MeinFernbus und FlixBus an einem Busbahnhof

MeinFernbus und Flixbus planen Fusion

— 08.01.2015

Neuer Fernbusriese entsteht

Neue Übersichtlichkeit am Fernbusmarkt: MeinFernbus und Flixbus planen eine Fusion. Künftig sind mehr Fahrten in europäische Nachbarländer geplant.

(dpa) Nach dem Fernbusboom in Deutschland wollen MeinFernbus und FlixBus gemeinsam ein europaweites Netz aufbauen. Die beiden größten deutschen Anbieter kündigten an, sich zusammenzuschließen und mehr Fahrten ins benachbarte Ausland anzubieten. In Deutschland sind zusätzliche Expressverbindungen ohne Zwischenhalte, dichtere Takte und neue Ziele geplant. Näheres will der neue deutsche Marktführer an diesem Freitag (9. Januar 2015) bekanntgeben. "Wir bündeln unsere Stärken zu einem gemeinsamen Ziel und nehmen jetzt Kurs auf Europa", sagte FlixBus-Gründer Jochen Engert. MeinFernbus-Gründer Torben Greve kündigte dichtere Fahrttakte und mehr Expressverbindungen an. In den nächsten Monaten wollen beide Anbieter ihre Streckennetze flächendeckend verbinden.   
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Der seit der Liberalisierung vor zwei Jahren boomende Fernbusmarkt bleibt damit in Bewegung. MeinFernbus hatte im vergangenen Jahr 7,2 Millionen Fahrgäste befördert, FlixBus 3,5 Millionen. Gemessen an den Fahrgästen dürften beide damit insgesamt gut die Hälfte des Fernbusmarktes abdecken, gemessen am Angebot sind es nach Zahlen des Berliner Iges-Instituts sogar drei Viertel.    Die MeinFernbus GmbH beschäftigt an ihren Sitz in Berlin 250 Menschen, die Flixbus GmbH in München 230. Hinzu kommen mehrere Hundert Fahrer und Disponenten bei den mittelständischen Partnern. Zum Sitz des fusionierten Unternehmens machten die Beteiligten keine Angaben. Nach Informationen der Berliner Industrie- und Handelskammer wird es die Bundeshauptstadt sein. "Berlin ist schon heute das wichtigste Drehkreuz im Fernbusmarkt", teilte die Kammer mit. Allein am Berliner Zentralen Omnibusbahnhof seien 2014 mehr als 170.000 Busse abgefertigt, 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem halten Fernbusse am Ostbahnhof, am Südkreuz und am Alexanderplatz.  
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Das Bundeskartellamt kann die geplante Fusion aus Sicht der Bus-Unternehmer nicht stoppen. Denn verglichen mit Flugzeug, Auto und Bahn deckt der Bus nur einen kleinen Teil des Fernverkehrsmarktes ab. Allein die Bahn hatte 2013 in ihren ICE-, IC- und EC-Zügen 131 Millionen Fahrgäste. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen widersprach. "Ich bin nicht sicher, ob das Kartellamt da mitmacht", sagte Verkehrsexpertin Marion Jungbluth und warnte vor einem Monopol. Über die finanziellen Details des Geschäfts sei Schweigen vereinbart worden, hieß es. Beteiligt ist auch der Wachstumsfinanzierer General Atlantic. Dessen Deutschlandchef Jörn Nikolay sprach von einem enormen Wachstumspotenzial im europäischen Fernbus-Linienverkehr. 

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