Mercedes-Benz B 200

Mercedes-Benz B 200 Mercedes-Benz B 200

Mercedes-Benz B 200

— 25.08.2005

Hier kostet fast alles extra

Der neue B 200 bietet 136 PS für 24.766 Euro: viel Geld für einen Mercedes-Benz, dem vieles noch fehlt.

Gegen Bares läßt sich einiges verbessern

Autsch! Jetzt habe ich mir in die Hand geschnitten. Ein miserabel entgrateter Kunststoff-Rahmen hat mir die Haut angeritzt. Gut, wenn man es weiß – dann läßt man halt die Finger von der Ablage im Fond. Aber in einem Mercedes rechne ich nicht mit so etwas. Auch nicht in einer B-Klasse. Zumal sich dieses Auto sonst sehr zuvorkommend gibt. Zum Beispiel beim Fracht- und Passagierabteil.

Für das Gepäck stehen (bei Easy-Vario-System) bis zu 2245 Liter Volumen zur Verfügung. Die Passagiere selbst haben ebenfalls Platz satt. Nur der Fahrer muß erst einmal in die Tasche greifen und zum hohen Einstandspreis noch 157 Euro für eine in der Länge verschiebbare Lenksäule investieren. Überhaupt läßt sich gegen Bares noch eine ganze Menge verbessern. Seiten-Airbags hinten sowie Kopfairbags kosten zusammen gut 650 Euro, die Xenon-Kurven-Abbiegelicht-Kombination 1346 Euro. Auch der Komfort läßt sich nach diesem Muster optimieren: CD-Radio und Klimaautomatik kosten natürlich extra, elektrische Fensterheber hinten sowieso.

Diese sind dann aber auch mit einer Tipp-Funktion für beide Richtungen, Komfortfunktion und zuverlässigem Einklemmschutz versehen. Details, die wirklich zu Ende gedacht und typisch für Mercedes sind. Überhaupt ist die Bedienbarkeit in allen Bereichen makellos, allenfalls die mäßige Übersicht nach vorn und das winzige Wischfeld an der Heckscheibe sind zu kritisieren. Der verbrauchsarme Motor (8,4 l/100 km) funktioniert gewohnt souverän – vom leichten Dröhnen des Vierzylinders ab 4000 Touren und einer schwammig einrückenden Kupplung einmal abgesehen.

Technische Daten, Preis und Bewertung

Unser Testwagen war mit einem Sportpaket ausgestattet – was dem Fahrkomfort nicht wirklich schadet, aber aus der B-Klasse auch keinen Kurvenkönig macht. Die harten Reifen (mit 45er-Querschnitt) rollen zudem hölzern über Kanten in der Straßenoberfläche. Falls es doch einmal rasant zugehen sollte: Recht frühzeitig mischt sich aufdringlich der elektronische Schleuderschutz ESP ein und bringt den kompakten Mercedes zurück auf Kurs. Selbst der Lenkung funkt die Elektronik dabei durch variable Kraftunterstützung dazwischen. Ähnliche Aufmerksamkeit hätte ich mir für dieses Modell auch bei der Endkontrolle am Band gewünscht. Dann wäre die scharfe Kante am Ablagefach sicher aufgefallen.

Autor: Jan Horn

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