Mercedes-AMG GT R Edo Competition (2018): Test

Mercedes-AMG GT R Edo Competition (2018): Test

585 PS sind nicht genug!

Edeltuner Edo Competition hat einen AMG GT R auf bis zu 700 PS gepusht. Extrem sind nicht nur Leistung und Sound, sondern auch die Reifen. Fahrbericht!
585 PS sind in den meisten Situationen mehr als genug! Nicht aber für Edo Competition, der mit einem getunten Mercedes-AMG GT R den Titel "Schnellster Mercedes auf dem Sachsenring" holen möchte! Im Rahmen des Rekordtags von AUTO BILD SPORTSCARS und Michelin sind wir den Hardcore-GT R bereits gefahren. Ob es mit dem Rekord geklappt hat? Das lesen Sie in der nächsten Ausgabe von AUTO BILD SPORTSCARS! 660 PS, 680 PS oder 700 PS? Welche Leistungsstufe darf es denn im Mercedes-AMG GT R sein? Wie wäre es mit allen! Kein Problem für Edo Competition, denn der Tuner zündet die Power gangabhängig. Das bedeutet: In den ersten fünf Gängen stehen 660 PS, im sechsten 680 PS und im siebten Gang 700 PS zur Verfügung. Das maximale Drehmoment von 850 Nm liegt bereits bei knapp unter 2000 U/min an.

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Mercedes-AMG GT4 Illustration
 

Radikale Michelin Pilot Sport Cup 2 auf dem GT R

Hardcore: Die speziellen Michelin Pilot Sport Cup 2 mit ZP-Kennung sind schon nach drei Runden extrem abgefahren.

Die Extraleistung von bis zu 115 PS und 150 Nm erreicht Edo über reines Software-Tuning. Den maximalen Topspeed gibt der Tuner ganz selbstbewusst mit "deutlich über 340 km/h" an. Eine ordentliche Verbesserung zu den serienmäßigen 318 km/h. Die brachialen 850 Nm lässt Edo Competition auf das serienmäßige Getriebe los, hier wurde nichts verstärkt, die Software nicht angepasst. Bisher macht das Siebengang-DCT-Getriebe auch nach mehreren Tausend Testkilometern keine Probleme. Probleme machen allerdings die Reifen. Speziell für den Rekordtag hat Edo Michelin Pilot Sport Cup 2 Reifen mit ZP-Kennung aufziehen lassen. Diese Sportreifen haben zwar eine Straßenzulassung, sind aber für die Rennstrecke entwickelt worden. Dort funktionieren sie nach kurzer Einfahrphase sensationell gut, allerdings nur kurz. Nach gerade mal drei schnellen Runden bauen die teuren Sportreifen brutal ab. Das ist auf der anschließenden Testfahrt abseits der Rennstrecke deutlich zu spüren. Die Sport Cup 2 sehen fast wie Slicks aus. Bei Vollgas flackert sogar im vierten Gang noch die ESP-Lampe und das liegt trotz 660 PS weniger an der Leistung. Zum Glück ist es trocken, bei Nässe wäre es bei dem geringen Profil wirklich gefährlich!

Edo modifiziert den Serienauspuff

Optisch bleibt der Edo GT R dezent – so dezent wie ein AMG GT R eben sein kann.

Trotz massiver Traktionsprobleme ist die Mehrleistung im Vergleich zur Serie deutlich spürbar, vor allem obenrum schiebt der AMG GT R von Edo noch heftiger an. Außerdem macht der V8-Biturbo mehr Lärm als im Serienfahrzeug. Das hat zwei Gründe: Zum einen wurde das komplette Dämmmaterial des Kofferraums entfernt, zum anderen hat Edo Competition den Serien-Auspuff überarbeitet, sodass die Klappen bereits im Leerlauf auf Durchzug schalten, ganz bequem per Fernbedienung. Vor allem die Downshifts machen richtig Spaß – der GT R knallt so laut, dass sich Fußgänger und Autofahrer gleichermaßen erschrecken. Nicht unbedingt alltagstauglich sind die Sturzwerte, die der Edo GT R fährt: 3,2 Grad negativer Sturz hinten und 3,0 Grad negativer Sturz vorne. Zusammen mit der Tieferlegung des Serien-Gewindefahrwerks um bis zu 35 Millimeter kurvt der getunte GT R nochmals aggressiver als der sowieso schon super agile GT R. Hätten die Reifen bessere Traktion, wären noch deutlich höhere Kurvengeschwindigkeiten möglich.

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Gut 200.000 Euro für das Komplettpaket

Dann wären allerdings die serienmäßigen Vollschalensitze empfehlenswert, die deutlich besseren Seitenhalt bieten als die im Kundenfahrzeug verbauten AMG Performance-Sitze. Ansonsten ist der Innenraum des Edo Competition GT R, bis auf den leergeräumten Kofferraum, serienmäßig. Den Preis gibt der Tuner mit etwa 200.000 Euro für das Komplettfahrzeug an. Das sind knapp 35.000 Euro Aufpreis im Vergleich zu einem schlicht ausgestatteten GT R.

Jan Götze

Fazit

Edo Competition macht den AMG GT R noch schneller und brutaler ohne den Sportwagen optisch zu verschandeln. Nur die Sportreifen sind zu extrem für die Straße! Dazu muss gesagt werden, dass die Sport Cup 2 mit ZP-Kennung nur für die Rekordjagd montiert wurden. Eigentlich ist der GT R auf normalen Cup 2 unterwegs. Der Preis für das Tuning geht voll in Ordnung!

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