Mercedes-Benz A-Klasse (1997-2004)

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Mercedes-Benz A-Klasse (1997-2004)

— 24.08.2004

Ist der A gebraucht noch Klasse?

Ob kurzer oder langer Radstand – die Problemstellen sind bei beiden Fahrzeugen gleich. Erkenntnis nach sieben Jahren Mini-Mercedes: Finger weg von frühen Exemplaren!

Spätestens nach dem dritten Bier wird in Herrenrunden gern über die Vorzüge von Länge und Technik diskutiert. Dreht es sich dabei um die Mercedes A-Klasse, kommt es ganz klar auf die Technik an. Denn ob kurzer oder langer Radstand – die Problemstellen sind bei beiden Fahrzeugen gleich. Und technisch wurde der A mit dem Facelift 2001 spürbar verbessert. Erwarten Sie jetzt bitte keine Elchgeschichten von uns. Das Thema ist dank ESP vom Tisch, und eigentlich will es auch keiner mehr hören. Probleme macht das Fahrwerk aber noch immer: Es klappert gern. Schuld haben ausgeschlagene Koppelstangen und Stabilisatorlager an der Vorderachse. Die Stabi-Lager sind aus Gummi und kosten rund 18 Euro, die Austauscharbeit ist laut Plan in 18 Minuten erledigt.

Auch die Hinterachse des Baby-Benz ist beim TÜV bestens bekannt, allerdings wurde sie im Rahmen der Modellpflege verbessert. Besteht ein Facelift meist nur aus einem neuen Kühlergrill, betrieb Mercedes hier wesentlich mehr Aufwand. Auf den ersten Blick ist die qualitativ aufgewertete Generation an den Klarglas-Scheinwerfern und dem geänderten Schloß an der Heckklappe sofort zu erkennen.

Motor und Ausstattung

Im Innenraum wurde damals die gewollt jugendlich wirkende Mittelkonsole mit Schieberegler durch eine dem Sprinter in Aussehen und Anmutung nicht unähnliche Konsole mit Drehreglern ersetzt. Für diese Fahrzeuge werden zwar selten unter 10.000 Euro verlangt, dafür sind sie aber auch problemloser als die erste Generation.

Gefragt sind vor allem Versionen mit üppiger Ausstattung. Wer sich eine gebrauchte A-Klasse zulegen möchte, ist zumeist recht anspruchsvoll und verlangt eine großzügige Mitgift. Ohne Klimaanlage wartet der A lange auf einen Käufer. Elegance und Avantgarde sind viel stärker angesagt als das Classic-Kassenmodell. Bei Drehmoment- Freunden macht der 170 CDI das Rennen. Ottos Liebhaber starten lieber einen A 160 und zeigen dem eher lahmen 140, dem seltenen 190 sowie der Randerscheinung 210 die kalte Schulter.

Begehrt sind auch Metalliclack, das (klapprige) Lamellenschiebedach sowie Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Weniger interessant scheinen das AMG-Paket oder Versionen mit ausbaubarem Beifahrersitz. Ein Grenzfall ist die elektronische Einparkhilfe. Man kann sie mit Hosenträgern vergleichen: praktisch, doch bei so einem kleinen Auto eigentlich peinlich.

Karosserie und Elektrik

Das halbautomatische Getriebe sorgte schon oft für Probleme. Plötzlich läßt sich die Parksperre nicht mehr einlegen oder entriegeln. Diese Wahl sollte also gut überlegt werden. Eine Schwachstelle über die gesamte Bauzeit ist der Lack. Insekten brennen sich in die weichen Schichten der Motorhaube ein. Lackblessuren durch Steinschlag an der A-Säule rosten in Rekordtempo.

Das wirkt dann wenig hochwertig, und dieser Eindruck wird von der Verarbeitung unterstützt: Bei der ersten Generation klapperte gern hinter dem Armaturenträger der Kabelbaum. Wer nicht als Leichtgewicht den Fahrersitz belastet, wird auch hier bald Probleme haben. Die höhenverstellbaren Fahrersitze nerven nach einiger Zeit mit Quietschen.

Elektronik und Elektrik zeigen nicht die Zuverlässigkeit, die in dieser Preisklasse erwartet wird: Launenhafte Zentralsperren sind ebenso bekannt wie Probleme mit dem Steuergerät. Ist dieser Mercedes nun Güteklasse A? Die ersten Modelle keinesfalls; wenn möglich, sollte es ein Auto nach dem Facelift des Jahres 2001 sein. Natürlich mit Scheckheft, sonst sieht es mit Kulanz schlecht aus.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 5/97 Kundenvorstellung der A-Klasse im Rahmen einer Deutschland-Tournee 9/97 Auslieferungsbeginn des A 140 (82 PS) und A 160 (102 PS) 11/97 Sofortiger Auslieferungsstop, weil der A im Elchtest kippte 2/98 Wiederaufnahme der Auslieferung, ESP aufpreisfrei in Serie 8/98 Einführung von A 160 CDI (60 PS) und A 170 CDI (90 PS) 3/99 Modellpflege: Sitze und Kunststoffe werden verbessert 3/01 Modellpflege: Die A-Klasse erhält u. a. Klarglas-Scheinwerfer 7/04 Der Nachfolger W 169 löst die A-Klasse (W 168) ab

Schwachstellen • die Bremsen neigen bis zum Baujahr 2000 zum Rubbeln • die Hinterachse ist der Hauptkritikpunkt des TÜV, 6,6 Prozent der AKlassen bekommen diesbezüglich nach fünf Jahren einen Mängeleintrag • die Vorderachse macht sich mit Klappergeräuschen des Stabilisators und der Koppelstangen unangenehm bemerkbar • die Heckklappe besteht aus zwei miteinander verklebten Kunststoffschalen. Wiederholt löst sich hier der Kleber in der Sonne • die Elektronik arbeitet selten fehlerfrei, meist sind Steuergerät und die Fernbedienung der Zentralsperre betroffen • das Lamellen-Schiebedach ist auffallend oft undicht

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes A 140, 60 kW/82 PS, Baujahr 2000. Die A-Klasse ist nicht besonders reparaturfreundlich konstruiert, dafür sind die Ersatzteile für Mercedes-Verhältnisse relativ preisgünstig.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Unsere Hauptuntersuchungen nach drei und fünf Jahren haben deutlich gezeigt: Die Defekte an der Hinterachse sind sehr prominente Schwachstellen der Mercedes A-Klasse. Weiter kritisieren wir bei den Fünfjährigen die Bremsschläuche, bei den Dreijährigen die Vorderachse und die Scheinwerfer-Einstellung. Bestnoten vergeben unsere Prüfer für die Rostvorsorge, das Lenkungsspiel, die Bremskraftregelung und die Bremsleitungen." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Mercedes A 140 Classic (60 kW/82 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 72 Euro im Jahr/D3 Testverbrauch: Werksangabe 6,8 Liter, gemessen 7,9 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (13/504 Euro SB): 501 Euro Teilkasko (20/151 Euro SB): 116 Euro. Haftpflicht (12): 674 Euro. (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: nach Anzeige, etwa 250 bis 350 Euro. Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 37 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 900 Euro Verlust

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