Mercedes A-Klasse: Kaufberatung

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Mercedes A-Klasse: Kaufberatung

— 16.12.2015

Gesucht: Die beste A-Klasse

Optisch habe die A-Klasse den Kunden gut gefallen, sagt Mercedes. Nur die Fachpresse hätte am hart abgestimmten Fahrwerken herumgemeckert. Jetzt gibt es eines zum Einstellen. Und sonst? Das klärt die Kaufberatung.

Schon wieder zur Hälfte rum, die Laufzeit der A-Klasse-Baureihe 176. Als sie kam, war die Überraschung fast so groß wie 15 Jahre zuvor, als auf einmal hoch bauende, poppig bunte und unerhört praktische Kleinwagen bei stockseriösen Mercedes-Händlern standen. Die A-Klasse sollte junge Leute zu Mercedes locken, brachte jedoch zunächst nichts als Ärger und der Welt die Erkenntnis, dass bei Mercedes Menschen mit Humor arbeiten. Denn nach dem Umfaller im Elchtest reagierte der Konzern schnell und gründlich, verkaufte nach dem Desaster sogar Stoff-Elche. Trotzdem kauften und fuhren nur wenige junge Leute A-Klassen. Jetzt ist alles anders, vor dem Elchtest fürchtet sich die A-Klasse lange nicht mehr, und in China ist ein typischer A-Klasse-Käufer 34 Jahre alt. Zwei Dinge haben funktioniert: die Marke nach unten zu erweitern und junge Käufer locken.
Überblick: Alles News und Tests zur Mercedes A-Klasse

Weltrekord für Serienvierzylinder: Der A 45 AMG hat 381 PS

Flügel am Dach, der Auspuff laut und die Dämpfer hart: Der A 45 AMG geht wenig subtil ans Werk.

Trotzdem, ein bisschen was Neues musste zur Modellpflege der Baureihe 176 schon her. Das anfangs etwas harte Fahrwerk hatte man schon nach einem Jahr wieder flauschiger gedreht, jetzt ging es um mehr, eine Modellpflege stand an. Wer macht mit? Die Designer zeichneten neue Schwünge in Leuchten und Schürzen, hatten ansonsten Order, nichts zu ändern. Besser beschäftigt waren die Jungs von Fahrwerk und Antrieb. Die einen hatten ein neues Einstellfahrwerk mit zwei Kennlinien abzustimmen, und das bedeutet zunächst einmal doppelte Arbeit, schließlich muss alles zweimal simuliert und gefahren werden. Den Antriebskollegen stand das Übliche bevor: CO2 runter, und wenn dabei ein paar Pferde mehr ins Geschirr steigen, ist das auch kein Fehler. Sieben PS fanden sich jeweils für den stärksten Diesel und den A 250 Sport. Die AMG-Entwickler in Affalterbach nahmen die Modellpflege sportlich: Sie schraubten die Leistung des A 45 AMG auf 381 PS – vorbei am Audi RS 3 (Fünfzylinder, 367 PS) und nebenbei zum Leistungsrekord für Serienvierzylinder. Irrelevant für die meisten Kunden. Die bestellen einen A 180, eventuell auch mit dem Zusatz "d" am Heck. Der ersetzt mit dem Facelift das Kürzel CDI. Eine Common-Rail-Direkteinspritzung – so die ursprüngliche Bedeutung der drei Buchstaben – ist bei Weitem nicht mehr so ungewöhnlich wie zu Zeiten des W 210, der noch mit Wirbelkammermotoren und dem Schriftzug Turbodiesel am Heck erhältlich war.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Für den wäre auf der schmalen Klappe der A-Klasse ohnehin kaum Platz. Womit wir beim relevantesten Nachteil der A-Klasse sind: Denn wo nur wenige Buchstaben auf die Ladeluke passen, ist es nicht weit her mit dem Einladen von Sperrgut. Einen zweiten Golf wollte Mercedes nicht bauen. Auch an der Übersicht beim Rückwärtseinparken ist zu spüren, dass Mercedes – anders als früher – Design über Nutzen stellt. Daran, dass Rücksitzraum, Einstieg und Ausblick nur mäßig sind, hat die Modellpflege naturgemäß nichts ändern können. Wer mehr Platz braucht, den verweist Mercedes an die B-Klasse. Auch der CLA Shooting Brake – technisch eine Art A-Klasse-Kombi – bietet mehr Raum im Heck.
Preise Mercedes A-Klasse: Benziner-Varianten
A 160 A 180 A 200 A 220 4Matic A 250
ab 23.746 Euro ab 24.936 (25.412)* Euro ab 27.911 Euro ab 32.529 Euro ab 32.231 Euro
A 250 4Matic A 250 Sport A 250 Sport 4M. A 45 AMG 4Matic
ab 36.610 Euro ab 36.569 Euro ab 40.948 Euro ab 51.051 Euro
* Blue Efficiency Edition, nicht mit Automatik lieferbar

Keine der beiden Fahrwerkskennlinien übertreibt es

Adaptivfahrwerk: Für 1238 Euro schalten die Dämpfer per Tastendruck auf straff oder weich.

