Medikamente am Steuer

Medikamente am Steuer

— 08.12.2004

Rausch aus der Apotheke

Erst fragen, dann schlucken viele Medikamente benebeln die fnf Sinne.

Jeder vierte Unfall mit Medizin im Blut

Manchmal kann man es einfach nicht verhindern. Warme Jacke, Schal und Mtze die Erkltung kommt trotzdem. Unerbittlich. Kopfund Gliederschmerzen, eine laufende Nase und im schlimmsten Fall auch noch Fieber. tzend. Und was tun wir? Statt das Bett zu hten, werfen wir Pillen ein, schlrfen Wundersaft und ab ans Steuer. Das Leben geht weiter, und eine Erkltung bringt uns nicht um. Hoffentlich.

Denn Experten sehen das etwas anders: Bereits jeder vierte Unfall auf deutschen Straen passiert nach der Einnahme von Medikamenten. Gerade jetzt, zur Schnupfenzeit. Die Ursache: Egal ob Hustensaft, Erkltungsmittel oder Schmerztabletten, verschreibungspflichtig oder frei verkuflich viele Medikamente benebeln die Sinne.

Verstrkt wird das Problem, wenn der Autofahrer mehrere Mittel durcheinander schluckt. Gerade in vermeintlich harmlosen Mitteln lauern kleine Zeitbomben, die die Fahrtchtigkeit einschrnken. Da ist Alkohol drin (zum Beispiel Klosterfrau Melissengeist, 79 Prozent hicks!), mdemachende Substanzen (zum Beispiel Wick MediNait) oder aufputschendes Ephedrin (zum Beispiel in Wick DayMed). Nur drei Beispiele, die Liste liee sich beliebig verlngern. Mal ganz ehrlich: Haben Sie das gewut? Nein? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft.

Bugeld, Fahrverbot, Freiheitsstrafe

Rund 80 Prozent aller Autofahrer, die Erkltungs-Medizin schlucken, ahnen nicht, da diese die Fahrtchtigkeit wie Rauschmittel beeinflussen. Dabei warnen die Beipackzettel vor solchen Nebenwirkungen. Aber wer liest den schon. Lauter kleingedrucktes Fachchinesisch. Und irgendwo mittendrin sind die Warnungen versteckt.

Deshalb fragen Sie im Zweifel lieber ihren Arzt oder Apotheker. Denn Unwissenheit schtzt vor Strafe nicht. Wird nmlich nachgewiesen, da ein Unfall durch die Einnahme von Medikamenten verursacht wurde, erlischt nicht nur der Kasko-Schutz der Kfz-Versicherung. Es drohen auerdem Bugeld, Fahrverbot und im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe. Die Rechtssprechung kennt hier kein Pardon.

Das Oberlandesgericht Kln urteilte: Wer Medikamente einnimmt und sich danach ans Steuer setzt, ohne den Hinweis auf mgliche Beeintrchtigungen der Fahrtchtigkeit durch das Medikament zu beachten, handelt unverantwortlich und damit grob fahrlssig (Az: VersR 86,229). Also: Im Zweifel lieber ohne. Schnupfenmittel. Denn mit Medikamenten dauert die Erkltung sieben Tage, ohne eine Woche. Und wenn Sie sich total matschig fhlen, helfen Busse, Bahnen oder Taxi weiter.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen gnstig kaufen und Geld sparen.


Kfz-Versicherung