Mercedes-Benz

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 4) Werks-Tuning von A bis Z (Teil 4)

Mercedes-Benz

— 20.12.2002

Werks-Tuning von A bis Z (Teil 4)

Getunte Fahrzeuge werden immer beliebter. Die etablierten Hersteller widmen sich deshalb auch ihrer sportlichen Klientel.

Mercedes C 30 CDI AMG: der Donner-Diesel

Für moderne Dieselkunden wird eine Eigenschaft für ihr Fahrzeug immer wichtiger: Dynamik. Diesem Wunsch widmete sich der Mercedes-Haustuner mit seinem jüngsten Modell. Hinter der Bezeichnung C 30 CDI AMG verbirgt sich ein gewaltiger Selbstzünder. Genau wie den Bruder mit Benzinmotor C32 AMG gibt es den Donner-Diesel als Limousine (49.590 Euro) und Kombi (51.330 Euro). Dazu kommt als dritte Variante das Sportcoupé (45.240 Euro).

Die Power des C 30 ist nach dem Start sofort präsent. Aber der Common-Rail-Fünfzylinder nagelt. Und zwar kräftig! Doch das passt zum herrlichen Vortrieb, den der 231-PS-CDI bietet. Nur 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 – das ist auch für verwöhnte Turbodieselfahrer eine völlig neue Dimension. Extrem ist der Schub vor allem zwischen 2000 und 2500 Touren. In diesem schmalen Band liegt das Drehzahlmaximum von 540 Newtonmeter an.

Mercedes C 32 AMG: Lustwagen

Die Benziner der Mercedes C-Klasse veredelt AMG in zwei Varianten: Limousine (57.130 Euro) und Kombi (58.522 Euro) – oder Lustwagen. Sein V-Sechszylinder-Triebwerk macht aus dem Kombi eine echte Raum-Rakete. Gewaltige 354 PS und 450 Newtonmeter Drehmoment stemmt der Kompressor-Motor auf die Hinterachse. Clever: Im Teillastbetrieb arbeitet der V6 als Sauger, was geringeren Spritverbrauch und bessere Emissionswerte zur Folge hat.

Der Fahrer merkt vom Zuschalten des Laders freilich nichts – die Leistungsabgabe ist immer riesig. In nur 5,4 Sekunden schießt der Stern auf der Motorhaube über die 100-km/h-Ziellinie. Der Hammer! Der erhöhten Leistung entsprechend sind natürlich Bremsanlage und das exzellente Fahrwerk des Stuttgarter Boliden. Größere Stabilisatoren vorn und hinten verschieben das Handling in Richtung Sportlichkeit – deutlich, aber nicht extrem.

Mercedes SLK 32 AMG: Fahrspaß im Freien

Zwei V6-Kompressor-Schriftzüge zieren seine Seiten, auf dem bulligen Heck genügen SLK 32 links und AMG rechts. Dezent. Doch auch so macht der kleine Mercedes-Roadster Eindruck. Erste Handlung: Die Suche nach der Dachentriegelung. Der Blick fällt auf den "zweiten Warnblinkschalter" zwischen den sportlichen Sitzen. Zündung an, Ziehen des Knopfs. Ruht der Automatik-Wählhebel in Parkposition, faltet sich das Blechdach akkurat im Kofferraum.

Läuft der Motor schon? Die Frage lässt sich bejahen. Leider. Denn Sound ist nicht die Stärke des Stuttgarters. Obwohl man das Temperament des muskelbepackten Roadsters ruhig etwas lauter hören dürfte. Schließlich ist ja genug Leistung da. 354 faustdicke PS hat der SLK 32 hinter den Kolben. Damit sprintet er in nur 5,5 Sekunden über die 100-km/h-Marke. Beschleunigung weitab der üblichen Normen. Bis zu 450 Newtonmeter drücken ins Kreuz.

Mercedes E 55 AMG: Brachial-Benz

Tuning-Regel Nummer eins im Hause AMG lautet: Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – außer durch mehr Hubraum. Leider passt beim neuen E 55 AMG auch nicht mehr unter die Haube als bei seinem Vorgänger – ein 5,5-Liter-V8. Deshalb griffen die Affalterbacher Autotüftler auf Regel Nummer zwei zurück: Aufladung gleich Kraft. Ein Kompressor macht dem Mercedes jetzt ordentlich Druck. Schwarz auf weiß bedeutet das: Statt 354 stehen in der stärksten Serien-E-Klasse aller Zeiten 476 PS bereit.