Zurück zur A-Klasse. Die hat mit dem A 160 eine neue Basis in der 100-PS-Klasse und mit dem A 180d Blue Efficiency Edition einen CO2- und Spritsparmeister der Unter-100-Gramm-Liga. Unsere Testwagen hatten das neue Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern und federten damit – je nachdem, welche der beiden Kennlinien angewählt war – flauschig weich oder verbindlich straff. Die eine ist straffer als das Standardfahrwerk, die andere softer – so ergibt sich eine spürbare Spreizung zwischen den Kennlinien. Keine der beiden Fahrwerkskennlinien übertreibt es: Weder wankt die A-Klasse in Comfort übermäßig, noch nervt die Sport-Stellung auf schlechten Straßen – ein überlegenswertes Extra für engagierte Fahrer und in Verbindung mit der AMG Line preislich interessant, weil der Aufschlag erträgliche 893 Euro beträgt; sonst kosten die Adaptivdämpfer 1238 Euro. Oder man kauft für 1071 Euro das Panorama-Schiebedach: Es bringt mit seiner riesigen Öffnung Licht und Luft ins Auto und nervt weder mit Zugluft noch mit Wummern.
Preise Mercedes A-Klasse: Diesel-Varianten
A 160d A 180d A 200d A 200d 4Matic A 220 d A 220 d 4Matic
ab 26.424 Euro ab 27.376 (27.851)* Euro ab 28.685 Euro ab 33.064 Euro ab 34.647 Euro ab 36.848 Euro
* Blue Efficiency Edition, nicht mit Automatik lieferbar

Gute Wahl: Die meisten entscheiden sich für einen A 180

Etwas knurrig, aber herrlich kräftig: Wer oft lange Strecken fährt, findet im A 220d einen guten Partner.

Mit dem Facelift, das sich durch eine zentrale Strebe im Grill ausweist, beherrscht der Auffahrwarner nun auch autonome Teilbremsungen. Falls das alles nichts geholfen hat, telefoniert das Notrufsystem Hilfe herbei (ab Audio 20). Der Konditionswächter Attention Assist signalisiert dem Fahrer über eine fünfstufige Balkenanzeige, was von seiner Konzentration zu halten ist. Ob Automatikkäufer die neue Launch-Funktion des Doppelkupplungsgetriebes brauchen, sei dahingestellt. Nützlicher ist jene Funktion, die mit Segeln zwar nichts zu tun hat, aber so heißt: Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, schaltet das Doppelkupplungsgetriebe in den Leerlauf, lässt die A-Klasse rollen und nutzt so die kinetische Energie. Selbst bei leichtem Antippen des Bremspedals bleibt die Funktion aktiv und ist damit sehr praxisgerecht nutzbar. Wer diese im Eco Modus aktive Funktion in seinen Fahrstil einbaut, kann sehr gelassen unterwegs sein. Beim Blick auf den Tacho wird er – oder sie – feststellen, dass gelassen nicht langsam bedeuten muss und dass die Instrumente seit der Modellpflege feingliedriger gezeichnet sind. Welchen Motor soll man nun wählen? Nun, die meisten entscheiden sich für einen A 180 und liegen damit sicher nicht falsch. Richtig Laune macht der kräftig durchziehende A 250 Sport, und für notorische Langstreckler ist der zwar etwas knurrige, aber herrlich kräftige A 220d ein guter Partner.

Weitere Infos zur Mercedes A-Klasse und ihren wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen Daten und Tabellen gibt es im Online-Artikelarchiv als PDF-Download.

Kaufberatung: Mercedes A-Klasse

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von der Mercedes-Benz A-Klasse(W 176) (Kaufberatung).

Veröffentlicht:

28.10.2015

Preis:

1,00 €

Mercedes A-Klasse: Kaufberatung

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Autor:

Andreas Of

Fazit

Ich war skeptisch, als die neue A-Klasse kam: modischer als bis dahin von Mercedes gewohnt, unpraktischer und scheinbar weniger durchdacht als der zum Schluss sehr überzeugende Vorgänger. Doch für Daimler geht die Rechnung auf: Mehr und jüngere Kunden kaufen die A-Klasse. Zudem überzeugt der Fahreindruck – speziell mit den bemerkenswert sorgfältig abgestimmten Einstelldämpfern. Verbindlicher zeigt sich auch die Bordelektronik: Neu sind Apple Carplay und Remote-Funktionen. Mehr innere als äußere Werte also. Wie früher.

Stichworte:

Kompaktklasse

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