Mercedes-Aufruf an Taxifahrer

Stinker für Osteuropa

Mercedes-Aufruf an Taxifahrer

— 06.07.2007

Stinker für Osteuropa

Die Mercedes-Niederlassung Berlin nimmt alte Diesel-Taxen für 3000 Euro in Zahlung. Die Rußschleudern werden nach Osteuropa verkauft.

Eine Werbeaktion von Mercedes stößt auf harsche Kritik: Die Niederlassung Berlin sucht "Rußschleudern". Allerdings nicht, um sie aus dem Verkehr zu ziehen, sondern um sie weiterzuverkaufen. Unter dem Bild einer alten E-Klasse (W124) heißt es: "Ab sofort zahlen wir für jede über zehn Jahre alte, fahrbereite Taxe (...) beim Kauf eines Neufahrzeugs 3000 Euro." Auch Lothar Boettcher, Taxiunternehmer im Ruhestand, wurde in einem Brief zum Tausch aufgefordert: "Wir hätten gern Ihr Auto! (...) Uns erreichen täglich bis zu 50 Anfragen aus ganz West- und Osteuropa. Um die immense Nachfrage befriedigen zu können, suchen wir dringend Gebrauchtwagen."

Ab in den Osten: Berliner Mercedes-Händler suchen "Rußschleudern".

Die Rußschleuder-Aktion im Berliner Taxigewerbe zielt ab auf die geplanten Umweltzonen-Fahrverbote innerhalb des S-Bahn-Rings für Autos ohne Abgasreinigung. Die eingesammelten Wagen gibt Mercedes an freie Händler weiter – die meist gen Osten verkaufen. Ein Skandal, findet Almut Gaude vom Verkehrsclub Deutschland (VCD): "Zehn Jahre alte Diesel erfüllen, wenn überhaupt, die Euro-2-Norm. Die meisten von ihnen sind absolute Dreckschleudern. Ein Export wäre fahrlässig gegenüber der Gesundheit und Umwelt unserer europäischen Nachbarn. Mercedes muss die Altautos verschrotten."

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.