McLaren entlässt Sportdirektor

McLaren entlässt Sportdirektor

— 03.04.2009

Ryan fliegt – Hamilton zeigt Reue

McLaren-Mercedes hat nach der "irreführenden Aussage" von Lewis Hamilton in Australien Sportdirektor Dave Ryan entlassen. Der Formel-1-Weltmeister entschuldigte sich unterdessen für sein Verhalten.

(dpa) Der eine schwindelt, der andere muss gehen. Die Affäre um die Falschaussage seines Chefpiloten Lewis Hamilton hat zu ersten Konsequenzen im Formel-1-Team McLaren-Mercedes geführt. Der deutsch-britische Rennstall suspendierte am Freitag, den 3. April 2009 in Sepang seinen Sportdirektor Dave Ryan mit sofortiger Wirkung. "Das ist ein trauriger Tag", meinte Teamchef Martin Whitmarsh bei der Bekanntgabe. Ryan habe den Stewards bei der Anhörung nach dem Rennen in Australien "nicht die volle Wahrheit" gesagt. "Konsequenterweise haben wir ihn suspendiert", sagte Whitmarsh, der erst seit Anfang März als Nachfolger von Ron Dennis dem Team vorsteht.

Antworten als "absichtlich irreführend" gewertet

Der 54-jährige Ryan, der seit 1974 bei McLaren arbeitete, hatte Hamilton am vergangenen Sonntag zu der Befragung bei den Rennkommissaren nach dem Grand Prix in Australien begleitet. Die Einlassungen des Weltmeisters bei der Befragung wurden am Donnerstag von den Stewards nachträglich als "absichtlich irreführend" gewertet. Hamilton wurde für das Rennen in Australien und verlor Rang drei. Toyota-Pilot Jarno Trulli erhielt seinen dritten Platz zurück.

Hamilton entschuldigt sich mit leiser Stimme

Hamilton selbst versuchte am Freitag, zwei Tage vor dem Großen Preis von Malaysia, sein Saubermann-Image zu retten. "Ich habe gemerkt, dass es ein großer Fehler ist. Ich habe mich noch nie so schlecht gefühlt", sagte er sichtlich mitgenommen an der Seite seines Vaters Anthony. "Ich bin kein Lügner. Ich habe in meinem Leben noch nie gelogen. Ich kann nicht sagen, wie beschämend das für mich ist", erklärte der 24-Jährige. Als Grund für seine falsche Aussage gab er an, dass Teammanager Dave Ryan ihn aufgefordert habe, Informationen zurückzuhalten. "Ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken", so Hamilton mit leiser Stimme. "Ich bin in die Irre geführt worden." Der angeschlagene Weltmeister betonte, er habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu schaden. Doch letztlich war sein Verhalten und das seines Teammanagers nichts anderes als versuchter Betrug und ein klarer Verstoß gegen das Fairplay. "Ich hatte ein fantastisches Rennen, meinen Platz und meine Punkte", sagte der jüngste Champion der Formel-1-Geschichte. Umso unverständlicher seine Falschaussage.

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