Mercedes A-Klasse (W 176): Kaufberatung

— 26.07.2012

A wie anders

Selten unterschied sich ein neues Auto so radikal vom Vorgänger wie die dritte Generation der A-Klasse. Unsere Kaufberatung erklärt die neuen Modelle – Motoren, Ausstattungen und Preise.



"Die Chance, mit einem weißen Blatt Papier zu beginnen, gibt es in der Autoentwicklung nicht oft." Dieses Zitat von Daimler-Chef Zetsche bringt es auf den Punkt; selten unterschied sich ein neues Auto so radikal vom Vorgänger wie die A-Klasse des Typs W 176. Wir wollen an dieser Stelle nicht schon wieder die alte Mär vom Rentnerimage und dem Elchtest-Desaster aufwärmen – Schwamm drüber, beides wird sich mit Sicherheit nicht wiederholen. Denn die neue A-Klasse setzt optisch wie technisch voll auf Dynamik. Kunden, die ein kleines Großraumauto samt hoher Sitzposition wünschen, werden ab sofort nur noch von der B-Klasse bedient. Es wäre ja auch töricht gewesen, den offensichtlich boomenden Markt der sportlichen Edel-Kompaktwagen den Audi A3s und BMW 1ern zu überlassen. Und sogar ein VW Golf ist heutzutage premium ...

Video: Mercedes A-Klasse (2012)

So fährt sich die A-Klasse

Wir nehmen nun Platz im Mercedes unter den Kompakten. Einen Vergleich mit der Sitzhöhe der alten A-Klasse stellen wir erst gar nicht an und lassen uns gefühlt einen halben Meter nach unten plumpsen. Donnerwetter, ganz schön flach, der Neue. Passé der Sandwichboden des Vorgängers, der erst ganz zum Schluss seiner Bauzeit einer Handvoll E-Cells und F-Cells zugutekam. Das Dach des Neuen verläuft um ganze 18 Zentimeter niedriger. Die extrem geneigte Frontscheibe, ein Tribut an den sehr guten cW-Wert von 0,27, schränkt das Raumgefühl vorn deutlich ein. Doch objektiv ist das Platzangebot in Ordnung, die bequemen Sitze haben einen weiten Einstellbereich, sodass auch Großgewachsene genug Kopffreiheit genießen. In Sachen Innenbreite fehlen zur direkten Konkurrenz Audi A3 und BMW 1er aber spürbare vier Zentimeter. Hinten sind es im Vergleich zum nicht überbordend geräumigen BMW bei der Ellenbogenfreiheit zwei Zentimeter weniger und in der Kopffreiheit einer. Zudem ist die Schenkelauflage der Rückbank zu kurz, was optisch mehr Beinfreiheit suggeriert, auf Dauer aber unbequem ist.

Die Verarbeitung ist Premium

Gefühlt entspricht der Fond eher dem eines Kleinwagens, was auch an den schmalen Fensterflächen liegt, die jedoch ein gemütliches, höhlenartiges Gefühl aufkommen lassen. Auch in Sachen Kofferraumvolumen bleibt der Daimler mit 341 Litern hinter den Rivalen Audi A3 (365 Liter) und BMW 1er (360 Liter) zurück. Wir lassen Augen und Finger über den Armaturenträger wandern. Die Qualität der Verarbeitung ist in der Tat premium, alles sauber eingepasst, nichts wackelt, nichts knistert. Auch die Materialanmutung überzeugt, mit leichten Abstrichen bei der Mittelkonsole im Bereich zwischen den Vordersitzen. Der feststehende Monitor in der Mitte des Armaturenträgers erinnert sicherlich nicht ganz ungewollt an ein iPad, letztlich lässt sich mit dem "Drive Kit Plus" (690 Euro) das eigene iPhone nahtlos in das Infotainmentsystem integrieren. Das internetfähige Multimediasystem Comand Online kostet hingegen happige 3154 Euro Aufgeld.

