Melkus RS 2000

Melkus RS 2000 Melkus RS 2000

Melkus RS 2000

— 20.03.2009

Der Flügeltürer aus dem Osten

Ein neuer deutscher Sportwagen biegt auf die Zielgerade ein: Melkus, die traditionsreiche Auto-Dynastie aus Dresden, wagt mit einem bildschönen Mittelmotor-Zweisitzer das Comeback.

Drei Zylinder, 1000 Kubik, 75 PS. Es gab mal eine Zeit, da lagen Autofahrer mit solchen Leistungsdaten ganz weit vorn. Es war die Zeit des real existierenden automobilen Einheitsbreis, als sich der Dresdner Rennfahrer und Konstrukteur Heinz Melkus aufmachte, den ostdeutschen Fahrzeugmarkt mit einer 1,07 Meter flachen Flügeltürflunder auf Basis des Wartburg 353 aufzumischen. Obwohl Melkus zwischen 1969 und 1979 nur 101 Autos fertigte, wurde der RS 1000 zur Legende. Nun ist Melkus zurück – mit dem RS 2000, einem reinrassigen Sportwagen mit Mittelmotor, rund 270 PS und den charakteristischen nach oben schwingenden Türen. Im November 2009 sollen die ersten von jährlich 25 handgefertigten Exemplaren die Produktionshallen in einem Dresdner Industriegebiet verlassen – zum Stückpreis von 100.000 Euro. AUTO BILD durfte exklusiv hinter die Kulissen schauen und dabei sein, als das 1:1-Modell den letzten Schliff bekam.

950 Kilo Leergewicht, 270 PS: Der RS 2000 verspricht Fahrspaß in Reinform

Leichtbau-Chassis, 270 PS und ein Hintern zum Anbeißen: Der neue Melkus wird eine echte Fahrmaschine.

"Der Wagen soll aus jeder Perspektive spannend wirken", sagt Lutz Fügener, Professor für Transportation Design an der Hochschule Pforzheim. "Eine strikte Vorgabe war auch, dass die Wölbung über den Vorderrädern aus der Fahrerperspektive immer sichtbar ist." Trotz der kompakten Abmessungen – 3,90 m Länge, 1,75 m Breite, 1,12 m Höhe – schufen Fügener und sein Kompagnon Jens Timmich eine kraftvolle und zugleich zeitlose Form. Modischer Schnickschnack war ebenso unerwünscht wie Retroelemente. Im Mittelpunkt steht für die Firmenchefs Peter Melkus und seinen Sohn Sepp allerdings das Fahrerlebnis, deshalb setzen sie konsequent auf Leichtbau. Die Karosserie des RS 2000 besteht aus Glas- und Kohlefaserwerkstoffen, das Chassis aus hochfestem Aluminium, die energieabsorbierenden Crashboxen aus Carbon. Angepeilt ist ein Leergewicht von rund 950 Kilo. Für die Rennstrecke, erklärt Sepp Melkus, sei eine abgespeckte und leistungsgesteigerte Variante mit bis zu 320 PS denkbar. Wer den aufgeladenen 1,8 Liter großen Vierzylinder beisteuert, will er noch nicht verraten. Nur so viel: Der Hersteller sitzt auch im Osten – im Fernen allerdings.

Autor: Matthias Moetsch

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