Mercedes A-Klasse (ab 1997)

Mercedes A-Klasse (1997-2004)

— 25.04.2003

Auch ein Baby-Benz altert

Ja, er ist tatschlich schon fnf Jahre alt, der kleine Benz mit dem umwerfenden Laderaum. Und die ersten Gebrechen stellen sich ein.

Fahrwerk und Karosserie

So ndern sich die Zeiten: Noch vor zwei Jahren titelten wir den ersten Gebrauchtwagentest der Mercedes A-Klasse mit "Gteklasse A". Heute, um etliche TV-Prfungen, Leserbriefe und eigene Erfahrungen schlauer, sehen wir den Bonsai-Benz mit etwas anderen Augen. Elchtest? Schwamm drber. Im Nachhinein betrachtet, war das Kippeldrama das Beste, was uns Autokufern passieren konnte. Dadurch setzte sich ESP aus der Luxusklasse in die breiten Schichten der Kompakten durch. Die A-Klasse ist grundstzlich damit ausgestattet, vor dem Elchtest ausgelieferte Fahrzeuge wurden nachgerstet.

Gebrauchtwagensuche: Mercedes A-Klasse



Sorgen deswegen sind brigens unbegrndet, die meisten Leitungen lagen sowieso schon, sodass der Einbau kein Problem darstellte. Wirklich peinlich ist dagegen das Desaster mit der Hinterachse. Deren Lngsschwingen sind in Kegelrollenlagern aufgehngt, an denen die Abdichtung versagen kann. Folge: Wasser dringt ein, Schmierfett wscht aus, die Lager rosten kaputt. Erkennbar ist dieser Schaden allein auf der Hebebhne, seitliches Wackeln der Achsarme offenbart unzulssiges Spiel in den Lagern.

Das Paradoxe am Scheitern der Hightech-Schmiede Mercedes-Benz an dieser Lowtech ist brigens, dass es mit der Marke Citron ein prominentes Vorbild gab auch die Franzosen waren nicht in der Lage, ihre Schwingarme dauerhaft auf Kurs zu halten. Smtliche Innovationen der A-Klasse zeichnen sich dagegen durch unbedingte Zuverlssigkeit aus: Die Karosserie mit dem neuartigen Sandwichboden, berlegen in jedem Crashtest, die vllig neu entwickelten Motoren (der kleine 140er ist brigens vllig ausreichend) und Getriebe keine Klagen bekannt. Na gut, die Automatikgetriebe brigens die kompaktesten der Welt mit fnf Gngen machen schon mal rger. Die Ausfallquote liegt aber im normalen Rahmen.

Motor und Innenraum

Grer ist die Wahrscheinlichkeit, von einem klappernden Stabilisatorgestnge genervt zu werden. Die Reparatur wird nur dann von Mercedes kulant erledigt, wenn das Fahrzeug nicht lter ist als drei Jahre und nicht mehr als 100.000 Kilometer auf der Rolle hat. Apropos Rolle: Der Tacho zhlt natrlich digital, kann umgeschaltet werden auf Auentemperaturanzeige. Fr die Khlwassertemperatur ist dagegen kein Instrument vorgesehen. Folge: Tritt Wassermangel auf, weil ein Marder die Schluche zum Fressen gern hatte oder die Pumpe leckt, wird der Fahrer erst spt von einer Warnlampe informiert mitunter zu spt.

Die Wasserpumpe selbst geht eigentlich selten kaputt, aber wenn, wirds teuer. Denn zum Austausch muss der komplette Motor samt Getriebe abgesenkt werden, so wenig Platz ist im Stummelvorbau der A-Klasse. Im Rest des Fahrzeugs dafr umso mehr. Das Raumkonzept des kleinsten Mercedes berzeugt auf ganzer Linie. Der Kofferraum fasst mindestens 350 Liter das ist Gardema unter den Kompakten. Wird die geteilte Rckbank entfernt und der herausnehmbare Beifahrersitz (Option) dazu, passen 1750 Liter in das 3,57-Meter-Vehikel. Und die Ladelnge von drei Metern von der Heckklappe bis in den Furaum qualifiziert die A-Klasse als Langholztransporter. Noch besser kann es brigens die seit Mrz 2001 verfgbare Langausfhrung man glaubt gar nicht, was 17 Zentimeter ausmachen knnen.

