Medikamente am Steuer

Vorsicht, Nebenwirkungen: Medikamente am Steuer Vorsicht, Nebenwirkungen: Medikamente am Steuer

Medikamente am Steuer

— 28.11.2007

Vorsicht, Nebenwirkungen

Medikamente am Steuer: Sie machen gesund. Und fahruntauglich. Wer Medikamente gegen Husten nimmt, sollte das Auto im Zweifel stehen lassen. Die medizinischen Mittel können Sie den Führerschein kosten.

Haaaatschi! Auch erkältet? Kein Wunder: Mal warm, mal kalt – richtig angezogen ist man in dieser Jahreszeit eigentlich nie. Und ruck, zuck ist die Erkältung im Anmarsch. Doch statt Husten oder Schnupfen zu Hause gründlich zu kurieren, schlucken wir Tabletten oder nehmen einen kräftigen Schluck aus der Hustensaftpulle. So präpariert, geht's ab ans Steuer. Getreu dem Motto: Ein Husten haut uns noch lange nicht um. Vielleicht aber die Arznei. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat warnt: Jeder vierte Unfall auf unseren Straßen passiert nach der Einnahme von Medizin. So manches freiverkäufliche Hustenmittel setzt den Fahrer außer Gefecht. Besonders gefährlich: Hustenblocker oder -stiller (siehe Tabelle). Sie blocken nicht nur den Husten ab, sondern auch die Sinne. Und Codein, ein beliebter Wirkstoff gegen Reizhusten, senkt die Fähigkeit der Augen, sich an wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen. Gefährlich in der Dämmerung oder bei Blendung durch entgegenkommende Autos.

Viele Mittel – wie etwa Melissengeist – enthalten außerdem Alkohol. Wie dieser kann Medizin den Führerschein kosten (§ 316 StGB): "Entweder weil sie berauschend wirkt oder die körperlichen Fähigkeiten einschränkt", so AUTO BILD-Rechtsexperte Rolf-Peter Rocke. Auch die Ausrede, man habe den Beipackzettel nicht gelesen, hilft da nicht (§ 315 c StGB). Für Kranke gilt also: Vor Fahrtantritt den Beipackzettel der eingenommenen Arznei genau lesen. Noch besser: Hände weg vom Steuer und ab ins Bett!
Freiverkäufliche Hustenblocker
Medikament Wirkstoff Nebenwirkungen
Neo Tussan, Hustenstiller ratiopharm, Wick Formel 44 Hustenstiller Dextrometorphan (DXM)
(findet in der Drogenszene Verwendung)
Überkleit, Schwindel, Erbrechen, Müdigkeit. In hohen Dosen Euphorie, Unruhe, Wahrnehmungsstörungen, verschlechterte Augenkoordination, (sogenannter Tunnelblick), Pupillenerweiterung (Blendeempfindlichkeit)
Wick- Medinait-Saft neben DXM und Alkohol (18 Vol.-%) auch dem Amphetamin verwandte Substanz und Doxylamin (stark dämpfendes
Antihistaminikum=Antiallergikum
Ephedrin: Überlagerung von Ermüdungen, Antriebssteigerung, Euphorisierung, eingeschränktes Reaktionsvermögen, Doxylamin: Schwindel, Schläfrigkeit, Konzentrationsstörungen, Benommenheit, Verlängerung der Reaktionszeit, Unruhe, Erregung, aber auch Schlaflosigkeit, Verwirrung
Silomat-Tropfen gegen Reizhusten, inzwischen vom Markt genommen, aber in vielen Haushalten noch vorhanden Clobutinol und Alkohol Schwindel, Schläfrigkeit, Halluzinationen, Angstgefühle und Schlaflosigkeit
Gängige Schmerz- und Rheumamittel
Medikament Wirkstoff Nebenwirkungen
Aspirin Acetylsalicylsäure Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen,
eingeschr. Reaktionsvermögen, Müdigkeit
Ibuhexal Ibuprophen Kopfschmerzen, Schwindel, Seh- und Hörstörungen, in Verbindung mit
Alkohol nicht vorhersehbare Reaktionen
Paracetamol ratiopharm Paracetamol Überempfindlichkeitsreaktionen mit evtl. Blutdruckabfall, Leberschäden, in Verbindung mit Alkohol unkalkulierbare Reaktionen
Teufelskralle Stada Trockenauszug aus der Teufelskrallenwurzel,
Auszugsmittel: 60 % Alkohol, planzliches Antirheumatikum
Schwindel, Kopfschmerzen; bei Diabetikern, die mit Insulin behandelt werden, ist ein Blutzuckeranstieg möglich

Autor: Stefan Szych

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