Mercedes 190

Mercedes 190: Gebrauchtwagen

— 15.11.2010

Baby-Benz bald billiger

AUTO BILD-Archiv-Artikel 1/1988: Der Fluch des Bestsellers holt Mercedes-Besitzer ein. Das Angebot an gebrauchten 190er-Modellen wird immer größer. Schlecht für Verkäufer, gut für den Käufer.

Es ist noch gar nicht lange her, da wusste man bei Mercedes nicht, wie Gebrauchtwagen geschrieben wird. So jedenfalls behaupten es böse Zungen. In den letzten Wochen und Monaten soll sich dies schlagartig geändert haben. Auslöser: Der Verkaufserfolg des kleinen Mercedes 190 hat die Händler eingeholt. Tag für Tag wächst die Zahl jener 190er-Fahrer, die ihren Wagen in Zahlung geben wollen – natürlich wie gewohnt zu Höchstpreisen. Doch mittlerweile übersteigt das Angebot gebrauchter Exemplare erheblich die Nachfrage. Momentan sind die Zeichen der Zeit vielerorts noch nicht erkannt worden. Viele 190er-Verkäufer fordern selbst für betagte Modelle noch immer Höchstpreise.

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Doch spätestens dann, wenn demnächst das gute Stück zum zehnten Mal annonciert wird und kein Interessent anbeißt, bleibt nichts anderes übrig, als im Preis nachzulassen. Nach einem Produktionszeitraum von mittlerweile fünf Jahren kann der Gebrauchtwagen-Interessent beim 190er zwischen acht verschiedenen Modellen wählen. Am häufigsten wird die Diesel-Version mit dem 2,5-Liter-Motor angeboten (ab Baujahr 1985). Ohne Zweifel zählt dieser Wagen mit zum Feinsten, was in dieser Klasse auf unseren Straßen läuft. Bauarttypische Schwächen sind an dem 90-PS-Fünfzylinder nicht bekannt geworden. Beim 190er-Benziner, den es heute ab 102 PS aufwärts bis zur 185 PS starken 16-Ventil-Variante gibt, gibt es hin und wieder Ärger.

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Denn nicht sämtliche Kinderkrankheiten sind im Rahmen eines Garantie-Antrages oder auf dem Kulanzweg auskuriert worden. Nehmen Sie sich also vor Angeboten in Acht, bei denen die Leerlaufdrehzahl stark schwankt oder aber der Motor auf der Autobahn nur mühsam die Höchstgeschwindigkeit bringt. Betroffen sind davon vor allem Modelle aus den Baujahren 1983 und 1984. Ursache für den Leistungsschwund könnte eine verschlissene Nockenwelle sein. Und die ist in Verbindung mit der fälligen Reparatur nicht billig (ca. 1000 D-Mark). Bei der Probefahrt auf der Autobahn sollten Sie sich auch auf die Laufruhe der Hinterachse konzentrieren.

Problem vieler 190er: unprofessionelle Tuning-Exzesse

Summt sie mit zunehmendem Tempo immer lauter, dann ist es mit dem Differentialgetriebe nicht mehr zum Besten bestellt. Werfen Sie vor dem Kaufvertragsabschluß auch einen Blick auf die Reifen und in den Fahrzeugschein. Kontrollieren Sie, ob nachträglich montierte breite Pneus eingetragen sind und wie viel Profil noch vorhanden ist. Manchem 190er-Fahrer genügt die Optik des Breitreifens nicht allein. Ausgefranstes Profil an den Kanten verrät jene 190er-Modelle, die sehr sportlich gefahren wurden. Erwarten Sie bei Daimler-Benz-Werkstätten nicht, dass Sie etwas umsonst bekommen. Im Gegenteil: Auch für den kleinen Mercedes sind Reparaturen teuer, oft sogar sündhaft teuer. Allein für Inspektionen müssen Sie doppelt so tief in die Tasche greifen wie bei vergleichbaren Mittelklassewagen anderer Marken. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, auch wenn Sie den kleinen Daimler demnächst für weniger Geld bekommen.

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