McLaren 12C Spider: Fahrbericht

— 17.10.2012

Im Auge des Orkans

Sturmfront aus England. Jetzt baut McLaren den 12C auch mit Formel 1-Gefühl. autobild.de hat den offenen Ferrari-Fighter schon getestet.



Wenn es einer wissen muss, dann McLaren: Ein echter Sportwagen fährt oben ohne. Schließlich sitzen die Formel 1-Fahrer bei der Arbeit auch an der frischen Luft. Deshalb kommt jetzt für alle reichen Raser eine Sturmwarnung aus England: Der 12C zieht blank und steht zum Jahreswechsel auch als Spider bei den Händlern. Für stolzen Aufpreis von gut 20.000 Euro holen der Rennstall aus Woking damit noch eine Portion mehr Formel 1-Gefühl auf die Straße.

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Sportliche Herausforderung: Der 12C Spider hat einen 625 PS starken V8-Twin-Turbo-Motor und rennt 330 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Für dann mindestens 231.650 Euro gibt es den Tiefflieger aus Carbon mit einem versenkbaren Hardtop, das als eines der wenigen auch während der Fahrt bewegt werden kann: Bis Tempo 30 klappt der Deckel zurück und legt sich binnen 17 Sekunden so hinter die beiden Hutzen auf dem Heck, dass man den von zwei Turbos beatmeten V8-Motor auch weiterhin durch ein kleines Fenster bewundern kann. Und selbst wenn das Dach geschlossen ist, bietet die Konstruktion noch ein paar praktische Vorteile: Dann lässt sich der Verdeckkasten so öffnen, dass ein zusätzlicher Kofferraum für zwei maßgeschneiderte Taschen von 50 Litern Volumen frei wird. "Damit ist der Spider im Vergleich zum Coupé sogar das praktischere Auto", liefert Pressesprecher Wayne Bruce all jenen Kunden noch ein unschlagbares Argument, die zum Vergnügen immer auch noch ein wenig Vernunft brauchen.

McLaren 12C Spider: Vorstellung

Ein bisschen eng ist er schon, der Spider. Aber das Material wirkt edel und alles ist am rechten Platz.

Außerdem haben die Briten ähnlich wie BMW beim 6er eine separat versenkbare Heckscheibe eingebaut. Sie dient beim offenen Spider als Windschott und lässt bei geschlossenem Dach ein wenig Luft herein. Aber vor allem ist so etwas wie der Backstage-Pass zum Konzert einer grandiosen Rockband. Denn das, was da von dem im Heck montierten V8 plötzlich in den Innenraum wummert, ist Motormusik vom allerfeinsten: Grollen oder Grölen, Brüllen oder Bollern, Schmatzen oder Schreien, Sägen oder Schrein – dieses Orchester beherrscht alle Tonarten und der Fahrer wird zum Komponisten und Dirigenten in Personalunion: Mit dem rasend schnellen Doppelkupplungsgetriebe schreibt er die Partitur in sieben Strophen und das Gaspedal wird zu seinem Taktstock.

Mehr Leistung für den McLaren MP4-12C

McLaren MP4-12C McLaren MP4-12C McLaren MP4-12C

Wer fahren will, wie Luis Hamilton in der Freizeit, der braucht – fast – auch sein Gehalt: Der 12C Spider kostet mindestens 231.650 Euro.

Das ist der Soundtrack zu einem Spektakel, das auf zivilen Straßen seinesgleichen sucht. Mit 625 PS und 630 Nm explodiert der McLaren MP4-12C fast in Beschleunigung. Schneller, als man seinen sperrigen Namen ausgesprochen hat, erreicht das Auto Tempo 100 (im besten Fall reichen 3,1 Sekunden), nach gerade einmal neun Sekunden hat es 200 Sachen auf dem Tacho. Und wer mutig den Fuß stehen lässt, der lernt, wie es sich anfühlt, wenn einem der Horizont entgegenfliegt als steuere die Erde ein Geisterfahrer. 328 km/h meldet McLaren als Höchstgeschwindigkeit, da ist selbst der stärkste Haarfestiger irgendwann chancenlos. Vorher allerdings sollte man noch schnell die zwei Drehschalter auf der Mittelkonsole umlegen. Nicht Normal oder Sport, sondern Track muss man wählen, wenn man dem McLaren richtig auf den Zahn fühlen will. Der linke zwingt der Stabilitätskontrolle mehr Toleranz auf, macht die Lenkung so scharf wie ein Rasiermesser und trimmt das Fahrwerk so hart, das man jeden Schatten auf der Straße zu spüren glaubt. Und der rechte nimmt Einfluss auf den Antrieb. Die Doppelkupplung wechselt die Gänge jetzt so schnell und hart wie die Klitschko-Brüder ihre Fäuste, der Motor dreht weit über 7000 Touren und aus dem Auspuff kommt ein Krawall, gegen den Iron Maiden nach Kindergeburtstag klingt.

Alle News und Tests zum McLaren MP4-12C

Video: McLaren MP4-12C

Mit Highspeed über die Piste

Am Steuer nimmt man das alles nur noch unterbewusst war. Die Augen sind im Tunnelblick gefangen und alle Sinne vereinen sich in einem Ziel: schneller und immer schneller dem Horizont entgegen. Der Blick ist an die Ideallinie geheftet, über den Höcker der Radläufe peilt man perfekt die Scheitelpunkte der Kurven an und mit spielerischer Leichtigkeit prügelt man den Boliden über den Kurs, als sei man mal eben in die Rolle von Lewis Hamilton geschlüpft. Der hat das Auto gemeinsam mit seinem Teamkollegen Janson Button schließlich abgestimmt und so zur schärfsten Kampfmaschine gemacht, die in den letzten Jahren auf die Überholspur losgelassen wurde. Der alte aber noch immer aktuelle Porsche Turbo, der Audi R8, der Mercedes SLS Roadster oder der offene Lamborghini Gallardo – alles tolle Autos. Aber gegen diesen Sturm aus dem Vereinigten Königreich sind das nur laue Lüftchen. Dem McLaren kann – außer vielleicht der Ferrari 458 – keiner so schnell keiner das Wasser reichen.

Technische Daten: V8-Benziner mit zwei Turbos, 3799 ccm Hubraum, 460 kW/625 PS. Vmax  328 km/h, 0-100 km/h 3,1 Sec, 0-200 km/h 9 Sec, 7G-Doppelkupplungsgetriebe, 11,7 Liter Super, 279 g/km,  ab 231.650 Euro.

Autor: Thomas Geiger

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