McLaren 570S Spider (2017): Test

McLaren 570S Spider (2017): Test

McLaren 570S Spider (2017): Test

— 25.07.2017

McLaren hat wieder einen Spider

McLaren bringt den 570S Spider: 570 PS stark, 328 km/h schnell und über 200.000 Euro teuer. AUTO BILD hat den Roadster getestet!

Vorstellung: 570S Spider kommt im August 2017
Interieur: Lässiges Einsteigen ist kein Problem
Fahren: Selbst offen rennt der Brite noch 315 km/h (Update!)
Ausstattung: Keramikbremse serienmäßig beim Spider
Connectivity: Das bekannte IRIS-System
Motor: Keine Änderungen gegenüber dem Coupé
Technische Daten und Preis: Genauso schnell wie das 570S Coupé

Vorstellung: 570S Spider kommt im August 2017

Schon im August 2017 sollen die ersten 570S Spider ausgeliefert werden.

Es gibt wieder ein Cabrio von McLaren: Der 570S kommt ab August 2017 als Spider auf den Markt. Das Modell der Sports Series bekommt ein zweiteiliges Hardtop, das sich in 15 Sekunden auch während der Fahrt bis 40 km/h versenken lassen soll. Der Mechanismus ist dabei aus dem ausgelaufenen 650S Spider bekannt. Die Optik des Spider wurde im Vergleich zum Coupé feingetunt. Echte McLaren-Spezialisten erkennen die zum hinteren Kotflügel hin leicht veränderte Seitenlinie und die überarbeiteten Außenspiegel. Diese Maßnahmen haben ebenso aerodynamische Gründe wie die um zwölf Millimeter vergrößerte Spoilerlippe am Heck. Die gläserne Heckscheibe lässt sich wie beim Lamborghini Huracán Spyder und Audi R8 Spyder versenken, um den Sound des 3,8-Liter-V8 besser genießen zu können – hochgefahren dient sie als Windschott. Links und rechts daneben thronen die sogenannten Airdomes. Trotz des elektrischen Verdecks soll der Spider mit 1498 Kilo nur 58 Kilo mehr wiegen als das Coupé. Die ersten 570S Spider sollen schon im August 2017 auf den Markt kommen. Mit einem Basispreis von 208.975 Euro beträgt der Cabrio-Aufschlag beim McLaren 570S rund 27.000 Euro. Dazu muss erwähnt werden, dass der Spider gegenüber dem Coupé mit mehr Serienausstattung kommt.

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Interieur: Lässiges Einsteigen ist kein Problem

Der Einstieg ist easy: Für die Sports Series haben die Briten den Türschweller mit McLaren-Schriftzug tiefer und schmaler gestaltet als beim 650S und 675LT. Bei geöffnetem Dach kann man trotz Flügeltüren ohne große Übung lässig in den 570S Spider einsteigen. Hier gibt es keine Blamage-Gefahr – der Auftritt ist gerettet! Die optionalen Schalensitze sind manuell einstellbar und haben eine starre Rückenlehne, sind aber trotzdem ausreichend bequem. Auch eine gute Sitzposition ist schnell gefunden. Das Interieur wird von schwarzem Alcantara dominiert. Sitze, Lenkrad, Armaturenbrett, Dachhimmel und Teile der Türtafeln sind mit dem Mikrofaserstoff ausgekleidet. Die Materialauswahl und Verarbeitung ist top. Wem die Schalensitze zu sportlich sind, der bekommt natürlich auch elektrische und belederte Sportsitze – je nach Gusto.

McLaren 570S Spider (2017): Test

Armaturenbrett, Lenkrad, Sitze: Alles ist mit Alcantara bezogen.

Bis auf den Verdeckschalter, der in der Mittelkonsole rechts neben der Taste für den Rückwärtsgang positioniert ist, ist das Cockpit weitestgehend vom Coupé bekannt. Fahrmodi und -Stufen werden in der Mittelkonsole ausgewählt, darüber befindet sich der Startknopf. In der Tür sind die elektrischen Fensterheber und Türöffner untergebracht. Die elektrische Außenspiegelverstellung ist etwas unkonventionell links neben dem Touchscreen positioniert. Sehr positiv ist dafür das völlig knopffreie Lenkrad. Hier lenkt nichts vom Fahren ab! Das Platzangebot ist bei geschlossenem Verdeck auch für Leute über 1,80 Meter ausreichend, die Kopffreiheit passt. Das von anderen Modellen bekannte IRIS-Infotainment-System erfordert aufgrund der ungewohnten Menüführung eine kurze Eingewöhnung, funktioniert dann aber ohne Probleme. Nervig ist die teilweise lange Ladezeit des Systems. Zusätzlich zum vorderen Kofferraum bietet der 570S Spider noch einen zweiten 70 Liter großen Stauraum im Verdeckkasten. Der steht allerdings nur bei geschlossenem Verdeck zur Verfügung. Zum Öffnen des Geheimfachs wird ganz bequem ein Knopf in der Flügeltür gedrückt. Zum problemlosen Aussteigen gibt es übrigens einen Trick: den Fahrersitz manuell ganz nach hinten fahren. Einziges Problem: Wer das Bein beim Aussteigen zu schwungvoll hinterherzieht, der stößt an die Unterseite des Armaturenbretts. Zahlreiche Streifspuren beim Testwagen bezeugen es.

