Mercedes-Benz E 320 CDI T-Modell

Mercedes-Benz E 320 CDI T-Modell Mercedes-Benz E 320 CDI T-Modell

Mercedes-Benz E 320 CDI T-Modell

— 13.02.2003

Teures Vergnügen

Elegant und einladend: Mit dem T-Modell der E-Klasse versucht Mercedes-Benz den Spagat zwischen Lifestyle und Laster. Was natürlich seinen Preis hat.

Lifestyle-Laster mit Transport-Talent

Es gibt Dinge, auf die lohnt es sich zu warten. Auf eine schöne Frau etwa, auf den nächsten Urlaub oder auch auf den Kombi der neuen E-Klasse. Exakt zwölf Monate nach der Limousine rollt das T-Modell der Serie W 211 am 22. März 2003 zu den Händlern. Und wer sich bis zu diesem Termin brav in Geduld übt, wird garantiert nicht enttäuscht.

Mit der Überzeugungsarbeit beginnt "E T" schon beim ersten Rendezvous. Obwohl in der Länge um elf und in der Breite um 23 Millimeter gewachsen, verbindet dieses T-Modell optisch nichts mit dem klobigen Vorläufer W 210. Im Gegenteil. Der Neue strahlt mit gestrafftem Vier-Augen-Gesicht mehr Dynamik aus, setzt mit der sanft abfallenden Dachlinie und dem elegant gerundeten Heck voll auf das Schickimicki-Segment.

Also ein Lifestyle-Laster ohne Transport-Talent? Erstaunlicherweise nicht. Zumindest belegen die nüchternen Zahlen, dass auch ins Heck des W 211 ganze Hausstände passen. Möglich macht das ein kleiner Kunstgriff. Mercedes-Benz ersetzt das Reserverad durch das Dichtmittel Tirefit (Notrad in 155/70 R 17 ohne Aufpreis), kommt so auf 690 bis 1950 Liter Stauraum (vorher 600–1950 l). Nachteil dieser cleveren Raum-Rechnung: Gegenüber dem Kastenheck des W 210 dürfte das neue T-Modell bei Kühlschränken oder Klavieren eher an Grenzen stoßen.

Fondsitze lassen sich geteilt umlegen

Sei's drum. Seine wahre Bestimmung findet der W 211 ohnehin weniger im Umzugswesen als mehr im Luxus-Lieferdienst. Dem mit teurem Teppich ausgelegten Kofferabteil muten nur automobile Aussteiger Farbeimer, Hunde oder Gummistiefel zu. Alle anderen freuen sich am leicht zu beladenden Abteil und putzen ihren Koffern vorm Einpacken die Rollen. Bleibt die Frage, wie wir den Nachwuchs in der dritten Reihe (ab 916 Euro, bis 1,40 m/50 Kilo) davon abhalten, Schuhe und Schokofinger am Velours abzuwischen.

Ungeachtet solcher Probleme beweist die E-Klasse Kombi-Können, von dem wir bisher nur geträumt haben. Die Fondsitze lassen sich geteilt umlegen, die Lehne in der Neigung um zwei Grad verstellen und die Bank sogar ausbauen. Pfiffig: Die drei hinteren Kopfstützen tauchen beim Zusammenfalten der Sitze automatisch ab, können auf der Lehne bleiben.

Und Mercedes-Benz liefert noch mehr geistreiche Gimmicks. Ein doppelter Boden und die Box hinter den Fondlehnen schlucken allerhand Kleinkram (beides Serie im Elegance/Avantgarde), das Laderaumrollo schwingt mit der Heckklappe nach oben und zurück (Serie).

Hydraulisch ausfahrbarer Kofferraumboden

Damit Gepäck im Heck nicht zum Geschoss wird, gibt es zudem Aluschienen mit verschiedenen Befestigungseinsätzen (226 Euro) – anfangs etwas fummelig, dann aber genial. Für den Sperrguttransport steht schließlich die klappbare Beifahrerlehne in der Preisliste (290 Euro, vorerst nur mit Stoff), die Platz für bis zu 3,20 Meter lange Regale schafft. Zusammen mit den 575 Kilo Zuladung bleibt so kaum eine Transportfrage unbeantwortet.

Nur gut, dass Mercedes-Benz bei solcher Lade-Lust auch an den Komfort denkt. Ein hydraulisch ausfahrbarer Boden (905 Euro) sowie die auf Knopfdruck öffnende und schließende Heckklappe (574 Euro) machen das Einpacken zum Kinderspiel.

Damit die E-Klasse auch angesichts größter Lasten souverän ans Ziel kommt, spendiert Mercedes-Benz neben der üblichen Elektronik zusätzlich die elektrohydraulische Bremse SBC. Erstmals kommen dabei Stau- (nur mit Automatik) und Anfahrassistent zum Einsatz. Am Berg verhindert ein kurzer, fester Tritt auf Bremspedal das Zurückrollen – auch bei gelöster Bremse. Im Stau lässt sich über den Tempomathebel bis 15 km/h "SBC Stop" aktivieren. Nimmt der Fahrer den Fuß vom Gas, bremst der Wagen automatisch bis in den Stand ab. Praktisch, auch wenn eine gewisse Eingewöhnung nötig ist.

Motorvarianten und Preise im Überblick

Den hohen Federungskomfort kennen wir dagegen aus der Limousine. So bleiben unsere Bandscheiben selbst auf der löcherigen Zufahrt zum Château unbehelligt, lässt die Niveauregulierung den Wagen auch nach mehreren Kisten Wein nicht einsacken.

Leistungs-Einbrüche müssen beim E 320 CDI ohnehin nicht gefürchtet werden. Der Reihensechser gehört zwar nicht zu den kultiviertesten, wohl aber zu den kräftigsten Common-Rail-Dieseln. Mit 204 PS und sagenhaften 500 Nm Drehmoment verwandelt der Vierventiler das T-Modell in einen Express-Kombi, der dennoch zum Spartarif fahren soll (7,3 l/100 km). Die Anschaffung stellt einen da schon vor größere Probleme: Der E 320 CDI T startet bei üppigen 46.284 Euro, kostet 7134 Euro mehr als ein BMW 530d. Und zwingt so schon wieder zum Warten – zum Beispiel auf die nächste Gehaltserhöhung.

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