Mazda6 Sport Kombi

Mazda6 Sport Kombi Mazda6 Sport Kombi

Mazda6 Sport Kombi

— 29.08.2002

Für die flotte Familie

Endlich baut Mazda wieder einen hübschen Kombi. Neu in der 6er-Familie sind auch zwei Dieselmotoren.

Zwei Zentimeter länger als die Limousine

Mazda mausert sich. Der Zoom-zoom-Werbespot summt sich in die Hirne, übermittelt fröhlich-jugendliche Frische. Und die bringen die Japaner auch auf die Straße. Vorn modisch-schlitzäugig, hinten klarglasig – Mazdas neuer 6er trifft den richtigen Ton. Das Schönste aber: Endlich gibt es wieder einen schicken Kombi, deutlich rasanter im Outfit als der doch eher schlicht gestrickte Vorgänger.

Der Sport Kombi sollte anfangs sogar mal Sport Wagon heißen. Das war den Mazda-Mannen dann aber doch wohl etwas zu nah am Alfa. Obwohl er optisch zu diesem Vergleich jederzeit herausfordert. Die fließend-keilförmig ansteigende Seitenlinie des Sport Kombi mündet in einem maximal 1712 Liter fassenden Laderaum. Wer die Sitze nicht umklappt, kann 505 Liter auf der ebenen Ladefläche verstauen.

Einfach, aber fast schon genial ist der Umklappmechanismus der (natürlich) asymmetrisch geteilten hinteren Rücksitzlehne: Nur im Kofferraum links oder rechts den Hebel ziehen, und per Federkraft schnellt die jeweilige Lehne nach vorn. Keine Kopfstütze muss ausgebaut werden, kein Gurtband verschlingt sich, denn der Aufroller steckt in der Lehne. Nur der mittlere Dreipunktgurt kann per Knopfdruck aus dem Weg geräumt werden.

Vorn schlitzäugig, hinten klarglasig

Acht solide Halteösen fesseln bei Bedarf die Ladung, die zwei Kerben in der linken Lehne dienen zum Fixieren des Laderaum-Trennnetzes hinter den Vordersitzen. Unter dem Ladebodenteppich verbergen sich Staufächer für allerlei Kleinkram und Werkzeug, seitlich im Laderaum gibt es ebenfalls je ein Kramfach.

Greifen wir nun in die Mulde der Heckklappenverkleidung, werfen die fünfte Tür zu und gehen 4,7 Meter (der Kombi ist zwei Zentimeter länger als die Limousine) nach vorn. Denn unter der gepfeilten Haube steckt ebenfalls eine Neuheit: der Zweiliter-Vierzylinder-Diesel. Auch er (wie übrigens das ganze Auto) eine reine Mazda-Entwicklung, Mitbesitzer Ford hat keinerlei Entwicklungshilfe geleistet. Was die treue Fangemeinde durchaus tröstet, weil es sicherstellt, dass weiterhin die altbekannten Qualitäts-Tugenden gelten sollen. Die nächsten Jahre werden es zeigen.

Den neuen Diesel gibt es in zwei Leistungsstufen (auch 6er-Limousine): 89 und 100 kW, also 121 und 136 PS. Beide Varianten sind moderne Common-Rail-Einspritzer mit vier Ventilen je Zylinder und verstellbarem Turbolader. Feinschliff an Einspritzung und Abstimmung hat dem Diesel den Nagel gezogen. Natürlich springt er etwas rauer als ein Benziner an, aber beim Fahren verrät nur ein sonorer Brumm-Unterton die spritsparende Arbeitsweise.

Leder gibt's nur mit 16-Zöllern

Deren dieseltypische Stärke der Blick zum Drehzahlmesser verrät: Ab 1200 Touren läuft der Vierzylinder willig rund, ab 2000 spürt man, wie die Vorderräder sich mit dem Asphalt verzahnen. Hier entwickeln beide Motoren das gleich starke Drehmoment von 310 Newtonmetern. Bis 3000 Touren fräsen die Reifen fühlbar Rillen in die Fahrbahn, so ab 4300 lässt die Dynamik nach, Zeit zum Hochschalten. Oder der Moment, wo im fünften Gang die Tachonadel auf 210 (echte 196) steht.

Dabei rauscht der Wind heftig um die Fenster, eine Unterhaltung ist aber jederzeit noch möglich. Etwa über die (wie bei allen Mazda6) sehr gewöhnungsbedürftige Mittelkonsole mit umständlich-verspieltem Klima-Räderwerk: Erst kontrastarmen Knopf suchen (Blick schweift ab), dann drehen und per Blick (wendet sich zum zweiten Mal von der Fahrbahn) zum winzigen Display kontrollieren, was die Finger gerade bewegen. Das ginge einfacher.

Die nächste traditionelle Mazda-Marotte ist die Bestell-Verknüpfung von Automatik und elektrischem Schiebedach. Und warum es die Lederausstattung nur zusammen mit 16-Zoll-Leichtmetallrädern gibt, wird auf ewig ein fernöstliches Rätsel bleiben.

Preise und Technische Daten

Blicken wir beim Preisvergleich mal wieder nach Italien: 22.420 Euro kostet der Sport Kombi mit 121-PS-Diesel. Sechs Pferdchen weniger sind im Alfa Sport Wagon gut 2000 Euro teurer. Oder greifen wir zum 143 PS starken C-Klasse-Mercedes: 31.320 Euro meldet die Liste, der Mazda mit 136 PS kostet 8900 Euro weniger. Zoom – zoom.

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