacelift haben sich die Auflösung des Displays, der Funktionsumfang und die Reaktionsgeschwindigkeit deutlich verbessert. Jetzt können Sie im Auto zum Beispiel Apps Ihres Smartphones nutzen, mit Anwendungen wie Aha oder Stitcher Webinhalte zur Unterhaltung konsumieren und Nachrichten aus von Ihnen genutzten sozialen Netzwerken abrufen. Eine fast schon klassische Freisprecheinrichtung via Bluetooth gehört ebenso zum serienmäßigen Lieferumfang.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Ab der Exclusive-Line offeriert Mazda Ihnen außerdem ein paar Assistenten aus dem insgesamt recht großen Angebot. In der mittleren Linie unterstützt der radargestützte Totwinkelwarner bei Spurwechseln, die gleiche Technik beobachtet beim Ausparken den Bereich hinter dem Fahrzeug und warnt vor querenden Autos. Der City-Notbremsassistent überwacht bis 30 km/h den Verkehr vor dem Auto, unterstützt das Bremsmanöver oder leitet selbstständig eine Vollbremsung ein. Der Notbremsassistent Plus bietet die gleiche Funktionalität zusätzlich beim Rückwartsfahren bis 8 km/h. Er steht ebenso wie der Spurhalteassistent und die Müdigkeitserkennung erst ab der teuren Topausstattung Sports-Line zur Verfügung. Der Spurhalteassistent greift aktiv in die Lenkung ein, wenn er erkennt, dass Seitenlinien ohne vorheriges Blinken überfahren würden. Bei unseren nächtlichen Testfahrten brachte er bei Geschwindigkeiten oberhalb von 150 km/h allerdings eine gewisse Unruhe ins Lenkrad. Zusätzlich zu den standardmäßigen Helfern lassen sich in der Toplinie noch ein Distanztempomat und ein Notbremsassistent auch für Autobahngeschwindigkeiten im Paket für 650 Euro zukaufen. Der Abstandstempomat machte seine Sache gut, gab aber bei freier Fahrbahn nur zögerlich Gas.

Neben den Sicherheitsfeatures können Sports-Line-Kunden zudem elektrisch einstellbare Ledersitze in Schwarz (1900 Euro) oder Weiß (2100 Euro) ordern; zusätzlich werden damit die äußeren Fondsitze beheizbar. Und nur wenn Sie sich dafür entscheiden, könnten Sie das Glasschiebedach für 800 Euro ordern – ein nettes Extra, leider versteckt in einer ganzen Reihe preistreibender Optionen. Weil wir gerade den Taschenrechner zur Hand haben, schnell noch der Preis des ultimativen Spitzenmodells. Ein rubinroter Kombi mit 175-PS-Allrad-Diesel, weißem Leder, Glasschiebedach und allen Assistenten kostet 45.190 Euro – als Limousine mangels Allrad 2000 Euro weniger.

Weitere Infos zum Mazda6 sowie unsere konkreten Kaufempfehlungen finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Mazda 6

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt vom Mazda 6 (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

25.11.2015

Preis:

1,00 €

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