Mercedes A- und B-Klasse: Vorschau

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Mercedes A- und B-Klasse: Vorschau

— 20.06.2011

Jetzt macht sich der Kleine breit

Der kürzeste Mercedes wächst zur großen Familie: Sie reicht von der A- und B-Klasse über zwei Coupés bis zum BLK im SUV-Stil. Auch neue, saubere Antriebe warten auf ihren Einsatz.

Die Nachfolger von A- und B-Klasse heißen bei Mercedes offiziell "Neue Kompaktwagen-Klasse". Was für ein technisches Wort. Und wie missverständlich. Doch wer in S-Klasse- Dimensionen denkt, empfindet eine Außenlänge von rund 4,50 Metern wohl wirklich als "kompakt". Klar – die A-Klasse passt mit 4,28 Metern ins Golf-Raster (4,20 Meter), aber der BLK hat mit 4,44 Metern die Länge des BMW X1, der 4,56 Meter lange CLC fast C-Klasse-Format. Der Kleine macht sich also ganz schön lang – und mit seinen vielen Varianten auch ordentlich breit. So sieht das Programm 2012/2013 aus: • B-Klasse (Debüt Ende 2011) • A-Klasse (fünftürig, Anfang 2012, ab etwa 20.000 Euro) • BLK mit Front- oder Allradantrieb • CLC Coupé, auch als AMG 4Matic • CLC Shooting Brake.

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Flach und dynamisch: Der A-Klasse-Nachfolger wird ab Frühjahr 2012 als fünftüriges Steilheck verkauft.

Den Startschuss zur "Neuen Kompaktwagen-Klasse" gibt Mercedes auf der IAA 2011 mit der B-Klasse, die zum Jahresende in den Handel kommt. Und mit dem A-Klasse-Nachfolger, der ab Frühjahr nur als fünftüriges Steilheck verkauft wird. Alle fünf Klassen-Kameraden verabschieden sich vom genialen, aber kompromissbeladenen Sandwich-Konzept. Weil dieser doppelte Boden wegfällt, hat nur die B-Klasse als einziges echtes Hochdachmodell genug Platz für die Unterbringung alternativer Antriebe. Alle übrigen Varianten gehen zunächst mit dem klassischen Mix aus Diesel- und Benzinmotoren ins Rennen.

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Der schmale, geneigt eingebaute Vierzylindermotor alter Schule – ohne Direkteinspritzung – hat ausgedient. Stattdessen setzen die Schwaben unter der Motorhaube auf eine deutsch-französische Koproduktion: Die kleinen Aggregate mit 1,2, 1,4 und 1,6 Liter Hubraum werden nach Mercedes-Spezifikation bei Renault produziert, die stärkeren 1,8- und 2,1-Liter- Maschinen sind dagegen Stuttgarter Eigengewächse: • 1,2-Liter-CGI, 109 PS • 1,4-Liter-CGI, 136 PS • 1,8-Liter-CGI, 156 PS • 1,8-Liter-CGI, 184 PS • 1,8-Liter-CGI, 204 PS. Die Diesel-Palette dürfte so aussehen: • 1,6-Liter-CDI, 122 PS • 2,1-Liter-CDI, 136 PS • 2,1-Liter-CDI, 170 PS • 2,1-Liter-CDI, 204 PS.

Für die A-Klasse und den CLC ist ein kräftig gewürzter AMG-Ableger in Planung. Der ursprünglich angedachte Hyprex-Lader wurde aufgrund technischer Komplikationen auf 2015 verschoben. Stattdessen wollen die Affalterbacher Kraftwerker an den 2,0-Liter-Vierzylinder einen Twin-Scroll-Turbo anflanschen. Dieses Modell, das A/CLC 25 AMG heißen könnte, soll 340 PS leisten, das maximale Drehmoment dürfte bei 500 Nm liegen. Weil so viel Kraft über die Vorderräder allein kaum auf die Straße zu bringen ist, gehört der Allradantrieb ebenso zum AMG-Paket wie das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Bemerkenswerte Fortschritte machen die umweltfreundlichen Antriebsalternativen, die in der A- und B-Klasse ab Ende 2013 beziehungsweise Anfang 2014 in vier Ausprägungen bereitstehen sollen: • Mildhybrid, 27 PS starker E-Motor- Baustein für emissionsfreie Kurzstrecken • Plug-in-Hybrid mit Renault-Dreizylinder und zwei verschiedenen Elektromotoren mit 54 oder 108 PS für bis zu 100 km emissionsfreies Fahren • Elektroantrieb (zunächst nur 1000 Stück) mit neuer E-Motorentechnik und Lithium-Ionen-Batterien • Brennstoffzelle (nur B-Klasse, weniger als 10.000 Stück) mit einer Systemleistung von rund 175 PS.