Unglaubliche 700 Newtonmeter(vorher 530 Nm) drücken brachial auf die Hinterachse, die aus stabilem Stahl gefertigt ist. In nur 4,7 Sekunden beschleunigt die viertürige Familienlimousine auf 100 km/h. Bis 250 Stundenkilometer geht die Vortriebs-Arie, der elektronische Hemmschuh lässt sich allerdings auf Wunsch – und gegen Aufpreis – entfernen. Die offene Version erreicht dann einen Topspeed von 300 km/h.

Mercedes CLK 55 AMG: sau(g)stark

Heutzutage zählen mehr denn je die inneren Werte. Und kein Auto scheint das so gut zu beherzigen wie der CLK 55 von AMG. Der Benz ist zwar ein sportliches Coupé, ein Rennwagen ist er aber nicht. Er zielt auf eine besondere Käuferschicht. Die Klientel hat das nötige Kleingeld, mal eben 77.256 Euro für ein Fahrzeug hinzublättern. Also: gehobenes Alter, aber noch sportlich genug, sich in ein Coupé gleiten zu lassen. Das Fahrwerk des CLK 55 AMG lässt keine Wünsche offen, ist aber auch nicht unnötig hart.

Beschleunigung von null auf 100:knapp über fünf Sekunden. Die Kraft des V8-Saugmotors beeindruckt. Noch beeindruckender ist aber das kinderleichte Handling – trotz der üppigen 367 PS. Sehr gut: In zügig gefahrenen Kurven ab einer bestimmten Querbeschleunigung bleibt die Fünfgangautomatik im gewählten Gang. Das garantiert puren Fahrspaß ohne gefährliche Lastwechselreaktionen.

Mercedes S 55 AMG: das Nonplusultra

Eine Mercedes S-Klasse mit 500 PS unter der Haube und AMG-Kürzel am Heck – das riecht nach purem Luxus, gepaart mit sportwagenmäßigen Fahrleistungen. Mit dem V-Achtzylinder-Kompressormotor ist der S 55 AMG die derzeit leistungsstärkste Limousine der Oberklasse. Wie es sich für ein Auto aus Affalterbach gehört, wird die brachiale Beschleunigung (4,8 Sekunden von null auf 100!) von einem sonor-sportlichen Sound untermalt.

Wer lieber dezenter unterwegs ist und auch auf die AMG-Optik verzichten kann, dem sei der leistungsgleiche 12-Zylinder-Bruder S600 empfohlen. Besonders beeindruckend ist, wie spielerisch zwei Tonnen Lebendgewicht bewegt werden können und wie wenig letztendlich die Insassen davon mitbekommen. Denn die S-Klasse lässt das Gefühl für Geschwindigkeit dermaßen außen vor, dass 250 km/h wie 120 im Golf wirken. Gleiches gilt für den CL.

Mercedes SL 55 AMG: heftiger Hammer

Manche Autos, die man heute fährt, sind etwas schwer. Das gilt besonders für den SL 55 AMG. Zwar ist er ein reiner Zweisitzer, ein tolles Auto mit elegantem Äußeren. Doch er wiegt 1955 Kilogramm. Nicht mal die riesige Mercedes S-Klasse bringt so viel auf die Waage. Grund: Der Roadster hat jede Menge Technik an Bord. Die ganze Elektronik: ABC, BAS, ESP und SBC. Dazu Massage-Sitze und das elektrisch falt- und versenkbare Blechdach.

Außerdem wurde dem AMG-SL eine stabilere Stahl-Hinterachse eingepflanzt. Und die gilt es, mitsamt den anderen gewichtigen Innereien zu bewegen. Dafür sitzt der Rübezahl mit einer dicken Keule unter der Haube. Der 5,5-Liter-V8 leistet 500 PS und mobilisiert ein Drehmoment von 700 Newtonmeter. Trotz knapp zwei Tonnen Gewicht sprintet der SL in 4,7 Sekunden auf 100. So kolossal wie der Motor arbeitet klingt er auch. Ein böser Grizzlybär auf Extasy klingt dagegen harmlos.

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