Seit der dazugehrigen Modellpflege ist auch die Verarbeitung sprund hrbar besser die Neuen klappern kaum noch. Bei den lteren gibt es dagegen groe Unterschiede: In manchen herrscht sakrale Stille, andere kltern wie eine Spardose. Aber vielleicht gehrt das dazu bei einem zwar in der Anschaffung teuren Fahrzeug die Gebrauchten machen da keine Ausnahme , das aber im Unterhalt zu den preiswertesten berhaupt gehrt: Die Versicherungseinstufungen aller Modelle liegen sehr gnstig. Wenigstens in diesem Punkt hat sich in den vergangenen zwei Jahren nichts gendert.

Historie, Schwchen, Kosten

Modellgeschichte 5/97 Kundenvorstellung der A-Klasse im Rahmen einer Deutschland-Tournee 9/97 Auslieferungsbeginn als A 140 (82 PS) und A 160 (102 PS) 10/97 Sofortiger Auslieferungsstopp wegen "Elchtest-Patzern" 2/98 Wiederaufnahme der Auslieferungen, ESP serienmig 8/98 Einfhrung von A 160 CDI (60 PS) und A 170 CDI (90 PS) 3/99 Modellberarbeitung, bessere Sitze, wertigerer Kunststoff 4/99 Einfhrung A 190 mit 125 PS 3/01 Modellpflege, 17 cm lngere Langversion neu im Programm 7/04 Der Nachfolger W 169 lst die A-Klasse (W 168) ab

Schwachstellen die Hinterachse ist der Hauptkritikpunkt beim TV, 2,4 Prozent der A-Klassen werden mit Problemen an der Lagerung beanstandet Vorderachse klappert mit dem Stabilisator. Nicht gefhrlich, aber lstig Heckklappe besteht aus zwei miteinander verklebten Kunststoffschalen. Mitunter lst sich der Kleber, dann wird die Klappe getauscht Bremsen neigen bis Baujahr 2000 zum Rubbeln Elektronik spinnt manchmal. Betrifft Tankuhr und lstandsanzeige Lamellen-Schiebedach ist anfllig fr Undichtigkeiten berhitzungen nimmt der Fahrer zu spt wahr die Anzeige fehlt

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes A 140, 60 kW/82 PS, Baujahr 1998. Die Teile an sich sind gar nicht so teuer, aber die verbaute Konstruktion rund um den Motor treibt den Lohnanteil an den Kosten nach oben.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "So rgerlich die Defekte an der Hinterachse auch sind dies ist aber auch schon der einzige Schwachpunkt an der A-Klasse. In smtlichen anderen Prfpunkten liegt das Fahrzeug teilweise weitaus besser als der Durchschnitt, und 86,5 Prozent schaffen ihre erste Hauptuntersuchung nach drei Jahren ohne Mngel. Damit liegt sie auch innerhalb der Mercedes-Baureihen ausgezeichnet. Zum Vergleich dazu der Durchschnitt aller Fahrzeuge: 76,3 Prozent." Werner Lesczensky, Gutachter TV Rheinland/ Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mercedes A 140 Classic (60 kW/82 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 72 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 6,8 Liter, gemessen 7,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (13/1000 Euro SB): 480 Euro. Teilkasko (14/300 Euro SB): 60 Euro. Haftpflicht (11): 550 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife fr Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Anzeige, etwa 200 bis 300 Euro Wertverlust: Dreijhrige verlieren nur rund 36 Prozent vom Neupreis (Hndlerverkaufspreis), danach jhrlich um 700 Euro Verlust

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