Mercedes-AMG SLC 43 (2016): Fahrbericht

Mercedes-AMG SLC 43 (2016): Fahrbericht

— 07.04.2016

So knallt das SLC-Topmodell

Der Mercedes-AMG SLC 43 setzt auf sechs statt acht Zylinder. Wie viel AMG steckt tatsächlich im SLC 43? Erste Fahrt im neuen Topmodell.

Was für ein Sound! Der Hall aus dem Untergrund klingt böse, dumpf und richtig aggressiv. Und dann kommt ein kleiner, fast zierlicher wirkender Roadster aus der Tiefgarage gefahren. Optisch bleibt der neue SLC 43, bis auf den Biturbo-Schriftzug und die doppelflutige Auspuffanlage in Vierrohroptik, dezent. Aber dieser Sound! In keinem anderen Modell darf der 43er-Motor so brüllen wie im SLC 43.
Erster Fahrbericht Mercedes SLC 250 d

Mercedes SLC 250 d (2016): Fahrbericht

Alles Wissenswerte zum Mercedes SLK/SLC

Nichts wie rauf auf die Autobahn, um zu testen, wie viel AMG-DNA im 367 PS starken SLC 43 steckt. Immerhin löst er den SLK 55 mit V8 (422 PS) als Topmodell ab. Kaum auf der Autoroute, Tunnel: Soundfetischisten wissen, was das bedeutet. Sport+ an, zwei Gänge runterschalten und Vollgas. Was den Sound bei Serienautos angeht, ist Mercedes-AMG ja sowieso schon hart am Limit (im positiven Sinne natürlich). Aber das Klangspektrum, das der SLC 43 bereithält, ist wirklich der Hammer! Beim Gaslupfen im zweiten Gang gibt es kein Halten mehr: Der Roadster knallt munter vor sich hin, ohne dass es auch nur ansatzweise synthetisch klingt. Das geht auf die Kappe der neu entwickelten Abgasanlage mit zwei Klappen. Der "kleine" AMG ist so (vor)laut, dass sich die Passanten in Nizza reihenweise erschrecken und ungläubig umdrehen. Die Lautstärke der Schaltsalven ist fast schon kriminell. Also genau richtig. Schließlich ist der SLC 43 ein echter Sportler.

Sport+ muss sein

Sport+ ist der Modus, der am Besten zum Mercedes-AMG SLC 43 passt!

Im Sport+-Modus ist das Fahrwerk bockhart, die Lenkung superdirekt und das neue Neunganggetriebe hellwach und jederzeit bereit, einen oder auch mehrere Gänge zurückzuschalten. Hier machen sich die verkürzten Schaltzeiten bemerkbar. Wer will, wechselt in den manuellen Modus. Dann lassen sich die Gänge sogar in den Begrenzer ziehen, ohne dass das Getriebe voreilig hochschaltet. Bestens geeignet, um durch die Haarnadelkurven des Col de Braus zu driften. Im Sport-Handling-Modus des ESP sind schon leichte Powerslides möglich. Ohne schützende Helferlein kann der SLC 43 richtig quer und lässt sich dabei sehr gut kontrollieren. Unerwartete Gegenpendler, Fehlanzeige!

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Auf Augenhöhe mit dem SLK 55

Der Dreiliter-V6 mit 367 PS arbeitet auch im C 43 Coupé und Cabrio, dem GLC 43 und in stärkerer Form (401 PS) auch im E 43.

Der Dreiliter-V6-Biturbo passt perfekt zum SLC. Das Leistungsdefizit im Vergleich zum SLK 55 macht der SLC 43 durch Leichtfüßigkeit wieder wett. Auf Passstraßen ist der Roadster zu Hause. Landstraßentempo ist in nur 4,7 Sekunden erreicht. Damit ist der neue SLC trotz 55 PS weniger kaum langsamer als der SLK 55 (4,6 Sekunden). Der Topspeed ist bei 250 km/h begrenzt und kann vom Werk auch gegen Bares nicht angehoben werden. Der Bremstest geschieht unfreiwillig, als der Fahrer eines runtergerockten Renault Clio kurz die Reihenfolge zum Spurwechsel durcheinander bringt. Die innenbelüfteten und gelochten Bremsen funktionieren!

Es stürmt im Innenraum

Das Topmodell hat ein Sportlenkrad mit Alcantara-Einsätzen und 12-Uhr-Markierung.

Bei geöffnetem Verdeck und heruntergelassenen Scheiben weht es ordentlich im kaum veränderten Innenraum. Die Sitzposition ist sportlich tief und die Sitze bieten ausreichend Seitenhalt für schnelle Kurven. Rote Gurte und ein Sportlenkrad mit Alcantara-Einsätzen schmeicheln Augen und Händen. Mit versenktem Dach kann der Fahrer zudem den Sound noch ungefilterter genießen. Alle Menschen im Umkreis von gefühlten 500 Metern übrigens auch. Soundtechnisch wandelt der SLC 43 tatsächlich auf den Spuren des C 63 S. Chapeau an die AMG-Soundspezialisten! Da können weder Audi TTS Roadster noch BMW Z4 sDrive35is mithalten. Abwarten, was der TT RS mit Fünfzylinder auf die Ohren gibt.

Mercedes-AMG SLC 43 (2016): Fahrbericht

Der SLC 43 wird zum Krawallbruder

Bei aller Härte und dem ganzen Lärm, der SLC 43 kann auch gesittet. Per Dynamic Select auf Comfort stellen und der Roadster schaltet gleich mehrere Stufen zurück: Jetzt bügelt das Fahrwerk kleinere Bodenwellen aus, die Lenkung wird leichtgängiger und der Auspuff hält seine Klappe(n). Aber wer will das schon? So kann man vielleicht zum Friseur oder zum Einkaufen fahren, aber mehr auch nicht. Auf dem nächsten Pass lässt der mindestens 59.886,75 Euro teure SLC 43 per Tastendruck wieder den Krawallbuder raushängen und bellt und knallt sich durch die engen Häusergassen in Südfrankreich.
Autor:

Jan Götze

Fazit

Meine Erwartungen an den neuen Mercedes-AMG SLC 43 waren nicht besonders hoch. Aber das, was Mercedes-AMG da auf die 18-Zoll-Räder gestellt hat, hat den Namen AMG sowas von verdient. Wer es nicht glaubt, einfach mal selber erfahren. Mit dem V6-Biturbo wird aus dem kompakten Roadster nämlich ein echter Sportler, der ordentlich ballert. An dieser Stelle: Zweifel behoben, Erwartungen übertroffen!

Stichworte:

AMG Cabrio Roadster

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