Mazda6 Kombi/VW Passat Variant: Test

— 01.02.2013

Wer baut den besten Kombi?

Starker Eindruck: Der neue Mazda6 Kombi war im ersten Vergleich so gut, dass er Bestseller und Dauersieger VW Passat nahekommt. Wie nahe?

Autofans kennen sie, diese magischen Grenzen. 300 km/h etwa. In fünf Sekunden auf Tempo 100. In diese Kategorie fallen auch die 500 Punkte bei AUTO BILD. Jedes Modell, das im harten Test diese Hürde überspringt, würden wir am Stammtisch blind empfehlen. So wie den neuen Mazda6 Kombi, der seinen ersten großen Vergleich mit 508 Punkten überzeugend gewonnen hat. Ein besonderes Lob kommt aus Wolfsburg: Dort hören wir leisen Applaus, verfolgen doch die Entwickler ein ähnlich wegweisendes Konzept wie Mazda: konsequenten Leichtbau und wirksame Sparmotoren. Oder fürchten sie bei VW insgeheim, dass der neue Japaner schon weiter ist als ihr Vorzeige-Kombi?

Überblick: Alle News und Tests zum VW Passat

Video: Mazda6 vs. VW Passat

Wer wird Kombi-König?

Der Passat Variant, vor einem Jahr aufgefrischt, der deutsche Michel unter den Lasteseln, Freund aller Familien und Vertreter – er wird zur Meisterprüfung für den Mazda6. Zum Kombi-Gipfel, den viele Leser nach dem ersten Vergleich massiv gefordert haben, treten beide in der meistgekauften Version an: mit Diesel, Handschaltung und dem bezahlbaren Hauch von Luxus der mittleren Ausstattung. So stehen da zwei Familien-Schiffe im Alleskönner-Format. Die Optik des Mazda ruft uns zu: Nutzwert muss nicht im Feinripp auftreten. Die Markennase markant vorgereckt, die Kabine zurückversetzt, im Heck mit dem abfallenden Dach ein Spritzer Coupé-Eleganz – da findet das europäische Auge: Ach, so könnte auch ein neuer Alfa aussehen. Unterm abfallenden Dach fühlt er sich etwas enger an, na und? Der Passat steht an jeder Ecke, ohne dass er auffällt, besitzt dafür ein wertvolles Gen, das Menschen gern hätten: Er altert langsamer als andere um ihn herum. Seine nüchterne Geradlinigkeit beschert ihm größere Fenster, das höhere Dach und etwas mehr Platz auf der Rückbank. Dort fädeln Erwachsene ihre Beine bequemer ein.

Überblick: Alle News und Tests zum Mazda6

Überzeugend: Mit dem SkyActive-Diesel setzt der Mazda6 den neuen Maßstab in der 150-PS-Klasse.

Die Kombi-Qualitäten der beiden werden gesondert betrachtet. Nur so viel: Der VW bietet mehr Kofferraum, Nützliches wie die Durchreiche in der Rückbank oder als Extra eine elektrisch schließende Heckklappe für 970 Euro. Glücklich wird man auch ohne diese Dinge, aber beim Einpacken findet der Mazda im ausgereiften VW seinen Meister. Das gilt auch für die Verarbeitung: Der Japaner ist solide, nicht hochwertig. Es knarzt mehr, Türverkleidung und Cockpitblende sind im VW fester montiert. Dafür lässt Mazdas neuer Diesel die VW-Ingenieure anerkennend pfeifen: satte 2,2 Liter groß, dafür niedrig (14:1) verdichtet, mit leichtem Alublock drehfreudig und mit 380 Nm Drehmoment bärenstark. Die Japaner legen schlicht den neuen Maßstab der 150-PS-Klasse vor. Schon im Stand wunderbar laufruhig, spricht der Vierzylinder hellwach an und jubelt gleichmäßig bis an die 5600 Touren. Der Schaltung haben sie einen Schuss vom Roadster MX-5 beigemengt, so kurz und knackig rastet der Hebel. Vor allem im Zwischenspurt zieht der 98 Kilo leichtere Mazda6 dem VW davon, der unter seiner langen Getriebeübersetzung leidet.

