Mein Freund, der Superstar

Mein Freund, der Superstar Mein Freund, der Superstar

Mein Freund, der Superstar

— 19.04.2007

Adrian Sutil über Lewis Hamilton

In der Formel 3 Teamkollegen, heute noch dicke Freunde in der Formel 1. Adrian Sutil beschreibt exklusiv in AUTO BILD Lewis Hamilton.

Unglaublich! Mein Kumpel Lewis Hamilton (23) ist der neue Superstar in der Formel 1. In den ersten drei Rennen schaffte er es dreimal aufs Podium. Das hat noch kein Neuling vor ihm geschafft. Und jetzt ist er zusammen mit Fernando Alonso und Kimi Räikkönen sogar WM-Erster! Überrascht bin ich davon aber nicht. Ich wusste, dass er sich vor niemandem fürchten muss. Dass er auf gleichem Level fährt wie sein McLaren-Mercedes-Teamkollege und Doppelweltmeister Fernando Alonso. Denn seit 2005, unserer gemeinsamen Zeit beim ASM-Team in der Formel 3 EuroSerie, bin ich eng mit Lewis befreundet.

Mit 16 Jahren schon zusammen auf der Kart-Bahn

Sunny-Boy Hamilton hat bisher alle Serien gewonnen die er gefahren ist.

Gesehen habe ich ihn zum ersten Mal im Jahr 2000, als er zusammen mit Nico Rosberg (heute Formel 1 bei Williams) in der Kart-EM fuhr. Ich konnte es kaum glauben, welche Möglichkeiten die beiden schon zu Kartzeiten hatten. Das Team von Nicos Vater Keke (Formel-1-Weltmeister 1982) war absolut professionell. Ich dagegen hatte gerade erst mit dem Rennsport angefangen, fuhr mit dem übelsten Kart, sah den 16-jährigen Lewis und habe nur gedacht: Mann, der hat’s echt gut. Wie heute auch noch. Immerhin fährt er jetzt im Top-Renner von McLaren-Mercedes und ich bei Spyker mit einem Fünftel von deren Budget. Eigentlich kommt Lewis aus einfachen Verhältnissen. Sein Vater war in England Bahnangestellter, finanzierte die Karriere seines Sohnes mit Nebenjobs. Doch mit 13 Jahren hat er McLaren-Teamchef Ron Dennis als Förderer gewonnen. Das Glück des Tüchtigen, denn er hat immer auch Leistung gebracht.

Gemeinsame Erinnerungen: Formel 3 EuroSerie und GP2

Adrian Sutil führt seine Zweikämpfe in den hinteren Reihen und hofft auf die B-Version seines Spyker-Boliden.

Letztes Jahr beim Gewinn der GP2-Meisterschaft und vorher in der Formel 3 EuroSerie. Da ist er Meister geworden, ich als sein Teamkollege Vizemeister. Schon damals war er sehr schnell und konstant, hat wenig Fehler gemacht. Und wie heute riskierte er sehr viel. Wenn man ihn angreift, dann drückt er einen lieber raus und beendet das Rennen im Kies, als dass er einen Platz verliert. Für mich war es eine großartige Erfahrung, so einen starken Teamkollegen zu haben. Wir haben uns gegenseitig gepusht. Auf vielen Strecken halte ich heute noch den Bahnrekord, auf anderen er. Selbst zwei Jahre später haben die Jungs es immer noch nicht geschafft, alle unsere Bestzeiten zu knacken. Im letzten Jahr habe ich ihn dann manchmal im GP2-Fahrerlager besucht – als Spyker-Freitagstester hatte ich meine Einsätze in der Formel 1.

Auch der Kontakt zur Familie Hamilton ist sehr gut

Eine Quelle seiner Stärke sieht Hamilton im Rückhalt seiner Familie. Vor allem Bruder Nicolas ist ein Vorbild.

Mit der ganzen Familie Hamilton habe ich immer guten Kontakt gehabt. Der Bruder ist ein supercooler Typ. Davon, dass er spastisch gehandicapt und gehbehindert ist, lässt er sich nicht unterkriegen und besucht mich oft im Fahrerlager. Auch der Vater – seine Vorfahren kamen aus der Karibik – ist immer dabei. Lewis ist ein eher ruhiger Typ – trotzdem für jeden Spaß zu haben. Vor Bahrain waren wir zusammen auf Bali im Urlaub. Alles war wie früher. Lewis ist kein Typ, der abhebt. Aber er ist superehrgeizig. Es macht ihn wahnsinnig, wenn er auf der PlayStation gegen mich verliert. Ich hoffe, dass ich in zwei bis drei Jahren auch auf der Rennstrecke mit konkurrenzfähigem Material gegen ihn kämpfen kann.

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