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Die B-Klasse bietet als einziger Kompakter genug Platz, um die teilweise komplexe, grüne Zusatztechnik unterzubringen.

Die B-Klasse, die AUTO BILD exklusiv ungetarnt zeigt, bietet als einziger Kompakter genug Platz, um die teilweise komplexe Zusatztechnik unterzubringen. Verbrenner, E-Motor und Brennstoffzelle sitzen grundsätzlich vorn unter der Haube. Wasserstofftanks und Batteriekit werden an die Hinterachse ausgelagert, wo die B-Klasse über einen doppelten Boden verfügt, das letzte Stückchen Sandwich vom Urmodell. Trotzdem reicht der Platz für eine aufwendig konstruierte Einzelradaufhängung und für ein je nach Aufbau zwischen 350 und 530 Liter großes Kofferraumvolumen.

Gebrauchtwagen auf autobild.de: Mercedes B-Klasse

Die neue B-Klasse wirkt moderner und modischer als das aktuelle Auto, bleibt aber ein Modell für die sogenannten Silver Agers – Durchschnittsalter 60 Jahre. Sie wollen hoch sitzen, viel sehen und meist nur zwei Leute plus Gepäck transportieren. Der BLK dagegen zielt auf 40-jährige, freizeitorientierte Familienväter. Sie schätzen eine variable und geräumige Karosserie. Die neue B-Klasse will weder Van sein noch Hochdachkombi, sondern eher ein praktisches Lifestyle-Auto. Während wir uns an das Exterieur-Design erst noch gewöhnen müssen, überzeugt das Interieur auf Anhieb durch hohe Wertigkeit, tadellose Funktionalität und intuitive Bedienung. Drei verschiedene Ausstattungs-, Material- und Farbwelten sollen das komplette Spektrum von elegant bis sportlich abdecken. Fast alle Features und Assistenzsysteme, die wir aus den großen Mercedes-Modellen kennen, sind auch für A- und B-Klasse verfügbar.

Der BLK will kein nüchterner Tiguan-Rivale werden, sondern eher ein emotionaler X1- und Q3-Gegner. Im Gegensatz zum bewusst eckig-kantig gestylten GLK wird der kleine Bruder eine flachere, windschnittige Allroad-Alternative made in Stuttgart. Extras wie das doppelte Glasschiebedach, die multifunktionalen Rücksitze und das Infotainment-Angebot sollen dort punkten, wo die Konkurrenz mit S-line-Paket (Audi) oder Sechszylinder (BMW) auftrumpft. Doch Mercedes hat noch zwei weitere Pfeile im Köcher. Schon 2014 könnte ein günstiger Dreitürer in Serie gehen, in den die schlauen Schwaben bereits ein hübsches Cabrio hineinkonstruiert haben.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Von wegen brav, bieder und betulich. Mit der neuen Kompaktwagenklasse bringt Mercedes fünf echte Straßenfeger auf den Markt – keine müden Modelle für Hutträger, sondern zeitgemäße Alternativen zur Golf-Dominanz. A- und B-Klasse streifen die Grauschleier ab, CLC und BLK drängen mit Stil und Substanz in neue Segmente. Doch das Beste sind die zukunftweisenden Antriebsalternativen, von denen sich die Konkurrenz so manche grüne Scheibe abschneiden kann.

Fotos: Mercedes BLK

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