McLaren–Mercedes MP4–21

McLaren–Mercedes MP4–21

McLaren–Mercedes MP4–21

— 24.01.2006

Die Quadratur des Pfeiles

Mercedes testet seinen neuen Boliden. Weniger Schub, beschnittene Aerodynamik – laut Norbert Haug die "Quadratur des Kreises".

Testwoche mit Montoya und Räikkönen

Für McLaren-Mercedes hat mit der Jungfernfahrt des neuen Silberpfeils das "Unternehmen WM-Titel" begonnen. Am Montagmorgen (23. Januar) um 9.15 Uhr drehte der spanische Testpilot Pedro de la Rosa im weiterhin noch orange lackierten MP4-21 die sogenannte Installationsrunde auf dem Circuit de Catalunya in Barcelona. Die Herausforderung sei jedes Jahr die gleiche, "aber diesmal gab es noch intensivere Aufgaben-Stellungen als sonst", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug mit Blick auf die neuen V8-Motoren. "Die Karten werden neu gemischt."

Der Auftakt der fünfwöchigen Testfahrten verlief nach dem Geschmack von Haug. "Wir sind sehr zufrieden, daß unser neuer MP4-21 heute sein Debüt erfolgreich absolviert hat. Seine Kenndaten versprechen, daß wir mit ihm eine gute Basis haben. Wir haben seit Mai vorigen Jahres in die richtige Richtung gearbeitet und hoffen, dies in der neuen Saison fortsetzen zu können", sagte Haug nach einem ersten Check der neuen Bauteile.

Am Dienstag und Mittwoch (24. und 25. Januar) wird der Kolumbianer Juan Pablo Montoya den neuen Wagen testen, für den nicht mehr der jüngst zu Red Bull Racing gewechselte Star-Designer Adrian Newey und Motorenbau-As Mario Illien verantwortlich zeichneten. Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) darf sich am Donnerstag und Freitag mit dem neuen Dienstwagen vertraut machen. "Jeder im Team freut sich auf die neue Saison. Mit dem heutigen Testbeginn des neuen MP4-21 sind wir in unseren Vorbereitungen einen großen Schritt vorwärts gekommen", erklärte McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.

Die Erwartungen an die Wettbewerbsfähigkeit des neuen Autos seien groß, nachdem der MP4-20 für eine Ausfallquote von über zehn Prozent sorgte. "Unsere Aufgabe ist jetzt, bei sechs weiteren Tests nach Barcelona und insgesamt über 20 Testtagen, die wir größtenteils mit zwei MP4-21 bestreiten werden, das Auto so für Bahrain vorzubereiten, daß wir an die Leistungen des letzten Jahres anknüpfen können", ergänzte Haug weniger als zwei Monate vor dem mit Spannung erwarteten Auftakt im Wüstenstaat am 12. März.

6500 Kilometer sind schon abgespult

Ein zweites Chassis soll vom 13. Februar an bei den Testrunden in Valencia zum Einsatz kommen. Das Zusammenspiel der Michelin-Reifen mit dem Wagen wurde bereits seit Dezember auf die Probe gestellt – in der neuen Saison dürfen die Reifen wieder gewechselt werden. Auch wenn sich das Konzept des MP4-21 am Vorgängermodell orientiert, mit dem der britisch-schwäbische Rennstall zehn Rennen in der vergangenen Saison gewann, aber auf Grund seiner Unzuverlässigkeit auch den WM-Titel im Kampf gegen Fernando Alonso (Spanien) und Renault verlor, handelt es sich um ein komplett neues Auto.

Deutlich wird dies insbesondere im Heckbereich. Im Inneren steckt der V8-Motor FO 108S V8, 95 kg schwer. Seine Leistung dürfte wie bei der Konkurrenz zwischen 720 und 750 PS liegen. Die Nase des neuen Renners fällt stark nach unten ab. Die gedämpfte Anschubkraft in Kombination mit der weiteren "Beschneidung" der Aerodynamik bezeichnete Haug als "die Quadratur des Kreises". 6500 Testkilometer hat der neue Motor bereits auf der Rennstrecke hinter sich, "mehr als doppelt so viele auf den Prüfständen in Brixworth und Stuttgart", meinte Haug. Der Motor war das erste Mal am 13. September in Silverstone auf einem Kurs getestet worden.

Das Heck des Boliden, mit dem McLaren-Mercedes nach dem Triumph von Mika Häkkinen (Finnland) 1999 endlich wieder aufs oberste Treppchen will, ist ebenso wie bei den bereits offiziell vorgestellen Toyota TF106 und BMW-Sauber F1 2006 noch schmaler, der Renner insgesamt taillierter. Geblieben sind vorerst allerdings die markanten Stier-Hörner und der geschwungene Frontflügel. Bis zum Saisonbeginn sollen weitere Entwicklungsstufen realisiert werden. Ein "gutes Gefühl" hatte de la Rosa bereits nach ein paar Runden. "Aber natürlich ist es noch zu früh, um das ganze Potential des Autos zu erkennen."

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