Mercedes 450 SEL: Tuning — 15.03.2011

Völlig losgelöst

Aus heutiger Sicht ist der Mercedes 450 SEL Gullwing von Franco Sbarro geschmacklich total neben der Spur. In den 1980ern konnte das futuristische Coupé aber durchaus punkten. Jetzt steht die Rarität im Internet zum Verkauf.

Echte Automobilisten zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass ihnen mit schiefen Blicken und schrägen Kommentaren nicht beizukommen ist. Abfällige Bemerkungen einer nach Schönheit gierenden Umwelt finden an ihnen ähnlich wenig Halt wie auf Teflon. Diese Fähigkeit muss der mögliche Käufer des Sbarro Shahin Gullwing aber auch mitbringen. Denn aus heutiger Sicht ist der Mercedes 450 SEL Gullwing geschmacklich total neben der Spur. Die Basis, ein Mercedes-Benz 450 SEL 6.9, lief 1976 als viertürige Power-Limousine vom Band. Das Topmodell der damaligen Baureihe W116 leistete durch einen fast Siebenliter großen Achtzylinder 286 PS und lieferte mit 550 Newtonmeter das zu der Zeit stärkste Drehmoment in einem Pkw an die Hinterräder. Tempo 225 und eine Beschleunigung von 7,4 Sekunden auf 100 km/h waren für den 1700 Kilo schweren Gleiter ganz beachtliche Fahrwerte.
Sbarro ist eine in der Schweiz ansässige Design- und Entwicklerschmiede. Der Chef, Franco Sbarro, ist heute 73 Jahre alt.

Sbarro ist eine in der Schweiz ansässige Design- und Entwicklerschmiede. Der Chef, Franco Sbarro, ist heute 73 Jahre alt.

Francesco Zefferino Sbarro, ein 1939 in Italien geborener Designer und Entwickler von zahlreichen Fahrzeugen, formte aus dem 450 SEL Anfang der 1980er den Sbarro Shahin Gullwing, ein futuristisches Coupé mit den vom Mercedes-Flügeltürer bekannten Schmetterlingstüren. Von diesem Fahrzeug existieren gerade mal sechs Exemplare. Die spätere Mercedes-Baureihe W126 wurde ebenfalls zum Sbarro Gullwing umgebaut. Hier fanden sich 28 Abnehmer. Der seltene 450 SEL Sbarro Gullwing sucht jetzt im Internet nach einem neuen Besitzer. Symbolische 1111 Kilometer Laufleistung vermeldet das Exposé. Laut Verkäufer wurde der Wagen im Verlauf von fünf Jahren restauriert. In den Wiederaufbau sollen gut 85.000 US-Dollar geflossen sein. Wobei 20 Zoll große Giovanna Chromfelgen ganz sicher nicht dem Originalzustand entsprechen. Für knapp 50.000 US-Dollar (rund 36.000 Euro) ist die Rarität zu haben.

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Kommentare zum Artikel (12)

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@Alex
18.05.2011, 11:47Uhr

Nachwächter ;-) ...

Wurde doch schon aufgeklärt:

@Findblisch, könnte man meinen ;-) Es handelt sich hier aber um einen seltenen Umbau der W116 Limo (6x). Vom W126 Coupé wurden 28 Sbarro Gullwing gebaut.

Alex
16.05.2011, 09:46Uhr

Hallo!

Euch ist da ein Fehler unterlaufen. Das Sbarro-Coupe ist auf einem SEC-Coupe der Baureihe W126 gebaut (380SEC-560SEC) und nicht auf einem 450 SEL 6,9.

Auch gab es den 450 SEL 6.9 nicht ab 1976, sondern erst ab 1978 zum Ende der Baureihe als Top-Modell.

Schlecht recherchiert.


Alex

Isetta
22.03.2011, 12:07Uhr

Das einzige Vebrechen sind die Felgen, aber die wurden garantiert nicht in den 70ern aufgezogen. Man bedenke, wie Autos damals aussahen – der Sbarro war mit seinem Design der Zeit meilenweit voraus.

excowboy
19.03.2011, 00:24Uhr

Hier ein Video ueber das Fahrzeug. Der Sound ist gigantisch
http://www.youtube.com/watch?v=Fr2pYHDfiRA&feature=feedu

wiegepaul
16.03.2011, 10:57Uhr

fand ich, als es damals aktuell war, eher schwach. - sieht von vorn fast wie ein aktueller VW aus, - nur konsequenter

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