Mehr als 500.000 Renault in die Werkstätten

Mehr als 500.000 Renault in die Werkstätten

— 07.08.2002

Diesel drohen Motorschäden

Renault ruft europaweit 502.999 Fahrzeuge zurück. Grund ist ein möglicher Defekt am Keilriemen. Der schlimmstenfalls zu schweren Motorschäden führt.

Der französische Autobauer Renault ruft weltweit 502.999 Diesel-Fahrzeuge der Typen Scénic, Laguna (nur erste Generation), Espace und Mégane in die Werkstätten. Grund ist ein möglicher Defekt am Keilriemen, der überspringen und reißen kann. In Extremfällen kann dadurch die Funktion des benachbarten Zahnriemens beeinträchtigt werden und einen Motorschaden verursachen. "Ein eventueller Schaden hätte keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Fahrsicherheit: Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Motorausfalls bleibt das Fahrzeug lenkbar, volle Bremskraft ist in jedem Fall durch die Unterdruckreserve des Bremskraftverstärkers gewährleistet", versichert Thomas May-Englert, Leiter Produktkommunikation Deutsche Renault. Somit handele es sich bei der jetzt anlaufenden Aktion nicht um einen Rückruf, sondern um eine "vorbeugende Maßnahme".

In Deutschland sind 37.725 Fahrzeuge betroffen (weltweit 502.999), die von 1997 bis Anfang 2000 gebaut wurden. Dabei geht es ausschließlich um Modelle mit 1.9-Liter-Dieselmotoren (1.9 dTi bzw. 1.9 dCi), die zudem mit Klimaanlage ausgestattet sind, sowie um Fahrzeuge mit 1.9 dT-Motor, die bis Anfang 2001 gebaut wurden. Die Gefahr, dass der Keilriemen überspringt, besteht laut Renault nur unter "ungewöhnlichen Fahrbedingungen": beim Beschleunigen mit Volllast (durchgetretenem Gaspedal) aus sehr niedrigen Drehzahlen um 1500/min.

Die technische Lösung sei bereits vorhanden: Renault montiert bei allen genannten Modellen eine modifizierte Riemenscheibe mit Freilauf, die mögliche Spannungsschwankungen ausgleichen kann. Besitzer der fraglichen Modelle werden benachrichtigt, die Riemenscheibe wird bei den Renault Partnern kostenlos ausgetauscht. Gegenüber der Presseagentur dpa sagt May-Englert, es handele sich um ein "marginales Problem": "Wir haben nur eine verschwindend geringe Anzahl von konkreten Störfällen registriert – umgerechnet 0,3 Prozent der genannten Fahrzeuge – und diese in der Regel auch nur bei hohen Laufleistungen."

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