Fahren: Selbst offen rennt der Brite noch 315 km/h

Der Biturbo mit 570 PS braucht zwar nach wie vor rund 3000 Touren, um richtig Feuer zu fangen, lodert dann aber unaufhaltsam bis tief in die 8000er hinein. Und selbst offen rennt das Auto noch stolze 315 km/h. An Traktion mangelt es dabei trotz Heckantriebs nicht. Zum einen pappen die – für dieses Sportkaliber gar nicht mal so breiten – 285er-Hinterreifen richtig im Teer, zum anderen nimmt die Elektronik am Ausgang enger Kehren den Drehmomentschwall schon vorher ein wenig zurück – damit die ganze Power nur dann quertreibt, wenn man es auch ausdrücklich wünscht. Faszinierender noch als die Kraft ist die akustische Untermalung. Gerade vor dem Hintergrund, dass McLaren ja schon öfters einen ziemlichen Eintopf an Klängen verrohrt hat, den man wohlmeinend allenfalls als Geräusch bezeichnen konnte. Diesmal jedoch stimmt die Komposition: ein rauer Bass als Grundton, arrangiert mit kessem Laderfauchen und zornigem Volllasst-Brüllen – nie übertrieben laut, dennoch stets präsent und dank der versenkbaren Heckscheibe auch bei geschlossenem Dach voll genießbar.

Der eigentliche Star bleibt das Handling. Diese lockere und dennoch hoch präzise Art durch Kurven zu jagen, die schon das Coupé ausmachte. Die Füße tänzeln direkt zwischen den Vorderrädern umher, in der Hand liegt eine erstklassig ausbalancierte und richtig mitteilungsfreudige Lenkung. Unter Lastwechsel schwenkt das Heck ein wenig aus, dank Mittelmotor neigt sich das Auto am Kurvenausgang  – immer vorausgesetzt natürlich, man will es so.

Ausstattung: Keramikbremse serienmäßig beim Spider

Im Gegensatz zum 570S Coupé hat der 570S Spider serienmäßig eine Keramikbremse. Die Briten versprechen einen Bremsweg von nur 32 Metern aus 100 km/h. Zusätzlich hat McLaren für die Cabrio-Version neue Felgen im Programm. Auf Wunsch bietet McLaren ein Bowers&Wilkens-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern und 1280 Watt an. Das IRIS-Infotainment-System ist von anderen Modellen bekannt.

Connectivity: Das bekannte IRIS-System

Das IRIS-System mit Siebenzoll-Touchscreen haben alle McLaren-Modelle an Bord. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das Infotainment gut, nur die teilweise langen Ladezeiten könnten verbessert werden. Über den Touchscreen lassen sich Funktionen wie Navi, Freisprecheinrichtung, Klimatisierung und die optionale Rückfahrkamera bedienen. Apple CarPlay und Android Auto sind beim McLaren 570S Spider nicht an Bord.

Motor: Keine Änderungen gegenüber dem Coupé

Vom Motor sieht man nichts. Der 3,8-Liter-V8 bringt es wie im Coupé auf 570 PS und 600 Nm Drehmoment.

Beim Spider kommt derselbe Antrieb zum Einsatz wie im Coupé. Es bleibt also beim 3,8-Liter-V8 mit 570 PS und 600 Nm und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Trotz gut 50 Kilo Mehrgewicht soll der Spider genau wie das Coupé in 3,2 Sekunden beschleunigen. Bis 200 km/h verliert der offene 570S mit 9,6 Sekunden nur eine Zehntel auf den geschlossenen Bruder. Als Topspeed gibt McLaren 328 km/h an, allerdings nur mit geschlossenem Verdeck. Offen sollen maximal 315 km/h möglich sein.

Technische Daten und Preis: Genauso schnell wie das 570S Coupé

McLaren 570S SpiderMotor: Achtzylinder-Benziner • Hubraum: 3799 ccm • Leistung: 419 kW (570 PS) bei 7500 U/min • max. Drehmoment: 600 Nm bei 5000 bis 6500 U/min • Beschleunigung: 0-100 km/h in 3,2 s • Vmax: 328 km/h • Gewicht: 1498 kg • Verbrauch: 10,7 l/100 km • Preis: ab 208.975 Euro.

Goodwood Festival of Speed: Carspotting

Autoren: Jan Götze, Manuel Iglisch

Stichworte:

Cabrio Supersportwagen

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