Mercedes-Benz bionic car

Mercedes-Benz "bionic car"

— 07.06.2005

Dieser Fisch stinkt nicht

Sparpotential aus dem Tierreich: Nach dem Vorbild des Kofferfisches formte Mercedes-Benz diese Konzeptstudie.

Wenn die Autos der Zukunft aussehen wie das "bionic car", werden wir demnchst Aquarien statt Parkhuser brauchen. Diesen Verdacht legt zumindest die Konzeptstudie von Mercedes-Benz nahe, die in Washington anllich des diesjhrigen DaimlerChrysler-Innovationssymposiums Weltpremiere feiert. Das "bionic car" hat sein Design bei Mutter Natur entliehen und zitiert mit seiner Auenhlle ganz dreist den Kofferfisch. "Ein Vorbild, das nicht nur durch Details, sondern ganzheitlich in Form und Struktur den Vorstellungen von einem aerodynamischen, sicheren, komfortablen und umweltvertrglichem Auto nahe kommt", verkndet Mercedes-Benz.

Der Kofferfisch, der in tropischen Gewssern lebt, hat trotz seines kantigen, wrfelfrmigen Rumpfes hervorragende Strmungseigenschaften und stellt deshalb ein aerodynamisches Ideal dar. Mit einem Modell des Fisches erzielten die Stuttgarter Ingenieure im Windkanal einen Luftwiderstandsbeiwert von nur 0,06. Und davon profitiert auch das "bionic car": Mit einem cW-Wert von 0,19 zhlt das Konzeptfahrzeug zu den strmungsgnstigsten Automobilen dieser Grenklasse. Der voll funktionstchtige, fahrbereite Kompaktwagen bietet auf einer Lnge von 4,24 Metern Platz fr vier Passagiere plus Gepck.

Angetrieben wird der fahrende Fisch von einem Dieselmotor mit 140 PS, der Dank Partikelfilter und SCR-Technologie (Selective Catalytic Reduction) besonders emissionsarm ist. Durch Einspritzung einer Harnstoff-Lsung werden die Stickoxid-Emissionen des Direkteinspritzers um bis zu 80 Prozent verringert. Da der Wagen bei konstant 90 km/h nur 2,8 Liter Diesel verbraucht, ist auch seinem konsequenten Leichtbau geschuldet. Hier greifen die Mercedes-Ingenieure noch einmal zum Bauplan der Natur und schauen sich die Konstruktion beim Kofferfisch ab ein Musterbeispiel fr Steifigkeit und Leichtbau.

Seine Auenhaut besteht aus einer Vielzahl sechseckiger Knochenplatten, die so gewachsen sind, da sie bei minimalem Gewicht ein Hchstma an Festigkeit bieten und das Lebewesen wirksam vor Verletzungen schtzen. Diese Bauform adaptierten die Stuttgarter beim "bionic car" und erzielten damit beispielsweise bei den Tren eine bis zu 40 Prozent hhere Steifigkeit als bei herkmmlichen Konstruktionen. Insgesamt keine schlechte Idee, sich beim Tierreich zu bedienen, aber ein Delphin htte optisch vielleicht doch mehr zu bieten gehabt.

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