Sieben Airbags, darunter einer für die Fahrerknie, schützen die Insassen ab Werk, gegen 446 Euro kann man Seitenairbags für den Fond dazubestellen. Zur umfangreichen serienmäßigen Sicherheitsausstattung zählt ferner das radargestützte Assistenzsystem Collision Prevention System, das bei einem drohenden Aufprall den Fahrer optisch wie akustisch warnt und den Bremsassistenten scharf stellt. Gratis ab Werk gibt's zudem Attention Assist, welches den Piloten mit einem kleinen Kaffeetässchen im Display zu einer Rast auffordert, sobald die auf ihn gerichtete Kamera Anzeichen von Müdigkeit wahrnimmt. Pre-Safe, das bei kritischen Fahrdynamikwerten die Gurte strafft, die Sitze aufrichtet sowie Seitenscheiben und Schiebedach schließt, kostet 393 Euro Aufpreis, der Abstandstempomat Distronic 1023 Euro. Bereits in der Basis fahren vier Fensterheber, Klimaanlage, ein MP3-fähiges CD-Radio mit USB-Anschluss, Lichtsensor, Multifunktionslenkrad und Stopp-Start-System mit.

Erste Liga in Sachen Fahrdynamik

Darüber lassen sich drei Ausstattungslinien zu Aufpreisen ab 298 Euro buchen, die alle die bequemen und guten Seitenhalt gewährenden Sportsitze mit integrierten Kopfstützen mitbringen. Weiter individualisieren lässt sich der Kompakte anhand der Designpakete "Night", "Exklusiv" und "AMG Exklusiv". Und wie fährt sich W 176? Nun, das flache Äußere verspricht nicht zu viel. Die elektromechanische Lenkung arbeitet präzise und mit ausreichender Rückmeldung. In Verbindung mit dem straffen, gut gedämpften Fahrwerk wetzt der Neue flink und unbeschwert durch Kurven. Hier kommt richtig Spaß auf, ganz im Gegensatz zum hoch bauenden Vorgänger. In Sachen Fahrdynamik zählt der kompakte Stuttgarter nun zur ersten Liga der Fronttriebler, muss einen Audi A3 nicht fürchten. Schwachbrüstige Saugbenziner gibt es in der neuen A-Klasse nicht mehr, selbst das 122-PS-Basismodell A 180 surft entspannt auf einer soliden Drehmomentwelle.

Top-Modell: Der von AMG nachgewürzte A 250 Sport ist am "Diamantgrill" zu erkennen.

Mit der 156 PS starken Version des 1,6-Liters ist man bereits bestens mobilisiert, wohingegen der A 250 (211 PS) mit 350 Newtonmetern und serienmäßigem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wahrlich Kraft in allen Lebenslagen hat. Mit dem handgeschalteten A 180 CDI, dem sparsamsten A-Klasse-Modell, zieht erstmals ein Renault-Motor in einen Mercedes ein. Da das hauseigene Doppelkupplungsgetriebe sich nicht daran adaptieren lässt, trägt der A 180 CDI DCT den aus der B-Klasse bekannten 1,8-Liter-Diesel unter der Haube – der als A 200 CDI mit anderer Software sehr durchzugsstarke 300 Nm abliefert. Den oberen Abschluss bildet der 170 PS leistende 2,1-Liter-Selbstzünder mit Doppelkupplungsgetriebe. Marktstart der A-Klasse ist Mitte September, bestellbar ist sie ab sofort. Im März 2013 kommt dann der Hammer: der A 45 AMG mit 320 PS leistendem Zweiliter-Turbo, der 410 Newtonmeter auf den variablen Allradantrieb loslässt und gut 50.000 Euro kosten wird. Mit dem optionalen Driver's Package, das auch ein Fahrertraining beinhaltet, wird er deutlich über 250 km/h laufen. Fans des Affalterbacher Sportlabels können sich bis dahin mit dem A 250 Sport (36.860 Euro) die Zeit vertreiben: Diamantgrill, 18-Zoll-Räder und Sportfahrwerk geben schon mal einen Vorgeschmack auf den Allradboliden. Weitere Infos und viele Bilder zur neuen A-Klasse finden Sie oben in der Bildergalerie.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Autor:

Florian Neher

Fazit

Wir ziehen unseren Hut vor dem mutigen Konzeptwandel der A-Klasse. Die neue Sportlichkeit haben sich die Schwaben dabei nicht nur auf die Fahnen geschrieben, sondern in die Tat umgesetzt: Kein bisheriger uns bekannter Mercedes fuhr sich derart leichtfüßig und handlich.

Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Weitere interessante Artikel

Weitere interessante Videos

Anzeige

Versicherungsvergleich

Zur Motorradversicherung

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Gebrauchtwagen-Angebote
Anzeige