Mercedes-Benz ML 350

Mercedes-Benz ML 350 Mercedes-Benz ML 350

Mercedes-Benz ML 350

— 28.01.2003

Jetzt schon stärker

Nachschlag für den Sechszylinder. Er heißt zwar ML 350, hat aber tatsächlich 3,7 Liter Hubraum und 235 PS.

Acht- oder Sechszylinder?

Außen ist alles wie gehabt: stolzer Grill, wuchtiges Heck, 17-Zoll-Räder. Auch innen keine große Offenbarung: bequeme Sitze, gute Übersicht, jede Menge Schalter und Knöpfe. Was soll anders sein an diesem Mercedes-Benz ML? Die Spurensuche ist schwierig. Vielleicht steckt das Novum unterm Blech. Also Motor an: Satt und vornehm säuselnd, startet das Triebwerk. Klar, das ist ein V-Acht. Der ML 500 mit 292 PS. Oder doch nicht?

Acht- oder Sechszylinder, das ist hier die Frage. Auch geübte Ohren müssen beim ML 350 mindestens zweimal hinhören – besonders beim Beschleunigen: Vehement zieht der Geländewagen an. Das zurückhaltende Summen wird lauter und verwandelt sich bei 4000/min fast zum Fauchen und Grollen. Also doch ein Achtzylinder?

Klarheit schafft erst ein Blick unter die Motorhaube. Gelungene Überraschung: Statt des vermuteten V-Acht sitzt dort ein vergleichsweise zierlicher V-Sechszylinder zwischen den Federbeindomen. Wie kann man sich so täuschen?

Drehfreudiger Motor und satter Sound

Ganz einfach: Der Motor dreht derart kraftvoll hoch, dass er subjektiv das Gefühl vermittelt, mit zwei Kolben mehr unterwegs zu sein, als tatsächlich unter der Haube auf und ab flitzen. Unterstrichen wird dieser Eindruck durch die dumpfe Geräuschkulisse, die der ML 350 aus seiner Abgasanlage erzeugt.

Bravo, die Mercedes-Benz-Ingenieure haben dem neuen Motor in der ML-Palette einen schönen Sound hineinkonstruiert. Der abgelöste 320 wirkt dagegen geradezu schwachbrüstig.

Ab sofort trägt der sechszylindrige Benziner-ML den Zahlencode 350. Doch die silbern glänzenden "drei fuffzig" am Heck lassen keine Rückschlüsse auf das wirkliche Motorvolumen zu. Tatsächlich hat er keine 3,5, sondern bietet sogar 3,7 Liter Hubraum. Understatement oder was? ML-Produktmanager Jörg Bückmann erklärt den Etikettenschwindel: "Das hat mit dem Namen des künftigen ML zu tun." Aha, der wird dann also ML 370 heißen. Bis dahin muss die sechs Jahre alte M-Klasse noch mit dem falschen Sticker fahren.

Rutschige Böschungen sind kein Problem

Der halbe Liter zusätzlicher Hubraum gegenüber dem Vorgänger macht sich im letzten ML-Aufguss sehr positiv bemerkbar. Besonders an langen Steigungen: Stur verharrt die Automatik in der fünften Stufe. Beim Kickdown schaltet sie nur mit leichtem Rucken zurück und treibt den 2,2 Tonner souverän nach vorn.

Wer braucht da noch den ML 500? Der hat 292 PS. Der 350er 235. Das reicht. Somit reduziert sich der Unterschied auf Prestigegründe. Im Schnee wie auf der Autobahn macht der Neue eine gute Figur. Dank elektronischem Traktionssystem (4ETS) erklimmt er auch rutschige Böschungen. Nur auf glatten Abfahrten wirkt er zuweilen wackelig.

Gibt's auch Kritik? Na klar: der Verbrauch. Um die 17 Liter schluckte der ML 350 im gemischten Einsatz. Ein starkes Stück – im doppelten Sinn des Wortes.

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