Mercedes C-Klasse (1993-2000)

Gebrauchtwagen Mercedes C-Klasse (W 202) Gebrauchtwagen Mercedes C-Klasse (W 202)

Mercedes-Benz C-Klasse (1993-2000)

— 25.02.2002

Stets zu Diensten

Die C-Klasse ist nicht nur als Firmenwagen gefragt, sondern auch sonst ein treuer Diener.

Technik und Qualität

Kleiner König in der ADAC-Pannenstatistik, bestverkaufter Gebrauchtwagen mit Stern, Auflagenmillionär, Crashmeister – die C-Klasse von Mercedes ist seit sieben Produktionsjahren ein Erfolgsmodell. Zuletzt gab es den Titel "Firmenauto des Jahres 99" für den C 180 Esprit. Aber der mittlerweile zweitkleinste Benz ist nicht nur als zuverlässiger Geschäftswagen stets zu Diensten, sondern gilt auch bei Taxifahrern und Privatkunden als solides Fahrzeug. Denn die Kinderkrankheiten der ersten Baujahre sind inzwischen ausgeräumt.

Dafür haben die Schwaben einiges getan, wie beispielsweise die nachträgliche Abdichtung ölnasser Vier- und Sechszylinder. Die Dichtungen an Zylinderkopf, Steuerkastendeckel und Ölwanne waren die Hauptübeltäter und führten im TÜV-Report zu häufiger Kritik. Anfällig waren bis 98 auch die Simmerringe des Differenzials und der Abtriebswellen. Mercedes zeigte sich kulant und ersetzte zum Teil stillschweigend bei der Inspektion defekte Dichtungen. Kein Wunder, dass unser C180 von 95 so trocken wie ein Toast aussah.

Auch die Spurstangenköpfe sitzen nach schlappen 30.000 Kilometerchen noch ohne Spiel. Dabei zählen sie zu den typischen Verschleißteilen, die vor allem bei Stadtautos und häufiger Parkkurbelei alle jahrelang gewechselt werden wollen. Von Anfang an gründlich haben die Mercedes-Mannen dafür am Korrosionsschutz gearbeitet. Null Komma null heißt die TÜV-Höchstwertung für alle Jahrgänge. Auch in den Kapiteln Beleuchtung und Auspuff schneidet die C-Klasse deutlich besser als der Durchschnitt ab.

Motor und Marktlage

Hakeleien kann es allerdings mit streikender Zentralverriegelung und lärmenden Fensterhebern geben. Auch die Verarbeitung war zu Beginn nicht perfekt. Im AUTO BILD-Vergleichstest (Heft 21/93) schnitt die C-Klasse schlechter ab als der damals ausgereifte Audi 80 und der aus den Anlaufschwächen herausfahrende 3er-BMW (E 36). Geblieben ist nach Meldung der Gelben ADAC-Engel nur die streikende Wegfahrsperre aller Baujahre.

Ärgerlich, wenn die Urlaubsreise deshalb mit Verspätung beginnt. Denn die C-Klasse ist beim Fahrkomfort nicht einfach Mittelklasse, sondern überdurchschnittlich komfortabel. Souverän gleiten Limousine und Kombi über (fast) jeden Fahrbahnbelag – Klapperge-räusche sind die Ausnahme. Zum bequemen Reisen reicht dafür schon das kleinste C, der 180 mit 122 PS. Zugegeben, ein bisschen c-äh ist der 1,8-Liter, wenn er nicht auf Drehzahl gehalten wird. Souveräner ist der C 200, quicklebendig der Dieselnachwuchs 220 CDI, der mit 7,4 Litern und reichlich Laufkultur daherkommt. Da können die alten Taxidiesel 220 und 250, die bis zehn Liter schlucken, nicht mehr mithalten. Ein Verbrauch, zu dem nach Herstellerangaben sogar die Topmotoren 230 Kompressor oder 280 V6 zu bewegen sind – mit Super allerdings.

So sind auch die Preise: super. Siebenjährige Basis-180er kosten noch rund 20.000 Mark – die Hälfte vom Neupreis. Die höchsten Abschläge haben Ein- und Zweijährige. Die lohnen besonders, denn seit der Modellpflege 97 ist die C-Klasse ein ausgereiftes Modell und, nach vorläufiger Mercedes-Schätzung, noch mindestens 20 Jahre stets zu Diensten.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 5/93 Neueinführung des Typ W 202 als Nachfolger des Baby-Benz 190 (W 201). Viertürige Limousine. Benziner mit 122 (C 180), 150 (C 220) und 193 PS (C 280), Diesel mit 75 (C 200 D), 95 (C 220 D), 113 (C 250 D) PS. Vier Ausstattungen, Basis C 180 Classic ab 45.540 Mark 9/95 C 230 Kompressor mit 136 PS und C 250 TD mit 150 PS 3/96 Kombiversion T-Modell. Basis C 180 T Classic ab 48.760 Mark 6/97 Modellpflege: Bremsassistent und elektrische Fensterheber vorn Serie, V6-Motoren: C 240 für C 220 (170 PS), neuer C 280 (197 PS) 9/97 neue Dieselgeneration (Common Rail): C 220 CDI (125 PS) 5/00 Nachfolger W 203, zuerst nur Limousine, Kombi ab 2001

Schwachstellen • Spurstangenköpfe schlagen regelmäßig aus, weil dank komfortabler Servounterstützung enorme Kräfte auf sie einwirken. Beidseitiger Ersatz kostet um 200 Mark und ist teilweise schon nach drei Jahren fällig • Elektrik mit Zicken: Störungen an Zentralverriegelung und Wegfahrsperre, unrunder Motorlauf wegen defekter Steuerelektronik • Keilriemen (V-Rippen-Riemen) reißen besonders bei den ersten Baujahren häufig, und Lichtmaschine wie Batterie sind manchmal kurzlebig • Scheibenwischer mit defekter Mechanik oder ausgehängtem Gestänge registriert die ADAC-Pannenstatistik bei den Baujahren 94/95 • Rückruf 96: Sicherungshaken der Motorhaube erneuert

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Mercedes C 200, 100 kW/136 PS, Baujahr 96. Die Preise sind moderat, nicht günstig. Dank der enormen Stückzahl gibt es aber gebrauchte Teile vom Schrott oder beim MB-Altteilecenter.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Die C-Klasse schneidet bei der Hauptuntersuchung besser ab als der Durchschnitt der geprüften Autos. Allerdings ist auf Ölundichtigkeiten und anfällige Keilriemen zu achten. Der regelmäßige Keilriementausch sollte im Scheckheft dokumentiert sein. Ruckeln im Leerlauf bei Modellen vor Jahrgang 97 deutet auf Probleme mit der Zündelektronik hin, auch Komfort-Details wie die Zentralverriegelung sind anfällig. Ansonsten zeigt die C-Klasse keine Auffälligkeiten." Gunnar Dahm, Gutachter TÜV Rheinland/Berlin-Brandenburg

Modellempfehlung Mercedes C 200 Elegance (100 kW/136 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 264 Mark im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: Werksangabe: 9,4 Liter, gemessen 10,6 Liter (Super) Versicherung: Vollkasko (20/1000 Mark SB): 2230 Mark; Teilkasko (23/300 Mark SB): 318 Mark; Haftpflicht (14): 1485 Mark (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 15.000 Kilometer, etwa 400 bis 600 Mark Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 35 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 2500 Mark Verlust

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