Mercedes/Audi/Ford/BMW/Ferrari/Mini: Vergleich

Mini Clubman JCW Audi RS4 Avant BMW M550d Touring

Mercedes/Audi/Ford/BMW/Ferrari/Mini: Vergleich

— 11.03.2013

Express-Kombis

Viel Platz und 2360 PS: Ferrari FF, Ford Focus ST Turnier, Mercedes CLS 500 Shooting Brake, Audi RS 4 Avant, Mini Clubman JCW und BMW M 550d Touring.

Manchmal sind die Ideen von uns Autojournalisten – vorsichtig formuliert – nicht besonders originell.  Vor allem sind es Kombis, die uns den Floskeldrescher fremdzustarten scheinen. Kaum streckt einem einer den Rücken entgegen, planen wir Familien, imaginieren als Vertreter über die Bahn und fesseln Billy in den Kofferraum, obwohl alles, was man je aus schwedischen Möbelkolonien entführt hat, eine Portion Köttbullar ist. Diesmal jedoch wird niemand verladen; eingeladen werden nur Sie; und die großen Klappen dienen nur als Bindeglied dafür, dass alle viel dahinter haben. Zumal der Kombi, den wir den sechsen mal ganz salopp unterstellt haben, sowieso keiner sein will.

Überblick: Alle News und Tests zum Mini Clubman JCW

Der Vierzylinder vergreift sich hin und wieder an der Lenkung. Fies? Ach woher! Der will nur spielen.

Mini Clubman JCW Der Mini entkräftet derartige Vorwürfe mit dem Alibi seines lächerlichen Laderaums; zierliche 1215 Kilo, faustdicke 211 PS und dank Heckportal offen für fast alles. Bekennende Liebhaber bittet er vorn herein, für heimliche gibt’s den Seiteneingang. Reden wir also nicht drum rum: Mit gewöhnlichen Kombis wird man verheiratet, mit einem Clubman JCW geht man fremd. Dabei ist es gar nicht mal er selbst, der einen den untersetzten Gatten zu Hause vergessen lässt, es ist das, was er mit einem treibt. Die vorwitzige Lenkung packt dich am Handgelenk, wirbelt von links nach rechts und schließlich die Gefühlswelt durcheinander.

Hintergrund: So testet AUTO BILD

Audi RS4 Avant Audi räumt den Kombi zwar ein, schiebt aber sofort nach, dass der Avant ein schöner ist. Die Basis ist nichts anderes als bei jedem TDI, den Motor stiftet – leicht modifiziert – kein Geringerer als der R8. 450 PS leistet er im RS4, und jedes einzelne entsteht auf natürlichem Wege. Schaltpunkt jenseits der 8000er, pures Ansprechverhalten und 430 Newtonmeter als Sprungbrett Richtung Gipfel. Klingt famos, ist unterm Strich aber nur gut. Woran’s liegt? Zum einen an der langhubigen Auslegung des 4.2, die noch aus seinen Tagen als A6-Topmotor herrührt, auf die Ausdrehathletik aber ungefähr genauso belebend wirkt wie ein Pelzmantel beim 100-Meter-Sprint. 

Überblick: Alle News und Tests zum BMW M5

Kein Turboloch, kein Einknicken obenraus. Der M550d revolutioniert den Diesel.

BMW M550d Touring Als neuer Leistungschef firmiert der 550i, ein Diesel kümmert sich ums M-Geschäft – wobei der die Erwartungen an ihn stets mit dem Zusatz Performance zu bremsen versucht. Um es vorwegzunehmen: Er darf sich M nennen. Sein Spezialgebiet ist das Aufladen. Zum einen, weil er sich 1670 Liter ins Heck räumen lässt, was ihn – ob’s ihm passt oder nicht – zu einem hervorragenden Kombi macht. Zum anderen wegen des Triturbos und der Art und Weise, wie er harmoniert. Der Workflow im Groben: zwei Lader schaufeln bergeweise Drehmoment, ein dritter steigert den Arbeitstakt, was am Ende des Tages 740 Newtonmeter, 381 PS und ein Massengrab voll Vorurteilen aushebt.

Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes CLS

Mercedes CLS 500 Shooting Brake Er ist der wohl einzige Kombi, der von sich selbst behauptet, ein Coupé zu sein! Streng genommen scheitert diese Anmaßung jedoch ebenso am Fünftürlayout seiner Karosserie wie der Zusatz Shooting-Brake, der – Zitat Pressetext – auf zweitürige Sportwagen mit großer Heckklappe zurückgehe. Den Laderaum legen sie ihm auf Wunsch mit Kirschbaum aus, das Cockpit ist weitflächig mit Pappel bedeckt, doch das meiste Holz hat er vor der Hütte. 4,7 Liter, 408 PS und 600 Newtonmeter als breites Hochplateau. Es gibt nicht viele, die schieben wie er. Und keinen in seiner Liga, der dabei so gelassen bleibt. Im Vergleich zu den Turbobenzinern in Mini und Ford kommt einem der Mercedes-V8 selbst bei Sturm wie eine wohltuende Brise vor.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Video: Ferrari FF V12

Der Familien-Ferrari

Ferrari FF
Drinnen hat’s Platz für vier, alles ist bis in den hintersten Winkel mit Leder belegt. Das Ladevolumen liegt auf dem Niveau eines C-Coupés, der Hubraum über jedem AMG. Beifahrer dürfen sich mit einem eigenen Performance-Display trösten, für den Fond gibt’s TFTs, doch der Thriller läuft vorn links. Die Story? Nichts Neues – Motor kämpft gegen Masse, und am Ende kriegen sie sich. Das Besondere sind das Drehbuch bis 8000 und die Spannung, die der FF daraus zieht. In den Hauptrollen: erstens ein charismatischer V12, der rekordverdächtig aus den Blöcken boostet; zweitens sein Komplize, der Doppelkuppler, der hier nicht ganz so brutal auftritt wie in seiner Rolle im 458.

Überblick: Alle News und Tests zum Ford Focus ST

Ford Focus ST Turnier Vorn ein schwarz lackierter Grill, dem banausisch Veranlagte Ähnlichkeiten mit Aston Martins nachunken, hinten ein hexagonales Mittelendrohr und dazwischen eine Silhouette, die ihren Liebreiz aus Zweckmäßigkeit schöpft. 200 PS traut man ihm noch zu, die 250, die er hat, im Leben nicht. Entsprechend verdattert scannen Vorausfahrer den Rückspiegel, wenn man ihnen den Zweiliter immer fester in die Waden beißt. Und genau dafür scheint der ST gemacht: Er ist keiner, der sich so ohne Weiteres an die Linie leinen lässt, nicht der, der Befehlen brav hinterherdackelt, sondern ein echter Terrier. Mehr Infos zu den sechs "Kombis" finden Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel gibt's auch im Online-Heftarchiv als PDF-Download.

Literleistung

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Mercedes-Benz CLS 500 Shooting Brake, Ford Focus ST Turnier, BMW M 550d Touring, Audi RS4 Avant, Ferrari FF, Mini Clubman JCW

Veröffentlicht:

07.02.2013

Preis:

2,00 €

Technische Daten Audi BMW Ferrari Ford Mercedes Mini
Motor V8 R6, Triturbo V12 R4, Turbo V8, Biturbo R4, Turbo
Hubraum 4163 cm³ 2993 cm³ 6262 cm³ 1999 cm³ 4663 cm³ 1598 cm³
kW (PS) bei 1/min 331 (450)/8250 280 (381)/4000–4400 486 (660)/8000 184 (250)/5500 300 (408)/5000–5750 155 (211)/6000
Nm bei 1/min 430/4000–6000 740/2000–3000 683/6000 360/2000–4500 600/1600–4750 260/1850–5600
ECE-Normverbrauch Ø auf 100 km 10,7 l Super Plus 6,4 l Diesel 15,4 l Super Plus 7,2 l Super Plus 9,2 l Super 6,7 l Super Plus
Beschleunigung von 0–100 km/h 4,7 s 4,9 s 3,7 s 6,5 s 5,3 s 6,8 s
Beschleunigung von 0–200 km/h 16,1 s k.A. 11,0 s k.A. k.A. k.A.
Höchstgeschwindigkeit 250 (280) km/h (abgeregelt) 250 km/h (abgeregelt) 335 km/h 248 km/h 250 km/h (abgeregelt) 238 km/h
Serienfahrzeug ohne Extras 76.600 Euro 84.250 Euro 258.200 Euro 28.900 Euro 82.229 Euro 31.300 Euro




Autor:

Stefan Helmreich

Fazit

Wen interessieren schon Laderäume, wenn das, wo richtig was drinsteckt, gegenüber liegt. Dennoch geht’s um Größe. BMW und Mercedes zeigen sie, in FF und RS4 spürt man kein bisschen von ihr, während Mini und Ford beweisen, dass man sie mit Einsatz kompensieren kann.

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