Weitere Details zu den beiden Kombi-Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO BILD 5/2013 – ab sofort im Handel.
Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Der Mazda6 verdient Respekt, weil dieses Auto andere Wege geht und das Wort NEU zu Recht trägt. Das Spar-Konzept rund um den grandiosen Motor wird konsequent verfolgt, ohne die wichtige Breitband-Qualität zu vernachlässigen. Der Kombi beweist Sportgeist, bietet erstaunlichen Komfort, konkurrenzfähige Sicherheit und moderne Elektronik an Bord. Nur beim Laden und bei den Kosten erreicht er nicht ganz das Niveau des Passat Variant, dem er überraschend nahekommt. Ein echter Herausforderer für den VW.

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Kommentare zum Artikel (33)

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Derock
07.03.2013, 16:21Uhr

Also im TÜV Report hat der Polo unlängst den Prius an der Spitze abgelöst. Auch tauchen in den "Flop" listen keine VW auf. Die letzten Dauertests waren alle sehr gut-gut. Ebenso ist die Kundenzufriedenheit sehr groß .. ich verstehe also nicht worauf du mit deiner (falschen) Aussage hinaus willst.

VTECBB6
13.02.2013, 21:57Uhr

@ fliegerle Wenn wir schon bei Verlierern sind,dann schau mal den TÜV Report an.Und dann auch noch zwei Wörter die nicht zusammen passen VW und Qualität.

Calo
08.02.2013, 09:53Uhr

Diese Kommentare sind doch immer wieder lustig :-) .
Die meisten Konzerne operieren weltweit, das geht im Sinne der Rentabilität nicht mehr anders.

Nur die Werbestrategen freuen sich über eine so starke/heftige Diffenzierung unter den Kunden (Toyota gegen VW usw) wie sie hier oft zu lesen ist. Real arbeiten die großen Hersteller in vielen Teilen teilweise eng zusammen, haben u.a. die gleichen Zulieferer.
KFZ-Fertigung läuft heutzutage global ab. Ein Passat z.B. wurde schon 2006 nur noch zu 60 % (des Wertes der verwendeten Teile) in Deutschland gefertigt, Tendenz fallend. Der Mazda 6 wird für den amerikanischen und südamerikanischen Raum in einem Gemeinschaftswerk mit dem Anteilsinhaber Ford in Flat Rock (Michigan) zusammengebaut.
Manchmal lohnt es sich über den Tellerrand zu gucken ;-)

Fliegerl´e
07.02.2013, 14:39Uhr

@Prius3..(fährt der wirklich?) Fahrer...haha, Du zweifelst doch lustigerweise an das VW ein Weltkonzern sei..naaaatüüüüürlich ist er das, völlig unanzweifelbar, nicht neidisch sein, gell? Ja und ich sag Dir was, seit Skoda zu VW gehört (sonst hätte ich mir auch keinen gekauft), bauen sie auch Top Autos, durch deutsches Know-How, unabstreitbar. Und natürlich kommen viele Teile auch aus dem Ausland, aber bestimmt wird immer noch vom Konzern, wie er die Qualität vom Zulieferer gerne hätte (z.B. die Mischverhältnisse in den Sidevalencen der Sitze und ergo die Qualität und Aussehen, sprich Haptik), das Engeneering und die Logistic kommen immer noch vom Konzern selbst...und, hahaa, natürlich ist VW rein deutsch, auch wenn die Werke im Ausland dort Steuern bezahlen, der Gewinn geht an Mutter VW!

Prius3Fahrer
07.02.2013, 07:36Uhr

@ Fliegerl` e ! Aha, Skoda ist also deutsch ;-) Skoda gehört viellicht zu deinem aus ca. 10 meist ausländischen Unternehmen zusammengewürfelten VW möchtegern Weltkonzern ( inkl.LKW Hersteller Scania, MAN und Motorradhersteller Ducati :-) ist aber immer noch aus Tschechien ! Du wirst es nicht glauben, sogar die deutsche Teileindustrie liefert an die beiden Toyota Werke in England und Frankreich und die haben hier in Deutschland sogar Autohäuser in denen nicht nur Japaner arbeiten :-) Du bist ganz schön naiv, wenn du glaubst das VW rein deutsch ist. Was bitte ist denn mit den Werken in China, USA, Südamerika, Spanien ( Seat ) usw. usw. Dafür bezahlt VW mit Sicherheit keine Steuern an den deutschen Staat !

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